Neuigkeit zur PetitionSchafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!„Wo Listen regieren, hat die Humanität längst verloren.“
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22.08.2021

Liebe Freund*innen von Sea-Eye,

über eine Viertelmillion Menschen fordern gemeinsam mit uns:

Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan für alle! Jetzt!

Doch nach wie vor ist überwiegend die Rede von Evakuierungen für Afghan*innen, die direkt für Deutschland und die Bundeswehr gearbeitet haben. Aber seit der Machtübernahme der Taliban ist jede*r, der*die nicht auf der Seite der Taliban steht, in Lebensgefahr. Allerdings werden nicht einmal Menschen, die jahrzehntelang für Subunternehmen tätig waren, gerettet. Und das, während seit Tagen über Tausende von Menschen berichtet wird, die sich um den Flughafen in Kabul drängen – in größter Panik, Verzweiflung und in der Hoffnung, das Land verlassen zu können und in Sicherheit zu gelangen.

Stattdessen werden die schutzsuchenden Menschen von den Taliban sowie von US-Streitkräften unter Einsatz von Tränengas und anderen gewaltsamen Abwehrmaßnahmen zurückgehalten und im Ungewissen gelassen. Mindestens 12 Menschen starben durch das Gedränge oder wurden erschossen. (Süddeutsche)

Diesen Zustand können wir nicht hinnehmen! Wie kann man den Wert eines Lebens an einer beruflichen Tätigkeit festmachen? Weshalb wurden in den vergangenen Wochen und Monaten selbst die Aufnahmeverfahren für sogenannte Ortskräfte bewusst verzögert und mit Hilfe bürokratischer Hürden erschwert? (Tagesschau; ZDF)

Hannes Soltau vom Tagesspiegel findet die passenden Worte für das bisherige Vorgehen der Bundesregierung:

Wo Listen regieren, hat die Humanität längst verloren.

Humanität findet sich indessen in Form der großen Bereitschaft zahlreicher Städte und Länder, flüchtende Menschen aus Afghanistan aufzunehmen. Deutsche Bundesländer, Kommunen und Städte wie München, Hamburg, Aachen, Heidelberg und viele mehr signalisieren, dass sie zu einer Aufnahme bereit sind. (RND)

Auch die Zivilbevölkerung organisiert und solidarisiert sich. Vor Ort – in Afghanistan – und auch in Deutschland, in Form von Demonstrationen, Kundgebungen, Spendenaktionen, Diskussionsrunden u.v.m. (Tagesschau; Deutschlandfunk)

Generalsekretär Stoltenberg sagte nach einer Sondersitzung der Außenminister*innen der NATO: „Wir erwarten von den Taliban, dass sie allen ausländischen Staatsangehörigen und Afghanen, die das Land verlassen wollen, die sichere Ausreise ermöglichen.“ (ZDF)

Wir begrüßen die Forderung nach Ausreisemöglichkeiten für alle. Dass man Erwartungen an die Taliban stellen kann, halten wir jedoch für äußerst fragwürdig.

Deshalb appellieren wir weiterhin an die Bundesregierung, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um sichere Fluchtwege für alle Menschen, die das Land verlassen müssen, einzurichten. Jetzt! Die Zeit drängt!

Bitte unterstützt unsere Forderung auch zukünftig. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Geschehnisse in Afghanistan und damit auch die Menschen vor Ort, in den kommenden Tagen und Wochen in Vergessenheit geraten. Besonders nicht, solange die Verantwortlichen sich hinter bürokratischen Verfahren und Diskussionen verstecken und nicht aktiv handeln.

Folgendes könnt ihr tun:

  • Teilt die Petition auf allen euch zur Verfügung stehenden Plattformen: change.org/SichereFluchtwege
  • Kontaktiert eure Abgeordneten und fordert sie auf, zu handeln: www.kabulluftbruecke.de
  • Hört Betroffenen zu. Sensibilisiert euer Umfeld für das Thema und klärt auf.
  • Geht auf die Straßen und zeigt eure Solidarität bei den bevorstehenden Demonstrationen weltweit.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Sophie Weidenhiller, Joana Weinmann, Gorden Isler, Axel Pasligh
- von Sea-Eye e. V.

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