Rettet unsere Hausgemeinschaft #Tabor3! Vorverkauf statt Ausverkauf!

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Wir Mieter*innen in der Taborstraße 3 in Berlin Kreuzberg erleben gerade das ABC des Immobilienwahnsinns: von A wie Ausverkauf bis Z wie Zeit läuft.

Unser Wohnhaus im Wrangelkiez soll an die SG Holding GmbH aus Braunschweig verkauft werden. Nun droht uns der Verlust unseres Zuhauses. Wir fordern vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, das Vorverkaufsrecht geltend zu machen und unsere Hausgemeinschaft zu retten! 

Ich bin Nicole, 51 Jahre alt und wohne mit meiner 9-jährigen Tochter Irmina und meinem Hund Paul seit 2012 im Haus. Ich will und kann hier nicht weg! Ich bin Schulhelferin und begleite Kinder mit Erkrankungen, damit diese am normalen Schulalltag teilnehmen können. Ich bin in zwei Schulen hier in der Nähe tätig. Ich betreue Kinder, die sich an mich gewöhnt haben und denen es durch meine Hilfe leichter fällt, die Schule zu besuchen. Als alleinerziehende berufstätige Mutter, habe ich jetzt schon kaum Geld zum Leben. Noch mehr Miete kann ich nicht zahlen!

Unsere Hausgemeinschaft ist Multikulti und bietet den Bewohner*innen unterschiedlichster Generationen, Herkunft, Professionen und Lebensgestaltungen ein Zuhause. Wir sind alle langjährige Mieter*innen. Ein Urgestein wohnt schon seit 40 Jahren im Haus. Hier wohnen Rentner*innen, Familien und viele Kinder. Eines davon wurde sogar hier im Haus geboren!

Uns alle hat die Nachricht eiskalt erwischt. Wir hatten keine Ahnung und haben auch nicht damit gerechnet. Jahrelang wurde uns vom Eigentümer - der ebenfalls im Haus wohnt und zu dem wir einen freundschaftlichen Kontakt pflegten - immer wieder erzählt, dass das Haus nicht verkauft wird. Vor einigen Wochen erbat er um Zugang zu einzelnen Wohnungen, mit der Begründung er brauche unsere Unterstützung für einen Kredit, zur Reparatur von Wasserschäden. Vertrauensvoll unterstützten wir ihn und ließen dann unwissentlich potenzielle Käufer*innen in unsere Wohnungen. Wir fühlen uns arglistig getäuscht und hintergangen!

Doch der Ausverkauf der Stadt ist nichts neues! Seit Jahren erleben wir Mieter*innen des Hauses die Veränderung und den Ausverkauf des Wrangelkiezes. Bezahlbaren Wohnraum gibt es hier kaum noch. Die Anhäufung von Restaurants, Cafés und Hostels machen unseren Kiez zur Touristenattraktion. Die drohende Nachbarschaft des Zalando Headquarters macht den Kiez für Investor*innen nicht uninteressanter - ganz im Gegenteil!!

Diesem Trend zufolge, wird nun auch unser Wohnhaus verkauft. Doch wir von der Tabor 3 wehren uns dagegen! Unsere große Hoffnung ist das Vorverkaufsrecht. Da unser Haus im Milieuschutzgebiet liegt, hat das Bezirksamt die Möglichkeit innerhalb von zwei Monaten eine*n gemeinwohlorientierte*n Käufer*in für das Objekt zu finden und damit unsere Verdrängung zu verhindern!

Wir, das sind 15 Mietparteien und der gemeinnützige Verein der Taborstr. 3, fordern deshalb:

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und Senat von Berlin: Setzen Sie sich gegen den Trend des Ausverkaufs unserer Kieze ein! Helfen Sie unserer Hausgemeinschaft und machen Sie das Vorverkaufsrecht geltend!

Landeseigene Wohngesellschaften: Kommen Sie Ihrem 2016 gesetzlich verankerten Auftrag, dem Berliner Wohnungsraumversorgungsgesetz, nach. Schaffen und erhalten Sie bezahlbaren Wohnraum für die breite Bevölkerung!

Mitbürger*innen aus Berlin und ganz Deutschland: Unterstützt uns mit Eurer Stimme! Unterzeichnet diese Petition, um unser Ziel nach einem selbstbestimmten und nachhaltig selbstverwalteten Wohnraumkonzept zu verwirklichen und langfristig einen sicheren, sozial und ökologisch vertretbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen.

Danke! 

Nicole Kieslich und die Hausgemeinschaft Tabor 3

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