Fatales Zeichen für die Demokratie - MDR-Jugendradio will Nachrichten einstampfen

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Inmitten politisch und gesellschaftlich turbulenter Zeiten beabsichtigt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, in seiner Jugendwelle MDR-Sputnik künftig weitgehend auf Nachrichten für Jugendliche und junge Erwachsene zu verzichten. Bereits im kommenden Monat, kurz vor Weihnachten, soll eine Programmreform wirksam werden, nach der für das junge Publikum aufbereitete Nachrichten nur noch während der Morgensendung zwischen fünf und neun Uhr gesendet werden sollen. Am Wochenende sind demnach generell keine eigenproduzierten Nachrichtensendungen mehr vorgesehen (s. http://www.flurfunk-dresden.de/2018/11/05/mdr-sputnik-nachrichten-nur-noch-zwischen-5-30-und-9-uhr/) Transparente Informationen zu den beabsichtigen Änderungen hat der MDR bisher nicht veröffentlicht.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erfüllt nicht nur einen Informations- und Bildungsauftrag, sondern insbesondere in als unsicher geltenden Zeiten über verlässliche, ausgewogene und zielgruppengerecht aufgearbeitete Informationen auch die Funktion eines Stabilitätsankers und einer Orientierungshilfe. Dies ist für junge Menschen besonders wichtig, die noch nicht gefestigt im Leben stehen. Nicht zuletzt der hohe Zuspruch populistischer Parteien im Sputnik-Kernsendegebiet Sachsen-Anhalt, die AfD erreichte dort bei der Landtagswahl 2016 mehr als 24 Prozent, unterstreicht den wichtigen Auftrag, den unabhängige Medien zu erfüllen haben. Ob dieser Anspruch bei einem weitgehenden Wegfall der Nachrichtensendungen noch einzuhalten ist, erscheint zumindest stark fragwürdig.

Die Argumentation, wonach mit der Kürzung der Nachrichten auf verändertes Hörverhalten junger Leute reagiert wird, trägt nicht: Warum sollten junge Leute grade morgens zwischen fünf und neun Uhr Zeit haben, sich Nachrichten anzuhören, wenn sie die Zeit im restlichen Tag nicht haben? Statt tagesaktuelle Informationen einzustellen oder Nachrichtenblöcke anderer Redaktionen zu übernehmen, die nicht auf die junge Zielgruppe zugeschnitten sind, sollten Nachrichten stattdessen so gestaltet werden, dass sie für die junge Zielgruppe attraktiv werden, denn: Wer würde ernsthaft auf die Idee kommen, Wahlen einzustellen, nur weil die Wahlbeteiligung niedrig ist?

Letztlich bleibt festzuhalten, dass hier wohl Sparpolitik betrieben wird, die, sollte sie Schule machen, gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft zu haben droht. Nicht unerwähnt bleiben sollte schließlich auch das Schicksal der Mitarbeiter, deren tägliche Arbeit und deren tägliches Brot damit wegzufallen droht.

Mit dieser Petition soll das Problembewusstsein der Politik und des zu großen Teilen mit Politikern besetzten Rundfunkrates geschärft werden. Wenn es die Politik mit ihrem Einsatz für die Demokratie in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ernst meint, dann muss sie hier tätig werden und öffentlichkeitswirksam zu den Plänen der MDR-Verantwortlichen Stellung beziehen.



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