

Rauchfreie SBB-Bahnhöfe – für alle
The Issue
An die Schweizerische Bundesversammlung und den Bundesrat
Wir fordern ein umfassendes Rauch- und Dampfverbot auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe – einschliesslich der Perrons, Eingänge, Durchgänge und Wartebereiche im Innen- und Aussenbereich – ohne ausgewiesene Raucherzonen. Es soll Zigaretten, E-Zigaretten mit oder ohne Nikotin, Tabakerhitzer sowie andere Rauch- und Dampfprodukte umfassen. Diese Petition fordert Schutz in gemeinsam genutzten Verkehrsräumen, kein allgemeines Rauchverbot in der Schweiz: An anderen Orten, an denen es erlaubt ist, bleibt das Rauchen eine persönliche Entscheidung.
Die SBB bietet ein Verkehrssystem von Weltrang, das wir schätzen und unterstützen möchten. Alle sollen es nutzen können, ohne unfreiwillig Passivrauch (Rauch aus glimmenden Tabakprodukten sowie Rauch, den andere ausatmen) oder Aerosolen von E-Zigaretten ausgesetzt zu sein – insbesondere Kinder und Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Ihr Schutz liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung.
Neu: Wissenschaftliche Evidenzübersicht (Oktober 2026)
Ich habe eine dreisprachige Evidenzübersicht zu rauch- und dampffreien SBB-Bahnhöfen veröffentlicht. Sie richtet sich an Parlament, Behörden und politische Entscheidungsträger und fasst die gesundheitliche Evidenz, die Position des Bundesrats von 2010, internationale Entwicklungen und offene rechtliche Fragen zusammen. Evidenzübersicht lesen →
Warum ausgewiesene Raucherzonen nicht ausreichen
Die SBB setzt seit 2019 auf ausgewiesene Raucherzonen und erlaubt das Rauchen und Dampfen bereits heute nur in diesen Bereichen. [1] [2] Dennoch wird auch ausserhalb dieser Zonen geraucht, und Zigarettenstummel bleiben auf dem Bahnhofsgelände liegen. Selbst wenn die Regeln eingehalten werden, kann Rauch über die markierten Grenzen hinausziehen. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass die Belastung im Freien unter anderem von der Nähe zu rauchenden Personen, dem Wind und der baulichen Umschliessung abhängt. [3]
Im September 2025 berichtete die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT Schweiz) über anhaltende Probleme bei der Einhaltung der Rauchverbote an Bahnhöfen, trotz der Bemühungen der SBB um eine bessere Umsetzung. Die Organisation forderte eine Revision des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen, um insbesondere Kinder und besonders gefährdete Personen besser zu schützen. [2]
In einer schriftlichen Antwort vom 16. September 2026 erklärte der SBB-Kundendienst, dass stichprobenartige Kontrollen stattfinden, eine lückenlose Überwachung aller Bahnhöfe jedoch nicht möglich sei. Zudem fehle die rechtliche Grundlage, um für das Rauchen auf Perrons Bussen zu verhängen. Zu einem umfassenden Verbot nahm die Antwort keine Stellung. Wir bitten deshalb die SBB und die zuständigen Behörden, den Schutz im Rahmen ihrer jeweiligen Befugnisse zu verbessern und die Lücken bei der Durchsetzung zu schliessen.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Passivrauch ist gesundheitsschädlich und krebserregend.
Kinder verdienen rauchfreie Bahnhöfe. «Die Belastung durch Passivrauch wirkt sich auf das Überleben, die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern vor und nach der Geburt aus.» — Dr. Bernadette Daelmans, WHO, 16. März 2021 (eigene Übersetzung). [4]
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Passivrauchen bereits 2002 als krebserregend für Menschen (Gruppe 1) eingestuft. [5] [6] Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen von Passivrauch. [7]
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont die besondere Gefährdung von Kindern durch Passivrauch. Nach Angaben des BAG verlangsamt er das Lungenwachstum und begünstigt Asthma, Lungenentzündungen, Husten sowie Erkrankungen des Mittelohrs. Auch das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) steigt. [8] Weiterführende Informationen zu Passivrauch: [9]
Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erklären, dass es kein gesundheitlich unbedenkliches Mass an Passivrauchbelastung gibt und dass «selbst eine kurze Exposition unmittelbar schaden kann» (eigene Übersetzung). [10] Passivrauch kann Asthmaanfälle auslösen und die Atemwegsgesundheit sowie die Lungenentwicklung von Kindern beeinträchtigen. Die CDC nennen auch koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Lungenkrebs als Folgen der Passivrauchbelastung bei Erwachsenen, die selbst nicht rauchen. Bei Lungenkrebs steigt das Risiko mit der Dauer und dem Ausmass der Belastung. [10]
Eine systematische Übersichtsarbeit stellte zudem fest, dass Kinder mit Asthma, die Passivrauch ausgesetzt waren, häufiger wegen ihres Asthmas hospitalisiert wurden. [11] Diese Erkenntnisse belegen die gesundheitlichen Risiken der Passivrauchbelastung im Allgemeinen; sie beziffern nicht das Risiko eines einzelnen Bahnhofsbesuchs.
Das Aerosol von E-Zigaretten unterscheidet sich von Tabakrauch; ihre Risiken dürfen nicht gleichgesetzt werden. Dennoch kann das Aerosol schädliche Stoffe enthalten, die auch umstehende Personen einatmen. [12] Die Einbeziehung des Dampfens würde gemeinsam genutzte Bahnhofsbereiche vor diesen Emissionen schützen und eine einheitliche Regel schaffen.
Das Schweizer Recht anerkennt bereits die Notwendigkeit des Schutzes vor Passivrauch
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält fest, dass Tabakrauch bereits in kleinen Mengen schädlich ist und Kinder besonders gefährdet sind. [8] Seit dem 1. Mai 2010 verbietet das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen das Rauchen grundsätzlich in geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen und in Räumen, die mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen; gesetzlich festgelegte Ausnahmen bleiben vorbehalten. [13] [14] Wir fordern die Bundesversammlung und den Bundesrat auf, diesen Grundsatz des Gesundheitsschutzes durch ein vollständiges Rauch- und Dampfverbot auf das gesamte Areal der SBB-Bahnhöfe einschliesslich der Aussenbereiche auszuweiten.
Andere Bahnsysteme zeigen, dass weitergehende Regeln möglich sind
In den Niederlanden sind Bahnhöfe und Perrons seit dem 1. Oktober 2020 rauchfrei. NS und ProRail hatten zuvor die Raucheinrichtungen auf den Perrons vollständig entfernt. [15] Eine Kampagne von 2024 machte erneut auf die Regeln aufmerksam und erinnerte daran, dass das Verbot auch für E-Zigaretten gilt. [16] Diese Veröffentlichungen dokumentieren sowohl die Regelung als auch die fortlaufenden Bemühungen um ihre Umsetzung.
Bei der NMBS gilt seit dem 1. Januar 2023 ein Rauch- und Dampfverbot in sämtlichen Bahnhofsbereichen, einschliesslich der Perrons unter freiem Himmel. In ihrer Mitteilung berichtete die NMBS (Belgische Eisenbahnen) über Umfrageergebnisse, nach denen sieben von zehn Fahrgästen rauchfreie Perrons befürworteten; der belgische Verkehrsminister verwies zudem auf eine Zustimmung von 62 Prozent der belgischen Bevölkerung. Die Massnahme sollte Gesundheit, Komfort, Sauberkeit und Klarheit für die Reisenden verbessern. [17] Damit liegt ein Beispiel für umfassenden Schutz vor, für den eine mehrheitliche Zustimmung berichtet wurde.
In Dänemark sind die Perrons der Dänischen Staatsbahnen (DSB) seit Juli 2014 rauchfrei; auch E-Zigaretten sind verboten. Die DSB begründet ihren Verzicht auf ausgewiesene Raucherzonen damit, dass Rauch auch dann andere Fahrgäste beeinträchtigen würde. Deshalb setzt sie auf rauchfreie Perrons. [18]
Rauch- und Dampfverbote auf Perrons im Freien gelten auch in Schweden [19] sowie bei den ÖBB in Österreich [20], Greater Anglia in Grossbritannien [21] und Metro-North im US-Bundesstaat New York [22].
Diese Beispiele zeigen, dass Schutz über geschlossene Räume hinausgehen kann. Die Schweiz sollte aus diesen Ansätzen lernen und klare, durchsetzbare Rauch- und Dampfverbote auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe einführen.
Gesundheit und Umwelt schützen: Zigarettenabfälle und Gewässerschutz
Das Problem an Bahnhöfen geht über Passivrauch hinaus: Auf dem Bahnhofsgelände weggeworfene Zigarettenstummel tragen auch zur Verschmutzung durch Plastik und Mikroplastik bei und setzen Stoffe frei, die Wasserorganismen schädigen können. [23] Weiterführende Informationen zu Zigaretten-Littering: [24] Bereits 2019 berichtete «Der Rheintaler» von geschätzten 550 Kilogramm Zigarettenstummeln pro Tag beziehungsweise 200 Tonnen pro Jahr auf den Gleisen; die SBB bezifferte die damit verbundenen Reinigungskosten auf rund 3 Millionen Franken. [25]
Eine begutachtete Studie schätzte, dass Nikotin aus einem einzigen Stummel unter bestimmten Bedingungen rund 1’000 Liter Wasser in für Wasserorganismen potenziell schädlichen Konzentrationen belasten könnte. [26]
Der Klimawandel dürfte die sommerliche Wasserknappheit in Teilen der Schweiz verschärfen. [27] Der Schutz der Wasserressourcen ist ein weiterer Grund, vermeidbare Belastungen durch Zigarettenabfälle zu verringern.
Wir fordern die Bundesversammlung und den Bundesrat auf:
1. Ein vollständiges Rauch- und Dampfverbot auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe einzuführen, einschliesslich der Aussenbereiche und ohne ausgewiesene Raucherzonen.
2. Für eine wirksame und verhältnismässige Durchsetzung zu sorgen – mit klaren Zuständigkeiten, angemessenen Ressourcen und den erforderlichen rechtlichen Befugnissen.
3. Eine einheitliche Beschilderung vorzuschreiben, bestehende Raucherzonen aufzuheben und Massnahmen gegen die Verschmutzung durch Zigarettenstummel umzusetzen.
4. Gemeinsam mit den Kantonen und der SBB einen Zeitplan für die Umsetzung zu veröffentlichen, die Einhaltung zu überprüfen und über Beschwerden von Fahrgästen sowie die Durchsetzung zu berichten.
Wir unterstützen die SBB und ihre Mitarbeitenden. Klare Regeln und eine praktikable Durchsetzung sollen ihnen helfen, gesündere und sauberere Bahnhöfe für alle bereitzustellen.
INSTITUTIONELLE UNTERSTÜTZUNG
Diese Petition wird von der Lungenliga Schweiz unterstützt. Wir danken ihren engagierten Mitarbeitenden herzlich und würdigen den über 120-jährigen Einsatz der Organisation für die Lungengesundheit und die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Logo der Lungenliga Schweiz, mit Genehmigung verwendet
Wir begrüssen auch die Unterstützung weiterer Organisationen, die unser Ziel vollständig rauch- und dampffreier SBB-Bahnhofsareale einschliesslich der Perrons im Freien teilen.
Unterzeichnen Sie für rauchfreie SBB-Bahnhöfe und einen besseren Schutz aller Fahrgäste.
Eine unabhängige Bürgerpetition.
Quellen und weiterführende Informationen
Quellenstand: 20. Oktober 2026. Einige Quellenbezeichnungen sind gekürzt oder sinngemäss ins Deutsche übertragen.
[1] SBB: Bahnhofordnung.
[2] AT Schweiz: Rauchen am Bahnhof – die SBB zieht die Schraube an (8. September 2025).
[3] Sureda X. et al.: Secondhand Tobacco Smoke Exposure in Open and Semi-Open Settings: A Systematic Review (2013).
[4] WHO: Mitteilung zu Tabakrauchbelastung in Schwangerschaft und Kindheit (16. März 2021).
[5] IARC: Involuntary Smoking – Summary & Evaluation, Volume 83 (Bewertung 2002).
[6] BAG: Basisinformationen zum Passivrauchen (2012), S. 3.
[7] WHO: Tobacco and nicotine – Faktenblatt (26. Juni 2026).
[8] BAG: Auch Passivrauchen schadet der Gesundheit.
[9] pro aere: Passivrauchen – Zahlen und Fakten (weiterführende Informationen).
[10] CDC: Health Problems Caused by Secondhand Smoke.
[11] Wang Z. et al.: Effects of secondhand smoke exposure on asthma morbidity and health care utilization in children: a systematic review and meta-analysis (2015).
[12] CDC: About E-Cigarettes (Vapes).
[13] Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen (SR 818.31), insbesondere Art. 1–3; Fedlex.
[14] passivesmoke.ch: What is the legislation in Switzerland?
[15] NS: Stations en perrons zijn rookvrij (2020).
[16] NS: Een rookvrij station = een gastvrij station (2024).
[17] NMBS: Symbolische actie in het station van Brussel-Zuid ter ondersteuning van rookvrije perrons (10. Januar 2023).
[18] DSB: Røgfri stationer.
[19] Folkhälsomyndigheten: Rauchverbot in Aussenbereichen des öffentlichen Verkehrs.
[20] ÖBB-Infrastruktur: Hausordnung für Bahnhöfe.
[21] Greater Anglia: On Board – häufige Fragen zum Rauchverbot.
[22] MTA / Metro-North: 21 NYCRR 1085, insbesondere § 1085.5(o) (Stand: 26. Januar 2023).
[23] Schweizerisches Ökotoxzentrum: Zigarettenstummel (August 2019).
[24] stop2drop: Informationen zu Zigaretten-Littering (weiterführende Informationen).
[25] Der Rheintaler: Bahnhöfe ohne Rauch (6. September 2019).
[26] Roder Green A. L., Putschew A., Nehls T.: Littered cigarette butts as a source of nicotine in urban waters (2014).
[27] National Centre for Climate Services (NCCS): Water use.
Die oben erwähnte schriftliche Auskunft des SBB-Kundendiensts vom 16. September 2026 stammt aus privater Korrespondenz.

Bildnachweis: Kecko, «SBB – Smoking Area», Bad Ragaz, 14. August 2020, via Flickr. Lizenz: CC BY 2.0. Titelbild für das Seitenformat zugeschnitten; Foto im Text unverändert.
Aktuelles zur Petition: Facebook.

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The Issue
An die Schweizerische Bundesversammlung und den Bundesrat
Wir fordern ein umfassendes Rauch- und Dampfverbot auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe – einschliesslich der Perrons, Eingänge, Durchgänge und Wartebereiche im Innen- und Aussenbereich – ohne ausgewiesene Raucherzonen. Es soll Zigaretten, E-Zigaretten mit oder ohne Nikotin, Tabakerhitzer sowie andere Rauch- und Dampfprodukte umfassen. Diese Petition fordert Schutz in gemeinsam genutzten Verkehrsräumen, kein allgemeines Rauchverbot in der Schweiz: An anderen Orten, an denen es erlaubt ist, bleibt das Rauchen eine persönliche Entscheidung.
Die SBB bietet ein Verkehrssystem von Weltrang, das wir schätzen und unterstützen möchten. Alle sollen es nutzen können, ohne unfreiwillig Passivrauch (Rauch aus glimmenden Tabakprodukten sowie Rauch, den andere ausatmen) oder Aerosolen von E-Zigaretten ausgesetzt zu sein – insbesondere Kinder und Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Ihr Schutz liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung.
Neu: Wissenschaftliche Evidenzübersicht (Oktober 2026)
Ich habe eine dreisprachige Evidenzübersicht zu rauch- und dampffreien SBB-Bahnhöfen veröffentlicht. Sie richtet sich an Parlament, Behörden und politische Entscheidungsträger und fasst die gesundheitliche Evidenz, die Position des Bundesrats von 2010, internationale Entwicklungen und offene rechtliche Fragen zusammen. Evidenzübersicht lesen →
Warum ausgewiesene Raucherzonen nicht ausreichen
Die SBB setzt seit 2019 auf ausgewiesene Raucherzonen und erlaubt das Rauchen und Dampfen bereits heute nur in diesen Bereichen. [1] [2] Dennoch wird auch ausserhalb dieser Zonen geraucht, und Zigarettenstummel bleiben auf dem Bahnhofsgelände liegen. Selbst wenn die Regeln eingehalten werden, kann Rauch über die markierten Grenzen hinausziehen. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass die Belastung im Freien unter anderem von der Nähe zu rauchenden Personen, dem Wind und der baulichen Umschliessung abhängt. [3]
Im September 2025 berichtete die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT Schweiz) über anhaltende Probleme bei der Einhaltung der Rauchverbote an Bahnhöfen, trotz der Bemühungen der SBB um eine bessere Umsetzung. Die Organisation forderte eine Revision des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen, um insbesondere Kinder und besonders gefährdete Personen besser zu schützen. [2]
In einer schriftlichen Antwort vom 16. September 2026 erklärte der SBB-Kundendienst, dass stichprobenartige Kontrollen stattfinden, eine lückenlose Überwachung aller Bahnhöfe jedoch nicht möglich sei. Zudem fehle die rechtliche Grundlage, um für das Rauchen auf Perrons Bussen zu verhängen. Zu einem umfassenden Verbot nahm die Antwort keine Stellung. Wir bitten deshalb die SBB und die zuständigen Behörden, den Schutz im Rahmen ihrer jeweiligen Befugnisse zu verbessern und die Lücken bei der Durchsetzung zu schliessen.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Passivrauch ist gesundheitsschädlich und krebserregend.
Kinder verdienen rauchfreie Bahnhöfe. «Die Belastung durch Passivrauch wirkt sich auf das Überleben, die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern vor und nach der Geburt aus.» — Dr. Bernadette Daelmans, WHO, 16. März 2021 (eigene Übersetzung). [4]
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Passivrauchen bereits 2002 als krebserregend für Menschen (Gruppe 1) eingestuft. [5] [6] Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen von Passivrauch. [7]
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont die besondere Gefährdung von Kindern durch Passivrauch. Nach Angaben des BAG verlangsamt er das Lungenwachstum und begünstigt Asthma, Lungenentzündungen, Husten sowie Erkrankungen des Mittelohrs. Auch das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) steigt. [8] Weiterführende Informationen zu Passivrauch: [9]
Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erklären, dass es kein gesundheitlich unbedenkliches Mass an Passivrauchbelastung gibt und dass «selbst eine kurze Exposition unmittelbar schaden kann» (eigene Übersetzung). [10] Passivrauch kann Asthmaanfälle auslösen und die Atemwegsgesundheit sowie die Lungenentwicklung von Kindern beeinträchtigen. Die CDC nennen auch koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Lungenkrebs als Folgen der Passivrauchbelastung bei Erwachsenen, die selbst nicht rauchen. Bei Lungenkrebs steigt das Risiko mit der Dauer und dem Ausmass der Belastung. [10]
Eine systematische Übersichtsarbeit stellte zudem fest, dass Kinder mit Asthma, die Passivrauch ausgesetzt waren, häufiger wegen ihres Asthmas hospitalisiert wurden. [11] Diese Erkenntnisse belegen die gesundheitlichen Risiken der Passivrauchbelastung im Allgemeinen; sie beziffern nicht das Risiko eines einzelnen Bahnhofsbesuchs.
Das Aerosol von E-Zigaretten unterscheidet sich von Tabakrauch; ihre Risiken dürfen nicht gleichgesetzt werden. Dennoch kann das Aerosol schädliche Stoffe enthalten, die auch umstehende Personen einatmen. [12] Die Einbeziehung des Dampfens würde gemeinsam genutzte Bahnhofsbereiche vor diesen Emissionen schützen und eine einheitliche Regel schaffen.
Das Schweizer Recht anerkennt bereits die Notwendigkeit des Schutzes vor Passivrauch
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält fest, dass Tabakrauch bereits in kleinen Mengen schädlich ist und Kinder besonders gefährdet sind. [8] Seit dem 1. Mai 2010 verbietet das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen das Rauchen grundsätzlich in geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen und in Räumen, die mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen; gesetzlich festgelegte Ausnahmen bleiben vorbehalten. [13] [14] Wir fordern die Bundesversammlung und den Bundesrat auf, diesen Grundsatz des Gesundheitsschutzes durch ein vollständiges Rauch- und Dampfverbot auf das gesamte Areal der SBB-Bahnhöfe einschliesslich der Aussenbereiche auszuweiten.
Andere Bahnsysteme zeigen, dass weitergehende Regeln möglich sind
In den Niederlanden sind Bahnhöfe und Perrons seit dem 1. Oktober 2020 rauchfrei. NS und ProRail hatten zuvor die Raucheinrichtungen auf den Perrons vollständig entfernt. [15] Eine Kampagne von 2024 machte erneut auf die Regeln aufmerksam und erinnerte daran, dass das Verbot auch für E-Zigaretten gilt. [16] Diese Veröffentlichungen dokumentieren sowohl die Regelung als auch die fortlaufenden Bemühungen um ihre Umsetzung.
Bei der NMBS gilt seit dem 1. Januar 2023 ein Rauch- und Dampfverbot in sämtlichen Bahnhofsbereichen, einschliesslich der Perrons unter freiem Himmel. In ihrer Mitteilung berichtete die NMBS (Belgische Eisenbahnen) über Umfrageergebnisse, nach denen sieben von zehn Fahrgästen rauchfreie Perrons befürworteten; der belgische Verkehrsminister verwies zudem auf eine Zustimmung von 62 Prozent der belgischen Bevölkerung. Die Massnahme sollte Gesundheit, Komfort, Sauberkeit und Klarheit für die Reisenden verbessern. [17] Damit liegt ein Beispiel für umfassenden Schutz vor, für den eine mehrheitliche Zustimmung berichtet wurde.
In Dänemark sind die Perrons der Dänischen Staatsbahnen (DSB) seit Juli 2014 rauchfrei; auch E-Zigaretten sind verboten. Die DSB begründet ihren Verzicht auf ausgewiesene Raucherzonen damit, dass Rauch auch dann andere Fahrgäste beeinträchtigen würde. Deshalb setzt sie auf rauchfreie Perrons. [18]
Rauch- und Dampfverbote auf Perrons im Freien gelten auch in Schweden [19] sowie bei den ÖBB in Österreich [20], Greater Anglia in Grossbritannien [21] und Metro-North im US-Bundesstaat New York [22].
Diese Beispiele zeigen, dass Schutz über geschlossene Räume hinausgehen kann. Die Schweiz sollte aus diesen Ansätzen lernen und klare, durchsetzbare Rauch- und Dampfverbote auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe einführen.
Gesundheit und Umwelt schützen: Zigarettenabfälle und Gewässerschutz
Das Problem an Bahnhöfen geht über Passivrauch hinaus: Auf dem Bahnhofsgelände weggeworfene Zigarettenstummel tragen auch zur Verschmutzung durch Plastik und Mikroplastik bei und setzen Stoffe frei, die Wasserorganismen schädigen können. [23] Weiterführende Informationen zu Zigaretten-Littering: [24] Bereits 2019 berichtete «Der Rheintaler» von geschätzten 550 Kilogramm Zigarettenstummeln pro Tag beziehungsweise 200 Tonnen pro Jahr auf den Gleisen; die SBB bezifferte die damit verbundenen Reinigungskosten auf rund 3 Millionen Franken. [25]
Eine begutachtete Studie schätzte, dass Nikotin aus einem einzigen Stummel unter bestimmten Bedingungen rund 1’000 Liter Wasser in für Wasserorganismen potenziell schädlichen Konzentrationen belasten könnte. [26]
Der Klimawandel dürfte die sommerliche Wasserknappheit in Teilen der Schweiz verschärfen. [27] Der Schutz der Wasserressourcen ist ein weiterer Grund, vermeidbare Belastungen durch Zigarettenabfälle zu verringern.
Wir fordern die Bundesversammlung und den Bundesrat auf:
1. Ein vollständiges Rauch- und Dampfverbot auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe einzuführen, einschliesslich der Aussenbereiche und ohne ausgewiesene Raucherzonen.
2. Für eine wirksame und verhältnismässige Durchsetzung zu sorgen – mit klaren Zuständigkeiten, angemessenen Ressourcen und den erforderlichen rechtlichen Befugnissen.
3. Eine einheitliche Beschilderung vorzuschreiben, bestehende Raucherzonen aufzuheben und Massnahmen gegen die Verschmutzung durch Zigarettenstummel umzusetzen.
4. Gemeinsam mit den Kantonen und der SBB einen Zeitplan für die Umsetzung zu veröffentlichen, die Einhaltung zu überprüfen und über Beschwerden von Fahrgästen sowie die Durchsetzung zu berichten.
Wir unterstützen die SBB und ihre Mitarbeitenden. Klare Regeln und eine praktikable Durchsetzung sollen ihnen helfen, gesündere und sauberere Bahnhöfe für alle bereitzustellen.
INSTITUTIONELLE UNTERSTÜTZUNG
Diese Petition wird von der Lungenliga Schweiz unterstützt. Wir danken ihren engagierten Mitarbeitenden herzlich und würdigen den über 120-jährigen Einsatz der Organisation für die Lungengesundheit und die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Logo der Lungenliga Schweiz, mit Genehmigung verwendet
Wir begrüssen auch die Unterstützung weiterer Organisationen, die unser Ziel vollständig rauch- und dampffreier SBB-Bahnhofsareale einschliesslich der Perrons im Freien teilen.
Unterzeichnen Sie für rauchfreie SBB-Bahnhöfe und einen besseren Schutz aller Fahrgäste.
Eine unabhängige Bürgerpetition.
Quellen und weiterführende Informationen
Quellenstand: 20. Oktober 2026. Einige Quellenbezeichnungen sind gekürzt oder sinngemäss ins Deutsche übertragen.
[1] SBB: Bahnhofordnung.
[2] AT Schweiz: Rauchen am Bahnhof – die SBB zieht die Schraube an (8. September 2025).
[3] Sureda X. et al.: Secondhand Tobacco Smoke Exposure in Open and Semi-Open Settings: A Systematic Review (2013).
[4] WHO: Mitteilung zu Tabakrauchbelastung in Schwangerschaft und Kindheit (16. März 2021).
[5] IARC: Involuntary Smoking – Summary & Evaluation, Volume 83 (Bewertung 2002).
[6] BAG: Basisinformationen zum Passivrauchen (2012), S. 3.
[7] WHO: Tobacco and nicotine – Faktenblatt (26. Juni 2026).
[8] BAG: Auch Passivrauchen schadet der Gesundheit.
[9] pro aere: Passivrauchen – Zahlen und Fakten (weiterführende Informationen).
[10] CDC: Health Problems Caused by Secondhand Smoke.
[11] Wang Z. et al.: Effects of secondhand smoke exposure on asthma morbidity and health care utilization in children: a systematic review and meta-analysis (2015).
[12] CDC: About E-Cigarettes (Vapes).
[13] Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen (SR 818.31), insbesondere Art. 1–3; Fedlex.
[14] passivesmoke.ch: What is the legislation in Switzerland?
[15] NS: Stations en perrons zijn rookvrij (2020).
[16] NS: Een rookvrij station = een gastvrij station (2024).
[17] NMBS: Symbolische actie in het station van Brussel-Zuid ter ondersteuning van rookvrije perrons (10. Januar 2023).
[18] DSB: Røgfri stationer.
[19] Folkhälsomyndigheten: Rauchverbot in Aussenbereichen des öffentlichen Verkehrs.
[20] ÖBB-Infrastruktur: Hausordnung für Bahnhöfe.
[21] Greater Anglia: On Board – häufige Fragen zum Rauchverbot.
[22] MTA / Metro-North: 21 NYCRR 1085, insbesondere § 1085.5(o) (Stand: 26. Januar 2023).
[23] Schweizerisches Ökotoxzentrum: Zigarettenstummel (August 2019).
[24] stop2drop: Informationen zu Zigaretten-Littering (weiterführende Informationen).
[25] Der Rheintaler: Bahnhöfe ohne Rauch (6. September 2019).
[26] Roder Green A. L., Putschew A., Nehls T.: Littered cigarette butts as a source of nicotine in urban waters (2014).
[27] National Centre for Climate Services (NCCS): Water use.
Die oben erwähnte schriftliche Auskunft des SBB-Kundendiensts vom 16. September 2026 stammt aus privater Korrespondenz.

Bildnachweis: Kecko, «SBB – Smoking Area», Bad Ragaz, 14. August 2020, via Flickr. Lizenz: CC BY 2.0. Titelbild für das Seitenformat zugeschnitten; Foto im Text unverändert.
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Petition created on September 16, 2026