Rauchfreie SBB-Bahnhöfe – für alle

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The Issue

An die Schweizerische Bundesversammlung und den Bundesrat

Wir fordern ein umfassendes Rauch- und Dampfverbot auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe – einschliesslich der Perrons, Eingänge, Durchgänge und Wartebereiche im Innen- und Aussenbereich – ohne ausgewiesene Raucherzonen. Es soll Zigaretten, E-Zigaretten mit oder ohne Nikotin, Tabakerhitzer sowie andere Rauch- und Dampfprodukte umfassen. Diese Petition fordert Schutz in gemeinsam genutzten Verkehrsräumen, kein allgemeines Rauchverbot in der Schweiz: An anderen Orten, an denen es erlaubt ist, bleibt das Rauchen eine persönliche Entscheidung.

Die SBB bietet ein Verkehrssystem von Weltrang, das wir schätzen und unterstützen möchten. Alle sollen es nutzen können, ohne unfreiwillig Tabakrauch oder Aerosolen von E-Zigaretten ausgesetzt zu sein – insbesondere Kinder und Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Ihr Schutz liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung.

Warum ausgewiesene Raucherzonen nicht ausreichen

Die SBB setzt seit 2019 auf ausgewiesene Raucherzonen und erlaubt das Rauchen und Dampfen bereits heute nur in diesen Bereichen. Dennoch wird auch ausserhalb dieser Zonen geraucht, und Zigarettenstummel bleiben auf dem Bahnhofsgelände liegen. Selbst wenn die Regeln eingehalten werden, kann Rauch über die markierten Grenzen hinausziehen. Forschungsarbeiten zeigen, dass die Belastung im Freien unter anderem von der Nähe zu rauchenden Personen, dem Wind und der baulichen Umschliessung abhängt. SBB-Bahnhofordnung​, Sureda und Kollegen, 2013

Im September 2025 berichtete die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT Schweiz) über anhaltende Probleme bei der Einhaltung der Rauchverbote an Bahnhöfen, trotz der Bemühungen der SBB um eine bessere Umsetzung. Die Organisation forderte eine Revision des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen, um insbesondere Kinder und besonders gefährdete Personen besser zu schützen. AT Schweiz, 2025

In einer schriftlichen Antwort vom 16. September 2026 erklärte der SBB-Kundendienst, dass stichprobenartige Kontrollen stattfinden, eine lückenlose Überwachung aller Bahnhöfe jedoch nicht möglich sei. Zudem fehle die rechtliche Grundlage, um für das Rauchen auf Perrons Bussen zu verhängen. Zu einem umfassenden Verbot nahm die Antwort keine Stellung. Wir bitten deshalb die SBB und die zuständigen Behörden, den Schutz im Rahmen ihrer jeweiligen Befugnisse zu verbessern und die Lücken bei der Durchsetzung zu schliessen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Passivrauch schadet der Gesundheit

Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erklären, dass es kein gesundheitlich unbedenkliches Mass an Passivrauchbelastung gibt und dass «selbst eine kurze Exposition unmittelbar schaden kann» (eigene Übersetzung). Passivrauch kann Asthmaanfälle auslösen und die Atemwegsgesundheit sowie die Lungenentwicklung von Kindern beeinträchtigen. Die CDC nennen auch koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Lungenkrebs als Folgen der Passivrauchbelastung bei Erwachsenen, die selbst nicht rauchen. Bei Lungenkrebs steigt das Risiko mit der Dauer und dem Ausmass der Belastung. CDC: Gesundheitliche Folgen von Passivrauch

Eine systematische Übersichtsarbeit stellte zudem fest, dass Kinder mit Asthma, die Passivrauch ausgesetzt waren, häufiger wegen ihres Asthmas ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Diese Erkenntnisse belegen die gesundheitlichen Risiken der Passivrauchbelastung im Allgemeinen; sie beziffern nicht das Risiko eines einzelnen Bahnhofsbesuchs. Wang und Kollegen, 2015

Das Aerosol von E-Zigaretten unterscheidet sich von Tabakrauch; ihre Risiken dürfen nicht gleichgesetzt werden. Dennoch kann das Aerosol schädliche Stoffe enthalten, die auch umstehende Personen einatmen. Die Einbeziehung des Dampfens würde gemeinsam genutzte Bahnhofsbereiche vor diesen Emissionen schützen und eine einheitliche Regel schaffen. CDC: E-Zigaretten

Das Schweizer Recht anerkennt bereits die Notwendigkeit des Schutzes vor Passivrauch

Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält fest, dass Tabakrauch bereits in kleinen Mengen schädlich ist und Kinder besonders gefährdet sind. Seit dem 1. Mai 2010 verbietet das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen das Rauchen grundsätzlich in geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen und in Räumen, die mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen; gesetzlich festgelegte Ausnahmen bleiben vorbehalten. Bundesgesetz, Artikel 1–2​, passivesmoke.ch. Wir fordern die Bundesversammlung und den Bundesrat auf, diesen Grundsatz des Gesundheitsschutzes durch ein vollständiges Rauch- und Dampfverbot auf das gesamte Areal der SBB-Bahnhöfe einschliesslich der Aussenbereiche auszuweiten.

Andere Bahnsysteme zeigen, dass weitergehende Regeln möglich sind

In den Niederlanden sind Bahnhöfe und Perrons seit dem 1. Oktober 2020 rauchfrei. NS und ProRail hatten zuvor die Raucheinrichtungen auf den Perrons vollständig entfernt. Eine Kampagne von 2024 machte erneut auf die Regeln aufmerksam und erinnerte daran, dass das Verbot auch für E-Zigaretten gilt. Diese Veröffentlichungen dokumentieren sowohl die Regelung als auch die fortlaufenden Bemühungen um ihre Umsetzung. NS: Rauchfreie Bahnhöfe und Perrons, 2020​, NS: Ein rauchfreier Bahnhof ist ein einladender Bahnhof, 2024

Belgien verbietet seit dem 1. Januar 2023 das Rauchen und Dampfen in sämtlichen Bahnhofsbereichen, einschliesslich der Perrons unter freiem Himmel. In ihrer Mitteilung berichtete die NMBS (Belgische Eisenbahnen) über Umfrageergebnisse, nach denen sieben von zehn Fahrgästen rauchfreie Perrons befürworteten; der belgische Verkehrsminister verwies zudem auf eine Zustimmung von 62 Prozent der belgischen Bevölkerung. Die Massnahme sollte Gesundheit, Komfort, Sauberkeit und Klarheit für die Reisenden verbessern. Damit liegt ein Beispiel für umfassenden Schutz vor, für den eine mehrheitliche Zustimmung berichtet wurde. NMBS, 2023

In Dänemark sind die Perrons der Dänischen Staatsbahnen (DSB) seit Juli 2014 rauchfrei; auch E-Zigaretten sind verboten. Die DSB begründet ihren Verzicht auf ausgewiesene Raucherzonen damit, dass Rauch auch dann andere Fahrgäste beeinträchtigen würde. Deshalb setzt sie auf rauchfreie Perrons. Dänische Staatsbahnen (DSB): Rauchfreie Bahnhöfe

Rauchen und Dampfen sind auch auf Perrons des öffentlichen Verkehrs im Freien in Schweden, an den Bahnhöfen von Greater Anglia in Grossbritannien einschliesslich der Perrons im Freien sowie auf den Perrons von Metro-North im US-Bundesstaat New York verboten – um nur einige Beispiele zu nennen.

Diese Beispiele zeigen, dass Schutz über geschlossene Räume hinausgehen kann. Die Schweiz sollte aus diesen Ansätzen lernen und klare, durchsetzbare Rauch- und Dampfverbote auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe einführen.

Gesundheit und Umwelt schützen: Unser Wasser ist zu kostbar für Zigarettenabfälle

Das Problem an Bahnhöfen geht über Passivrauch hinaus: Auf dem Bahnhofsgelände weggeworfene Zigarettenstummel tragen auch zur Verschmutzung durch Plastik und Mikroplastik bei und setzen Stoffe frei, die Wasserorganismen schädigen können. Schweizerisches Ökotoxzentrum​; stop2drop. Bereits 2019 berichtete der Rheintaler von geschätzten 550 Kilogramm Zigarettenstummeln pro Tag beziehungsweise 200 Tonnen pro Jahr auf den Gleisen; die SBB bezifferten die damit verbundenen Reinigungskosten auf rund 3 Millionen Franken. Der Rheintaler, 6. September 2019

Eine begutachtete Studie schätzte, dass Nikotin aus einem einzigen Stummel unter bestimmten Bedingungen rund 1’000 Liter Wasser in für Wasserorganismen potenziell schädlichen Konzentrationen belasten könnte. Roder Green und Kollegen, 2014 . 

Der Klimawandel dürfte die sommerliche Wasserknappheit in Teilen der Schweiz verschärfen. National Centre for Climate Services (NCCS) – Netzwerk des Schweizer Bundes für Klimadienstleistungen. Sollten wir unsere wertvollen Wasserressourcen nicht für Trinkwasser, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion schützen – statt sie durch achtlos auf Perrons und im Gleisbereich entsorgte Zigarettenstummel zu gefährden?

Wir fordern die Bundesversammlung und den Bundesrat auf:

1. Ein vollständiges Rauch- und Dampfverbot auf dem gesamten Areal der SBB-Bahnhöfe einzuführen, einschliesslich der Aussenbereiche und ohne ausgewiesene Raucherzonen.

2. Für eine wirksame und verhältnismässige Durchsetzung zu sorgen – mit klaren Zuständigkeiten, angemessenen Ressourcen und den erforderlichen rechtlichen Befugnissen.

3. Eine einheitliche Beschilderung vorzuschreiben, bestehende Raucherzonen aufzuheben und Massnahmen gegen die Verschmutzung durch Zigarettenstummel umzusetzen.

4. Gemeinsam mit den Kantonen und der SBB einen Zeitplan für die Umsetzung zu veröffentlichen, die Einhaltung zu überprüfen und über Beschwerden von Fahrgästen sowie die Durchsetzung zu berichten.


Wir unterstützen die SBB und ihre Mitarbeitenden. Klare Regeln und eine praktikable Durchsetzung sollen ihnen helfen, gesündere und sauberere Bahnhöfe für alle bereitzustellen.

Unterzeichnen Sie für rauchfreie SBB-Bahnhöfe und einen besseren Schutz aller Fahrgäste.

Eine unabhängige Bürgerpetition.

Foto von Kecko: SBB-Raucherbereich in Bad Ragaz, 14. August 2020.

 

Bildnachweis: Kecko, «SBB – Smoking Area», Bad Ragaz, 14. August 2020, via Flickr. Lizenz: CC BY 2.0. Titelbild für das Seitenformat zugeschnitten; Foto im Text unverändert.

Aktuelles zur Petition: Facebook.

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