
Liebe Mitstreiter/innen,
Klimaschutz ja, aber er würde sehr teuer werden. - So heute unsere Bundeskanzlerin. Darauf hin warnen andere Politiker (Bouffier), unser Wohlstand könne unter den Klimaschutzmaßnahmen leiden ...
Nein, Klimaschutz muss überhaupt nicht teuer sein, denn die beste Klimaschutzmaßnahmen wäre unsere zukünftige Bescheidenheit und Sparsamkeit und Bereitschaft zur Entschleunigung.
Wir würden nicht nur CO2-Ausstoss und Energieverbrauch sparen, sondern auch eine Menge Geld. Dazu hatte ich vor einigen Wochen einen Artikel geschrieben, den ich hier gerne noch einmal wiedergebe. *)
Übrigens sind wir nun einschließlich der 115 manuellen Unterschriften bei 3.721 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern dieser Petition gegen die 5G-Mobilfunkstrahlung, für die die Telekom übrigens täglich einen - natürlichen posisitven - Werbespot im TV laufen lässt . . .
Danke für eure Unterstützung gegen 5G und gute Grüße von
Stefan W.
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*) „Angesichts des Klimawandels bitte sparsam mit den Ressourcen umgehen.“
Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört oder gelesen,
oder ihn selbst als Appell an andere gerichtet. Dabei muss
uns aber klar sein, oder erst einmal bewusst werden, dass
dieses „sparsam mit Ressourcen umgehen“ mit
einem grundsätzlich sparsamen Lebensstil beginnen
muss. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren
Sparsamkeit, Schonen und Bewahren nicht nur eine
Notwendigkeit des relativ armen Teils der Bevölkerung,
sondern sie waren ein ethischer Akt, ein Teil der
Gesellschaftsmoral. Wer auch nur annähernd verschwenderisch
lebte, wurde als unmoralisch angesehen. Vielmehr war es für „arm und
reich“ selbstverständlich, den abgetragenen Anzug zum
Schneider zu bringen, um ihn wenden zu lassen, oder die
Socken und Unterwäsche zu flicken und zu stopfen.
Dann kam es durch Inflation und Krieg einerseits zu der
Erkenntnis und Erfahrung, dass Erspartes entwertet
werden kann und Gespartes dennoch vernichtet wird, und
andererseits kam es im Rahmen des deutschen
Wirtschaftswunders zunehmend zur raschen
Technisierung in der Privat- und Arbeitswelt.
Mit Technisierung in der Privat und Arbeitswelt. Mit dem
ersten „Käfer“, der in Wolfsburg vom Band rollte war
klar: Deutschland wird und bleibt ein Autoland.
Jeder – nicht nur technische – Fortschritt trifft die
überlieferten und bisher feststehenden Moralgebote in
Mark und Bein, stellt sie in Frage und verlangt nach
neuen oder zumindest „modifizierten“ Moralgeboten,
die, wie sich zeigt, auch und gerade von den ökonomischen
Verhältnissen abhängig sind. Moral wird also auch von dem
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext bestimmt.
Das Thema „Sparsamkeit“ war von da ab nur noch
(notwendiger Weise ) etwas für das „Prekariat“, und/oder
für die Spinner oder „Alternativen“ (als ethischer
Akt).. Genau davon waren die späten 1950er und die
1960/70er Jahre mit ihrem Deutschen Wirtschaftswunder,
mit dem damit einhergehenden gesicherten
mittleren Einkommen und von der Möglichkeit eines
selbstbestimmten Lebensentwurfes geprägt (siehe auch
die „technische“ Erfindung des Ovulationshemmers, der die
sexuelle Moral gehörig auf den Prüfstand stellte).
Da kam die Gesellschaft mit der notwendigen Moralumstellung
nicht mit, und das einzelne Individuum war zunächst auf sich gestellt, was
irgendwie auch zur Orientierungslosigkeit führt/e.
zunächst auf sich gestellt, was zu Orientierungslosigkeit
führte. Das Ergebnis zeigte sich erstmals Ende der 1970er
und in der 1980er Jahre mit dem sauren Regen und dem
Waldsterben. Da aber die Technisierung und (ab den 1990er Jahren) die
ebenso Moral verändernde Digitalisierung, einen finalen
Status Quo nie kannten und wohl auch nie kennen werden
--- es sei denn, der homo sapiens zieht bald die
„Reißleine“ --- sondern immer weiter voranschritten, weitere
Neuerungen brachten und die Moral (erst des Einzelnen und
dann die der Gesellschaft) sich veränderten (im Sinne
von „lockern“), kam es, wie es heute ist: Klimaerwärmung,
Egoismus, Verantwortungslosigkeit, virtuelle Welten,
Überwachungsstaat usw. Nun ist der homo sapiens
aber nicht hoffnungslos instinktgesteuert, sondern er
hat einen Verstand, besitzt Vernunft, kann Entscheidungen
treffen, auch solche gegen die „unmoralische“, verschwenderische und
„immer mehr haben wollende“ Mehrheit. Muss es wirklich
immer das Neueste, das weiter Entwickelte, das Schnellere, das Bequemere sein? [Auto, Smartphone, PC, 5G-Mobilfunk; Malaysia]
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aus: POST für RAVE
Investigatives, freies und unabhängiges Zeitungsblatt für Ravensburg
Ausgabe Nr. 03/19 12. Juli 2019 Auflage: Online v.i.S.d.P.: Stefan Weinert, Ravensburg