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Offener Brief ans gesellschaftliche Gewissen

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Ist das noch mein Land? 

Bundeskanzlerin Merkel hat im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation in Ungarn mal gesagt, dass es nicht mehr ihr Land wäre, wenn sie sich für humanitäre Taten entschuldigen müsse.

Mittlerweile macht mich die Situation in Deutschland ähnlich betroffen.

Da kommt eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern aus Afrika. Was sie alles durchgemacht hat, um hier her zu kommen – ich möchte die Details gar nicht wissen.

Und sie bemüht sich vom ersten Tag an um Integration. Die Tochter geht in die Schule und spricht nach wenigen Monaten schon ziemlich gut deutsch. Und der kleine Bruder geht in die Kita. Und dann kommt die Ablehnung vom Bundesamt. Sie werde zwar mit dem Tode bedroht – aber nicht staatlich, sondern “nur“ aus der Familie. Deshalb soll sie zurück in ein Land, welches zumindest nicht für Rechtstaatlichkeit und Unterstützung Schwacher bekannt ist.

Und dann geht man zum Gericht, um aus humanitären Gründen dagegen vorzugehen. Und plötzlich geht alles ganz schnell: Das Gericht beschließt, dass ein Einzelrichter im rein schriftlichen Verfahren entscheidet. Und dann gibt es den Beschluss des Gerichtes zur Ausweisung binnen eines Monats.

Habt ihr mal versucht, einen Gerichtsbeschluss wegen einem Bauantrag oder einer unbezahlten Forderung schnell zu bekommen? Unter einem Jahr fast nicht drin – oft sehr viel länger.

Und hier geht’s plötzlich ganz schnell… Man macht sich nicht mal die Mühe, die betroffenen Personen anzuhören – Entscheidung nach Aktenlage. Geht man so mit Menschen um?

Auch wenn sie nicht „staatlicher“ Gewalt ausgesetzt sind, haben sie verdammt gute Gründe gehabt, nach Europa zu kommen. Und sie wären ein Gewinn für unser Land – wenn man sie nur ließe.

Es gibt nicht nur politische Fluchtgründe, sondern auch ganz persönliche - zum Beispiel, wenn man mit dem Tode bedroht wird. Als Mutter von zwei kleinen Kindern.

Momentan verdichtet sich so ein wenig der Gedanke, dass man wegen der Bundestagswahl mal richtig harte Hand gegen Flüchtlinge zeigen will. Man will der AfD  die Wähler abfischen und einer vermuteten Mehrheit zeigen, dass man hart gegen Flüchtlinge vorgeht.

Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist. Ich glaube, dass die meisten Menschen in Deutschland dieser Familie helfen würden und auch nicht grundsätzlich gegen Flüchtlinge sind.

 

Ich möchte nicht in einem Land leben, wo Beamte und Richter nach Aktenlage über Schicksale bestimmen, ohne sich grundsätzlich Gedanken zu den Auswirkungen auf die Menschen zu machen bzw. machen zu müssen. Es geht nicht nur um Recht - es geht auch um Menschlichkeit!

Lasst uns die öffentliche Meinung nicht dauernd nur von der AfD bestimmen, die ständig mit irgendeinem Blödsinn Schlagzeilen macht. Lasst uns mal wieder positiv mit der Integration umgehen - lasst uns wieder ein soziales Land werden, für alle Menschen hier.

 

Unterzeichnet von:

Werner Moll, Oberkrämer; Marie-Christin Simms, Berlin; Karin&Klaus Richter; Dagmar Henschel; Yvonne Trenner, Oranienburg; Jörg Ditt, Oberkrämer; Jürgen Schimrock, Oberkrämer; Robert Paul, Oberkrämer; Karin Hoppmann, Oberkrämer; Maria Glorius, Berlin; Friedericke Glorius, Oberkrämer; Regina Feikert, Oberkrämer; Beate Braak, Oberkrämer; Magdalena Gewieß, Velten; Astrid Wohlfart, Oberkrämer; Elisabeth Ladewig, Velten; Nele Poldrack, Leegebruch; Miriam Schülzky, Hennigsdorf; Dr. Christoph Poldrack, Leegebruch; Christin Gode, Oberkrämer; Dr. Wolf Müller-Fabian, Oberkrämer; Gabriele Kleye, Oberkrämer; Ali Kleye, Oberkrämer; Dorothee Buchwald-Krüger, Oberkrämer; Sigrid Tredup-Neumann, Leegebruch; Gerlinde Simms, Oberkrämer; Jürgen Simms, Oberkrämer; Dr. Stephan Glorius, Velten, Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus, Velten

http://fb.me/gGewissen

Offener Brief, verfasst von Werner Moll, Oberkrämer
Unternehmer und ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer in der Initiative
„Willkommen bei uns Oberkrämer, Leegebruch & Velten“  

Diese Petition wird versendet an:
  • Die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland
  • Bundesregierung

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