Petition updateMachen Sie die Straße des 17. Juni autofrei!"Nun wirft ein Fall aus Steglitz neue Fragen auf."
Stefan DraschanAustria
Dec 2, 2025

"Seit Monaten hält die Kritik an der Wiedereinführung von Tempo 50 auf 22 Berliner Hauptstraßen an. Nun wirft ein Fall aus Steglitz neue Fragen auf. Hat die Senatsverkehrsverwaltung sich bei der Überprüfung von Schulwegen entlang der Strecken massiv verzählt?
Davon gehen die Grünen im Fall der Steglitzer Albrechtstraße aus. Auf der Strecke solle künftig zwischen Robert-Lück-Straße und der Neuen Filandastraße wieder Tempo 50 gelten. Dafür sollte die Senatsverkehrsverwaltung prüfen, ob auf dem Abschnitt Schulwege verlaufen, konnte nach eigenen Angaben jedoch kaum Schüler feststellen.

Zwischen 7.30 und 8.20 Uhr zählten die Mitarbeiter am 21. Mai nur 25 Schulkinder, teilte die Senatsverwaltung kürzlich auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Oda Hassepaß (Grüne) mit. Am frühen Nachmittag zwischen 13.15 und 14 Uhr waren des demnach sogar nur fünf Schüler.
Ein aus Sicht vieler Kenner der Gegend unerwartetes Ergebnis – schließlich liegen mehrere Schulen in direkter Nähe der Straße. Die Grünen in Steglitz-Zehlendorf haben daher selbst an unterschiedlichen Stellen der Straße nachgezählt – und kommen zu ganz anderen Werten.
 

932
Schülerinnen und Schüler zählten Eltern im gleichen Zeitraum.
Demnach hätten 772 beziehungsweise 356 Schüler den Abschnitt am Morgen passiert – das 15 bis 30-fache dessen, was die Mitarbeiter der Senatsverwaltung gesehen haben wollen.
 

Doch die Grünen sind nicht die einzigen, die auf derartige Werte kommen. Am vergangenen Freitag haben auch Mitglieder des Netzwerks Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf an der Steglitzer Albrechtstraße nachgezählt. Ihr Ergebnis bei der morgendlichen Zählungen im gleichen Zeitraum: 943 Schüler. Noch einmal deutlich mehr. Allerdings auch „nicht verwunderlich“, kommentierte Friso Friese von der Initiative. Schließlich gebe es mehr als 800 Schüler am nahen Gymnasium Steglitz und circa 300 in der Grundschule in der Plantagenstraße.

Es geht um die Frage, kommen die Kinder da im Pulk. Bei einzelnen Kindern ist der Bürgersteig breit genug.
Eine Sprecherin der Verkehrsverwaltung begründet, warum die Schülerzahl für die Verkehrssicherheit nicht eintscheidend sei
Die Grünen fordern den Senat nun zum Handeln auf. „Wer an einer derart hochfrequentierten Schulweg-Achse wie der westlichen Albrechtstraße Tempo 50 anordnet und sich dabei auf offensichtlich falsche Zahlen stützt, handelt verantwortungslos“, sagte Hassepaß. Der Senat müsse seine Entscheidung für die Albrechtstraße zurücknehmen und auch alle anderen schulnahen Tempo-50-Abschnitte in Berlin noch einmal unabhängig überprüfen lassen.
 
Konfrontiert damit antwortet die Verkehrsverwaltung ausweichend. Zu den Zählungen der Grünen lägen keine genaueren Angaben vor, „daher kann kein direkter Vergleich vorgenommen werden“, teilte eine Sprecherin mit.

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Offenbar spielt die Zahl der Schüler zur Bewertung, ob ein Schulweg vorliegt, für die Verkehrsverwaltung aber ohnehin keine Rolle: „Insbesondere geht es nicht um die Gesamtanzahl an Kindern, sondern um eine mögliche Bündelung von Schülerverkehren“, erklärt die Sprecherin. „Es geht um die Frage, kommen die Kinder da im Pulk. Bei einzelnen Kindern ist der Bürgersteig breit genug.“
Nur in solchen Situationen könnte es passieren, dass die Schüler auf die Straße ausweichen müssen. Auch sei es dann schwerer, heranfahrende Autos zu sehen. „Das konnte nicht festgestellt werden.“ Aussagen, die den SPD-Verkehrspolitiker Tino Schopf fassungslos machen. „Man kann nicht auf Kosten der Kleinsten Wahlkampf für den Autoverkehr führen.“ Die Verkehrsverwaltung müsse sich erklären, wie ihre Zahlen zustande gekommen seien." https://www.tagesspiegel.de/berlin/tempo-50-an-berliner-hauptstrassen-eltern-zahlen-fast-tausend-kinder--der-senat-sieht-dennoch-keinen-schulweg-15009204.html

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