Обновление к петицииMachen Sie die Straße des 17. Juni autofrei!Einfach autofrei heisst die Lösung
Stefan DraschanАвстрия
30 сент. 2024 г.

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Von Stefan Jacobs
Heute, 11:00 Uhr
Vier Tage und Nächte lang war Berlins größter und bekanntester Kreisverkehr in den Osterferien gesperrt, weil die Ampeln von 1997 mit LED-Lichtern und neuer Steuerungstechnik ausgerüstet wurden. Außerdem sollten Sensoren installiert werden, die dem Radverkehr bei großem Andrang längere Grünzeiten verschaffen.
Ein Radfahrer, der den Kreisel auf seinem täglichen Weg ins Büro passiert, berichtet allerdings von subjektiv sogar länger gewordenen Wartezeiten: „Immer öfter sehe ich Fußgänger und Radfahrer, die dort die Geduld verlieren, sich bei Rot über die Übergänge bewegen und damit sich und andere in Gefahr bringen.“
Auf Tagesspiegel-Anfrage versichert die Verkehrsverwaltung, „dass sich an den Zeiten nichts geändert hat“ – mit einer einzigen Ausnahme, bei der der Autoverkehr an einer von Fußgängern „in Laufrichtung bereits passierter Furt“ (also Fahrbahnhälfte, Anm. d. Red.) schneller als zuvor wieder freigegeben wird. Zugleich erklärt ein Experte aus der Verwaltung das hochkomplexe System, nach dem die fünf Ampeln um den Kreisverkehr funktionieren.
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Demnach zählen Induktionsschleifen im Asphalt sämtlicher Zufahrten zum Kreisel den Autoverkehr. Anhand dieser Messungen wird alle Viertelstunden das passende von drei Schaltprogrammen für die aufeinander abgestimmten Ampeln an allen fünf Zu- und Abfahrten des Großen Sterns ausgewählt. Die Umlaufzeiten der Programme, also die Dauer von einem Grünbeginn bis zum nächsten, betragen 60, 70 und 90 Sekunden. Tagsüber ist die Umlaufzeit meist länger, weil dadurch insgesamt mehr Verkehr durchkommt.
 
Bei wenig Verkehr läuft am Großen Stern ein schnelleres Ampelprogramm
Bei wenig Verkehr und entsprechend kürzerer Umlaufzeit bekommen Wartende schneller wieder Grün. Sie müssen sich allerdings selbst darum kümmern – sofern sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Denn Priorität für den Ampelcomputer hat der stetige Abfluss des Autoverkehrs um die Siegessäule, damit sich im Kreisverkehr kein Stau bildet.
 
Das Dauergrün für die ausfahrenden Autos bedeutet zwangsläufig Dauerrot für die Fußgänger an den vom Kreisel wegführenden Fahrbahnhälften. An den hineinführenden Hälften dagegen fällt das Grün für sie quasi nebenbei ab, weil sie parallel zum Verkehr im Kreisel laufen und auch die Einfahrten für Autos gesperrt sein müssen, solange es im Kreisel rund geht.

Entscheidend ist, dass umgehend bei Ankunft an der Querungsstelle die Anforderungstaster bedient werden.
Ein Experte der Verkehrsverwaltung zur Frage, wie man möglichst schnell Grün bekommt.
Für Radfahrer, die den Großen Stern in beiden Richtungen umrunden dürfen, gibt es diese Option nicht, weil für sie kein Stopp auf der Mittelinsel vorgesehen ist. Also müssen bei Radfahrergrün sowohl die Zu- als auch die Abfahrt für den Autoverkehr gesperrt sein.
 
Aber auch Fußgänger wollen nicht ewig auf der Mittelinsel stehen. Deshalb haben alle Ampeln Taster, mit denen Fußgänger und Radfahrer ihr grünes Licht anfordern müssen. Die Schaltprogramme sind der Verwaltung so ausgelegt, dass auch Fußgänger möglichst ohne Stopp auf der Mittelinsel über beide Fahrbahnhälften kommen. Aber an den Ausfahrten bekommen Fußgänger auch nach Tastendruck teilweise nur sieben Sekunden Grün – weil die erwähnte Stauvermeidung vorgeht.

Der Rat des Experten für eilige Fußgänger und Radfahrer: „Entscheidend ist, dass umgehend bei Ankunft an der Querungsstelle die Anforderungstaster bedient werden. Nur allzu oft wird die Anwesenheit bereits wartender Passanten als Indiz für eine bereits durchgeführte Anforderung gewertet.“ Wer sich nur auf andere verlässt, wartet wirklich ewig – oder bekommt nur zufällig Grün, weil in der Gegenrichtung oder am Radweg nebenan jemand gedrückt hat.

Und was ist mit den Sensoren für Radfahrer? Nach Auskunft des Fachmanns stehen an Hofjägerallee, Spreeweg und Altonaer Straße Wärmebildkameras, die nahende Radfahrer erkennen und der Ampel melden. Wenn diese Kameras einen ganzen Pulk von Radfahrern registrieren, kann die Ampelsteuerung deren Grünzeit ein wenig verlängern – sofern der Autoverkehr es zulässt."

 

https://www.tagesspiegel.de/berlin/gruner-wirds-nicht-warum-am-grossen-stern-in-berlin-immer-die-autos-vorfahrt-haben-12442643.html

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