Neuigkeit zur PetitionKita Elfenwiese muss erhalten bleiben!Die 10 größten Mythen zur Schließung der Kita Elfenwiese
Ivonne SteinhorstHamburg, Deutschland
02.04.2026

Die 10 größten Mythen zur Schließung der Kita Elfenwiese

 

                         Menschen sind kein Wirtschaftsfaktor!!!!!

Es wurden von den Verantwortlichen Entscheidungen vom Schreibtisch aus getroffen, ohne Sachkenntnis über die Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung und dessen, was diese Familien brauchen. Wir fassen die 10 größten Scheinargumente zusammen:

 

1.     Die Kita Elfenwiese ist gar nicht die einzige Kita, die Plätze für Kinder mit s.g. EGH -Status anbietet! (Eingliederungshilfe /Förderung für Menschen mit Behinderung)

Das stimmt, es gibt mehrere Kitas im Süderelberaum, die ebenfalls Kitaplatzangebote für Kinder mit Behinderung haben. Tatsächlich ist aber bei den Kindern der Grad der Betroffenheit sehr unterschiedlich. Im Hamburger Kita-Gutscheinsystem wird dies in s.g. Zuschlagstufen eingeteilt. Man kann grob festhalten, dass ab der Zuschlagstufe 3 (Z3) die Kinder mit den erhöhten Förderbedarf gemeint sind. Gerade die Elfenwiese bietet aufgrund ihrer Größe auch einer großen Anzahl von betroffenen Familien Plätze mit hohem Förderbedarf an, was von anderen Kitas so nicht geleistet werden kann.

Diese Kinder benötigen zahlreiche Hilfsmittel, die bei Bedarf sofort zur Hand sein müssen, auch dafür braucht man Platz. Je nach Behinderungsbild ist eine medizinische Fachlichkeit nötig. Manche Kinder müssen sondiert werden, andere sind auf Stehständer angewiesen, wiederum andere leiden unter schwerer Epilepsie. Der Umgang damit stellt höchste Anforderungen an die MitarbeiterInnen. Es bedarf eine Sicherheit im Umgang damit, und die kann es nur geben, wenn entsprechend ausreichend Fachpersonal vorgehalten werden kann.

Die MitarbeiterInnen der Kita Elfenwiese arbeiten seit Jahrzehnten im engen, interdisziplinären Austausch mit den dort festangestellten Therapeutinnen zusammen, wodurch eine kontinuierliche fachliche Abstimmung und gegenseitige Unterstützung im Alltag gewährleistet ist.

 

2. Euch wird doch ein Platz in der Kita Schneverdinger Weg angeboten!

In dieser Kita werden nun Baumaßnahmen ergriffen, die die Schließung der Elfenwiese kompensieren sollen.

Das ist aber so nicht möglich, weil sich bestimmte Rahmenbedingungen einfach nicht reproduzieren lassen.

Allein aufgrund der wesentlich geringeren Anzahl an betroffenen Kindern, die dort aufgenommen werden können, wird es nicht möglich sein, entsprechendes Fachpersonal vorzuhalten. So werden die Therapeutinnen beispielweise dann mit weniger Stunden dort arbeiten müssen, als es in der Elfenwiese der Fall ist; Ausfälle durch Urlaub, Krankheit oder Fortbildung können nicht kompensiert werden und ein Fachaustausch unter den KollegInnen ist nur in begrenzten Zeitfenstern möglich.

Die Räumlichkeiten können dort -trotz starker Bemühungen- nicht entsprechend angepasst werden; beispielsweise sind die oberen Räume des Schneverdinger Weges derzeit noch nicht erreichbar für Kinder z.B. mit einem Rollstuhl. Die Flure bleiben schmal, die Garderoben bleiben eng etc. Die schweren betroffenen Kinder können nur in einem bestimmten Bereich betreut werden. Also werden sie zukünftig ausgegrenzt?!

Die Selbstverständlichkeit, mit der Kinder mit und ohne Behinderung zusammenleben, kann also gar nicht hergestellt werden. Schwer beeinträchtigte Kinder können dort nur eingeschränkt betreut werden – Inklusion wird so praktisch unmöglich.

3. Es kommt doch gar nicht auf den Ort an! Dann wird eben aus der Kita Schneverdinger Weg die neue Kita „Elfenwiese 2.0“!      

Falsch! Es kommt eben doch auf die Örtlichkeit an.

Erstens wurde die Kita Elfenwiese seinerzeit extra für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf gebaut: u.a. mit breiten Fluren, extra Therapieräume, große Pflegebäder, viel Platz für Bewegung, auch im Außengelände.

Zweitens ist die Anbindung zur Schule Elfenwiese und der Schule Nymphenweg mit vielen Vorteilen für die Kinder verbunden.

Es gibt eine Turnhalle, Therapiebecken und das große Luftkissen, was alle Kita-Kinder regelmäßig mitbenutzen. Der Übergang der Kinder zu diesen Schulen kann weich und reibungslos erfolgen. Der gesamte Komplex „Elfenwiese- Nymphenweg“ ist von der Kita über die Schulen bis hin zur Elbe-Werkstatt ein Kompetenzzentraum! Durch die gute Zusammenarbeit aller Institutionen auf dem Gelände ist hier ein Lern- und Lebensort entstanden, der seinesgleichen sucht. Er darf nicht so leichtfertig zerschlagen werden.

Die Nutzung der Räumlichkeiten der Schule, Waldtage, Ausflüge an die Außenmühle wären am neuen Standort nur mit großem Aufwand oder gar nicht mehr möglich.

Wichtige Bestandteil der inklusiven Förderung fielen somit weg.

 

4.Das multiprofessionelle Team kommt doch mit in die neue Kita!

Leider nein. Die Teams der Kita Elfenwiese werden aufgeteilt in die Standorte Kita Baererstraße und Schneverdinger Weg, so dass die Kinder nicht mehr ihre vertrauten Bezugspersonen haben werden. Es bedeutet also, dass die Kinder einen neuen Standort bekommen, mit neuen Kindern und neuen Erzieher*innen. Gerade für Kinder mit Behinderung bedeutet das eine komplett neue Eingewöhnung.

5. Das Gebäude ist moderig und muss saniert werden!

In der Tat muss die Elfenwiese dringend saniert werden! Seit 1999 bewohnen Marder das Dach, und da das Gebäude in all den Jahren nicht hinreichend instandgehalten wurde, hat sich ein sog. Sanierungsstau gebildet, der den Träger nun teuer zu stehen kommt. Dabei sollte man wissen, dass der Träger, die Elbkinder-Vereinigung, das Gebäude unentgeltlich nutzen durfte, aber zu Erhaltungsmaßnahmen verpflichtet war. Ganz offensichtlich wurden die notwendigen Sanierungsarbeiten versäumt! Unfassbar!

 

6. Schuld hat der Marder!

Nein, diese Behauptung ist unehrlich und schlichtweg falsch! Die Schließung der Kita Elfenwiese wurde bereits am 13.06.2025 vom Aufsichtsrat der Elbkinder- Vereinigung abgesegnet! Demnach stand bereits im Sommer die Schließung fest, während im September 2025 hastig der Marder (der seit nun mehr 25 Jahren unter dem Dach wohnt!) als Schließungsgrund vorgeschoben wurde. Kinder wurden noch im September 2025 aufgenommen und eingewöhnt, um sie dann einen Monat später in die Kita Baererstraße neu umzusiedeln. Im November 2025 wurden dann Eltern und Mitarbeiter von Seiten der Geschäftsführung informiert, dass aufgrund des Marderbefalls die Kita Elfenwiese geschlossen werden muss.

 

7. Die Kita Elfenwiese ist ersetzbar!

Nein, sie ist alternativlos! Sie ragt nicht nur aufgrund ihrer Lage, ihrer jahrzehntelang gewachsener Fachkompetenz der MitarbeiterInnen und großen Räumlichkeiten hervor, sondern hat in all den Jahren auch für Entlastung bei den Eltern gesorgt! Die Kita Elfenwiese hat in ihren eigenen Geist entwickelt, der nicht nur für Vertrauen sorgt, sondern stets durch „Herz, Hand und Verstand“ überzeugt.

 

8. Für die Sanierung benötigt man 8,5 bis 10 Millionen Euro-                                                                das ist schon eine Menge Geld!

Ja, wir sprechen hier von mehreren Millionen Euro, die für die Sanierung benötigt wird.

Aber: Wirtschaftlichkeit und Inklusion folgen zwei völlig verschiedene Ideen und man kann beide Phänomene nicht in einen „Topf werfen“! Deutschland hat sich mit einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung zur Inklusion verpflichtet. Sie ist keine „nette Geste“, sondern ein Menschenrecht. Die UN-Behindertenrechtskonventionen gelten tatsächlich auch kommunal und diese Kita hat ein Millionen Investment verdient!

 

9. Die Hamburger Bürgerschaft hat einen Antrag zum Erhalt der Kita Elfenwiese abgelehnt, findet euch endlich damit ab, dass die Kita Elfenwiesegeschlossen wird!                                                                                                                                                                                                                                                                                     Die Stadt Hamburg verlässt hier ihren inklusiven Weg!

Der gesamte Prozess mit der Schließung dieser Schwerpunkt-Kita für Kinder mit Behinderung war von Anfang an unzureichend durchdacht.                                                                                                            Der Hamburger Senat macht einen Rückschritt in der Inklusionspolitik!

Und wenn diese Kita schließt, wird es kein adäquates Kitaplatz-Angebot für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf im Süderelberaum mehr geben!

Deswegen haben wir Eltern ein Bündnis zur Rettung der Kita Elfenwiese gegründet und immer mehr BündnispartnerInnen sind zu uns gestoßen, u.a. Parteien wie die Linke oder die ÖDP. Aber auch die GEW sowie Pro Inklusion haben sich uns angeschlossen.

Zudem liegen dem Bündnis mehrere Stellungnahmen u.a. von Kinderärztinnen und KindertherapeutInnen vor, die sich schriftlich mit höchster Sorge an uns gewandt haben. Alle haben zugesichert, dass sie sich für den Erhalt dieser Kita mit uns verbünden.

 

10. Ich habe keine Kinder oder sie sind bereits aus dem Haus,                                                                   was geht mich also diese Kita an?!

Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderung sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft! Sie brauchen unseren Schutz. Es ist unsere moralische und politische Pflicht sich für die einzusetzen, die nicht selbst für sich kämpfen können!

Fazit

Die Schwerpunktkita Elfenwiese muss!!!!!! erhalten bleiben.

Sie orientierte sich an menschlichen Notwendigkeiten, sie ist ein politisches Statement, dass gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig ist. Eine Schließung aus rein wirtschaftlichen Gründen ist nicht akzeptabel. Stattdessen müssen Lösungen gefunden werden.

 

Wer einen Weg finden will, findet Lösungen.                                                                                                  Wer keinen finden will, findet Gründe.

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