Petition updateKein Krieg!

Schon jetzt im Frieden einander verloren?

Peter Maximilian OchsenbauerMünchen, Germany
Oct 31, 2026

Weißt Du, manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie es sein muss, mitten im Krieg zu leben. Getrennt von den Menschen, die man liebt. Granaten schlagen ein, die Nächte sind voller Angst, es gibt kaum Nahrung, kaum Wärme und keine Gewissheit, ob man den nächsten Morgen noch erleben wird.

Doch das Schlimmste ist vielleicht nicht die Angst um sich selbst. Es ist die Angst um die Menschen, die man zurücklassen musste. Die quälende Ungewissheit, ob sie sicher sind. Ob sie versorgt werden. Ob jemand für sie da ist, wenn sie Hilfe brauchen. Wenn Du hoffst, dass Du morgen noch lebst, weil Du nicht in dieser Ungewissheit gehen willst und Du sie dann zurücklassen musst.

Wenn Du heute Deine Haustür hinter Dir schließen kannst und mit ruhigem Herzen weißt, dass Deine Angehörigen in Sicherheit leben, gut versorgt werden und auf Menschen zählen können, dann lebst Du im Vergleich zu vielen Kriegsopfern beinahe im Paradies.

Aber vielleicht sollten wir uns auch eine andere Frage stellen:

o   Was geschieht mit einer Gesellschaft, lange bevor die ersten Schüsse fallen?
o   Was geschieht, wenn Jung gegen Alt ausgespielt wird?
o   Wenn wir vergessen, dass die Jungen einmal die Alten von morgen sind und die Alten einst die Jungen von gestern waren?
o   Wenn wir beginnen, einander nicht mehr als Mitmenschen, sondern als Belastung, Konkurrenz oder Problem zu betrachten?

Wenn wir Vorurteile pflegen, übereinander urteilen, uns gegenseitig misstrauen und das Gift der Spaltung verbreiten? Wenn Pflegende gegen Pflegebedürftige, Arbeitnehmer gegen Rentner, Einheimische gegen Zugezogene oder Generation gegen Generation gestellt werden?

Dann entsteht eine andere Art von Krieg. Vielleicht noch ohne Waffen. Noch ohne Bomben. Noch ohne zerstörte Häuser. ---  Aber bereits mit zerstörtem Vertrauen.

Denn eine Gesellschaft wird nicht erst durch Granaten verletzt. Sie wird schon vorher verwundet, wenn Menschen aufhören, füreinander einzustehen.

Wahre Sicherheit beginnt deshalb nicht erst bei Armeen, Kasernen und Verteidigungsplänen.

Wahre Sicherheit beginnt dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Wo die Jungen wissen, dass die Alten nicht vergessen werden. Wo die Alten den Jungen Vertrauen schenken und sie unterstützen, ihnen Chancen geben. Wo Nachbarn aufeinander achten, Familien zusammenhalten und niemand Angst haben muss, mit seinen Sorgen allein zu bleiben.

Denn eine Gesellschaft, die sich schon im Frieden gegenseitig bekämpft, wird im Ernstfall kaum zusammenstehen können. Eine Gesellschaft aber, die im Alltag Zusammenhalt lebt, schafft die stärkste Verteidigung überhaupt:

o   Menschen, die sich nicht als Gegner sehen, sondern als Schicksalsgemeinschaft.

Und vielleicht sollten wir genau dort beginnen.
Nicht mit der Frage, wie wir einen Krieg gewinnen,
sondern mit der Frage, wie wir verhindern, dass wir uns schon im Frieden einander verlieren.
Euer Peter Maximilian

62 people signed this week
Sign this petition
Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X