Künstler brauchen Sicherheit – Reformiert die Nichtverlängerung am Theater!

607

Essayons d'atteindre les 1000 signatures !
Les pétitions comptant plus de 1 000 signataires ont 5 fois plus de chances d'aboutir !

Le problème

Deutsch (English below):

Der Fall von Pau & Raúl am Theater Lüneburg zeigt, warum sich etwas ändern muss.

Das Theater Lüneburg ist für Pau Pérez Piqué und Raúl Abentín Arranz weit mehr als nur ein Arbeitsplatz. Über viele Jahre hinweg haben sie hier getanzt, sich künstlerisch weiterentwickelt und ihr Leben in Lüneburg aufgebaut. Die Bühne wurde zu einem wichtigen Teil ihres Zuhauses.

 Doch am 7. Oktober erhielten sie völlig unerwartet die Nachricht, dass geplant ist, ihre Verträge für die Spielzeit 2027/28 nicht zu verlängern. Ohne ein vorheriges Gespräch über ihre berufliche Zukunft und mit nur wenigen Tagen bis zum Anhörungstermin hat diese Mitteilung die beiden tief getroffen.

Pau und Raúl haben über viele Jahre das Publikum mit Produktionen wie „Caravaggio“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Schneewittchen“ und „Tanzwelten 1–3“ begeistert.

Doch ihre Geschichte steht für ein viel größeres Problem.

Es geht nicht nur um Pau und Raúl.

An deutschen Theatern arbeiten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler unter dem Tarifvertrag NV Bühne. Das dort geregelte Nichtverlängerungsverfahren ermöglicht es, befristete Arbeitsverhältnisse zum Ende einer Spielzeit unter bestimmten Voraussetzungen nicht fortzusetzen.

Was rechtlich vorgesehen ist, kann für die betroffenen Menschen dennoch schwerwiegende persönliche und berufliche Folgen haben.

Jahrelange künstlerische Arbeit, gewachsene Beziehungen und ein aufgebautes Leben an einem Ort können plötzlich infrage stehen.

Künstlerische Veränderungen gehören zum Theater. Doch künstlerische Freiheit darf nicht bedeuten, dass die Menschen hinter der Kunst ohne ausreichende Sicherheit und Perspektive bleiben.

Künstlerische Freiheit und soziale Verantwortung müssen Hand in Hand gehen.

Was diese Petition fordert

Diese Petition setzt sich für eine grundlegende Reform der Nichtverlängerungsregelungen im NV Bühne ein und fordert:

1. Mehr Transparenz und frühzeitige Kommunikation. Künstlerinnen und Künstler sollen rechtzeitig über mögliche Nichtverlängerungen informiert werden und eine echte Möglichkeit zum Dialog erhalten.

2. Stärkeren Schutz vor willkürlichen Entscheidungen. Nichtverlängerungen sollen nachvollziehbar begründet werden und wirksam überprüfbar sein.

3. Faire finanzielle Absicherung. Bei Nichtverlängerungen sollen angemessene Abfindungen und Übergangsregelungen vorgesehen werden, die insbesondere die Beschäftigungsdauer berücksichtigen.

4. Mehr Schutz bei einem Wechsel der künstlerischen Leitung. Ein Direktionswechsel allein sollte nicht ausreichen, um langjährige Beschäftigungsverhältnisse zu beenden.

5. Mehr Mitbestimmung und Sicherheit für Kunstschaffende. Künstlerische Beschäftigte brauchen wirksame Beteiligungsrechte und faire berufliche Perspektiven.

Ein gemeinsamer Appell

Diese Petition richtet sich an den Deutschen Bühnenverein, die Theaterleitungen und die Verantwortlichen in der Kulturpolitik.

Sie fordert diese Entscheidungsträger auf, sich gemeinsam mit den Gewerkschaften für eine grundlegende Verbesserung der Nichtverlängerungsregelungen einzusetzen.

Gleichzeitig richtet sich der Appell an die Intendanz des Theater Lüneburg, die geplanten Nichtverlängerungen der Verträge von Pau und Raúl noch einmal zu überdenken.

Heute trifft es Pau und Raúl. Morgen könnte es jede andere Künstlerin und jeden anderen Künstler treffen.

Ein Theater lebt von den Menschen, die jeden Tag ihre Leidenschaft, ihre Kreativität und ihr Leben der Bühne widmen.

Diese Menschen verdienen nicht nur Applaus, sondern auch Respekt, Sicherheit und eine Zukunft.

Unterschreibt diese Petition, damit die Stimmen der Kunstschaffenden gehört werden und sich nachhaltig etwas verändert.

---

English:

Artists Deserve Job Security – Reform Non-Renewal Practices in German Theatres!

The case of Pau & Raúl at Theater Lüneburg shows why change is needed.

Theater Lüneburg is far more than just a workplace for them. Over the years, they have danced here, grown as artists, and built their lives in this city. The stage has become an essential part of what they call home.

Yet on 7 October, they unexpectedly received the news that their contracts are planned to not be renewed for the 2027/28 season. Without any prior discussion about their professional future, and with only a few days before their official hearing, this announcement came as a devastating shock.

Pau Pérez Piqué and Raúl Abentín Arranz have performed for audiences over the years in productions such as Caravaggio, The Bremen Town Musicians, Snow White, and Tanzwelten 1–3, and many more.

But their story represents a much bigger problem.

This Is Not Just About Pau and Raúl

Across Germany, many performing artists work under the NV Bühne collective agreement. Its non-renewal procedure (Nichtverlängerung) allows fixed-term artistic employment contracts to end at the conclusion of a theatre season under certain conditions.

What is legally permitted can still have profound consequences for the people affected.

Years of artistic dedication, professional relationships, and lives built within a community can suddenly be called into question.

We understand that artistic change is an essential part of theatre. But artistic freedom should not mean that the people behind the art are left without adequate security or a clear perspective for their future.

Artistic freedom and social responsibility must go hand in hand.

What We Are Calling For

We support a fundamental reform of the non-renewal provisions under NV Bühne and call for:

1. Greater transparency and early communication. Artists should be informed of potential contract non-renewals well in advance and given a genuine opportunity for dialogue.

2. Stronger protection against arbitrary decisions. Non-renewals should be supported by clear, transparent reasons and subject to meaningful review.

3. Fair financial protection. Appropriate severance compensation and transitional support should be provided in cases of non-renewal, particularly taking into account an artist’s years of service.

4. Greater protection during changes in artistic leadership. A change in artistic direction alone should not be sufficient grounds to end long-standing employment relationships.

5. Greater participation and job security for performing artists. Artists deserve meaningful representation, effective participation rights, and fair, stable professional prospects.

Our Appeal

We call on the German Theatre Association (Deutscher Bühnenverein), theatre managements, and cultural policymakers to work alongside trade unions towards fundamental improvements to the non-renewal system.

At the same time, we sincerely hope that the management of Theater Lüneburg will reconsider the planned non-renewal of their contracts.

Today, it is Pau and Raúl. Tomorrow, it could be any other performing artist.

A theatre lives through the people who dedicate their passion, creativity, and lives to the stage every single day.

These people deserve more than applause. They deserve respect, security, and a future.

Sign this petition to make our voices heard and help bring about meaningful change.

Les décisionnaires

Friedrich von Mansberg
Friedrich von Mansberg
Intendant des Theater Lüneburg
Claudia Schmitz
Claudia Schmitz
Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins

Voix de signataires

Message aux signataires