Arztgespräche am Besten bezahlen !

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Sehr geehrter Jens Spahn,

Ich wende mich mit meiner Petition an Sie als zukünftigen Gesundheitsminister. 

Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt, bevor Sie vereidigt werden, über einen grundsätzlichen Wendepunkt in der Finanzierung des Gesundheitssystems nachzudenken.

Zunächst möchte ich Ihnen mein Anliegen anhand meiner persönlichen Leidensgeschichte darlegen.Ich bin mehrfach chronisch krank und leide unter Psoriarsis-Arthritis.Das ist eine besonders aggressive Form der Schuppenflechte, die sich in Form von fortschreitendem Gelenksrheuma äußert und Sehnen, Muskeln, Knochen und sogar innere Organe beschädigen kann.Diese Erkrankung wurde aber über einen Zeitraum von 15 Jahren nicht erkannt und falsch diagnostiziert, Symptome wurden fälschlicherweise meiner psychischen Verfassung zugeschrieben und selbst in einem schon sehr fortgeschrittenem Zeitpunkt hautärztlich völlig falsch beurteilt  und somit auch wirkungslos behandelt.

Ich weiß durchaus, dass Schuppenflechte sehr schwer diagnostizierbar ist und ich meinen Leidensweg mit sehr vielen Patienten teile. Die Konsequenz für mich ist jedoch, dass sich die Erkrankung durch diese lange Nicht-Behandlung extrem verschlimmert hat , was bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung vermeidbar gewesen wäre.

Rückblickend kann ich sagen, dass sich immer wieder herausgestellt hat, dass Kommunikationsprobleme die Ursache für die falsche Diagnose und Behandlung dieser chronisch unheilbaren Krankheit waren. Diese hatten jedoch nicht nur eine persönliche Dimension zwischen dem jeweiligen Arzt und mir als betroffener Patientin, sondern sie entstanden durch Zeitmangel, Termindruck, Überlastung der Ärzte und mangelndem Vermögen der Ärzte, genau zuzuhören.

Diese Erfahrung teile ich mit unzählig vielen Betroffenen von schweren chronischen Erkrankungen. Es geht hier nicht um individuelle Missverständnisse zwischen dem Arzt und seinen Patienten, sondern darum, dass sich zahlreiche Behandlungsfehler vermeiden ließen, wenn der Arzt sein Geschäftsmodell dadurch finanzieren könnte, dass Beratungsleistungen, Aufklärung, Anamnesegespräche, Behandlungspläne in den Mittelpunkt der medizinischen Leistungen gestellt würden. Insbesondere Kassenpatienten leiden unter mangelnden gründlichen Gesprächen.

Augenblicklich haben Ärzte gar nicht die Wahl, wenn die durchschnittlich 8 (!) Minuten Zeit für einen Patienten zur Verfügung haben. Das mag zur Behandlung einer Erkältung ausreichen, nicht jedoch für komplexere Erkrankungen.

Das Gesundheitssystem in Deutschland könnte sich viel Milliarden Euro einsparen, wenn alle Behandlungsfehler und Fehldiagnosen, die häufig durch Zeitdruck und Zeitmangel entstehen, zukünftig verhindert würden.

Wenn Sie den Mut dazu aufbringen würden, von unwirksamen Pseudoverbesserungen im Koalitionsvertrag ( z .B. 8000 neuen Pflegekräften , von denen dann medizinische Einrichtungen mit jeweils 0,5 Stellen  profitieren würden ) Abstand zu nehmen und anstatt dessen über den Tellerrand des derzeitigen Gesundheitssystems hinauszuschauen, wäre schon viel gewonnen.

Ich konnte nun seit mindestens 30 Jahren aktiv verfolgen, wie sich die Gesundheitspolitik von " Reform" zu " Reform " gehangelt hat, die grundsätzliche Diagnose der Probleme im Gesundheitswesen ebenso erfolglos falsch diagnostiziert wurden oder aus Rücksicht auf die zahlreichen unterschiedlichen Interessensgruppen in dieser Sparte, erfolgreich umschifft wurden und die Probleme wirklich hausgemacht sind. 

Bitte verschließen Sie nicht weiter die Augen vor der Realität kranker Menschen, insbesondere kranker Kassenpatienten, die im Gegensatz zu den Privatpatienten oft monatelang auf wichtige Facharzttermine warten müssen. Bitte verharmlosen Sie nicht länger die Problematik von unzähligen Behandlungsfehlern, die sehr großes Leid für die betroffenen Patienten, bis zu lebenslangen Schädigungen hervorrufen können. Es ist auch nicht sinnvoll, sich an Statistiken über angezeigte Behandlungsfehler, die sich angeblich nur im Promillbereich bewegen sollen, zu orientieren. In einem System, in dem die Patienten, die Beweislast für Behandlungsfehler tragen, werden sich die wenigsten Betroffenen für das Einschlagen eines juristischen Verfahrens oder nur einer Beschwerde entscheiden.

Daher besteht mein Vorschlag darin, die Finanzierungsgrundlagen für die ärztliche Behandlung grundsätzlich zu verändern. Es ist zum Beispiel möglich, je nach der Schwere der Erkrankung unterschiedlich viel Beratungszeit pro Patient zur Verfügung zu stellen. Ein Gespräch zwischen Arzt und Patient gehört immer und grundsätzlich besser finanziert, als ein Laborergebnis, eine Apparateuntersuchung oder eine  Rezeptverschreibung . Operationen dürfen nicht grundsätzlich lukrativer als konservative Behandlungsmethoden sein. Ärzte müssen in mindestens eine intensive Weiterbildung im Beratungsbereich investieren  und einen nicht unwesentlichen Anteil ihrer Ausbildung mit der Erlernung von Kommunikationsverfahren verbringen. 

Dieser " Regimechange " der besonderen Art wird aber nur erfolgreich sein, wenn nicht nur winzige Stellschräubchen in dieser Richtung erfolgen, sondern eine grundsätzliche Umfinanzierung weg von den Apparaten hin zu einer Medizin, die die Beratungsleistung des Arztes als Hauptpunkt der Medizin begreift.

 Wenn sich die sogenannten Reformen im Gesundheitswesen weiterhin im alltäglichen Hick-Hack der unterschiedlichen Interessensvertretern wie Krankenkassen, Pharmaindustrie, Beitragskassen, Privatversicherungen, Beamtenversicherungen, Ärzten und der Politik bewegen, ohne jemals den tieferliegenden Problemen der betroffenen Patienten auf den Grund zu gehen, werden Sie nur ein weiterer Gesundheitsminister sein, der sich erfolglos in diesem Dickicht verstrickt.

Daher verzichte ich ganz bewusst darauf, unzählige Forderungen in meine Petition aufzunehmen. Einige wichtige Forderungen habe ich konkret formuliert.Es geht um nichts weniger, als endlich die Medizin mit ihren eigentlich wunderbaren und zahlreichen Möglichkeiten zu behandeln, dahin zu verändern, dass der Mensch und individuelle Patient wieder in den Mittelpunkt der Gesundheitspolitik gestellt wird.

Das ist kein blumiges wildromantisches Wunschdenken,, sondern konkretes Interesse aller Beitragszahler, die die Patienten von morgen sind.Es geht in der Tat auch um massenhafte Ressourcenverschwendung von öffentlichen Geldern, die durch Doppeluntersuchungen, überflüssigen Untersuchungen, falscher Medikamentation, unnötigen doppelten Ärztegängen, etc.. in der täglichen Praxis die Folge dieses schlechten Beratungsverhaltens im Arzt-Patienten-Verhältnis sind.

Machen Sie die Kehrtwende !

Legen Sie ein Gesundheitskonzept vor, dass diesen Namen verdient!

Nehmen Sie sich die Zeit, sich zu überlegen, wie endlich eine sinnvolle Reform im Gesundheitswesen, echte Verbesserungen für Patienten bringen !

Verschwenden Sie ihre Zeit nicht damit, Mini-Drehstell-Schrauben im politischen Alltag als Reform zu verkaufen !

Kurzweg : Werden sie, Herr Jens Spahn, der erste erfolgreiche Gesundheitsminister der Bundesrepublik Deutschland !

 

 

 



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