
Zur Erinnerung an Linda, Leni, Janni und Rubi.
10. Juni 2021:
Das deutsche Parlament lehnt mehrheitlich folgende sechs Anträge zum Gewaltschutz von Frauen ab:
1. Gewalt an Frauen und Mädchen systematisch bekämpfen – Grundlagen zur erfolgreichen Umsetzung der Istanbul-Konvention schaffen (Drucksache 19/14380)
2. Beratungsangebote für gewaltbetroffene Frauen stärken (Drucksache 19/15379)
3. Verantwortung für Frauen in Frauenhäusern übernehmen (Drucksache 19/15380)
4. Frauenhäuser als Teil des staatlichen Schutzauftrages wahrnehmen (Drucksache 19/15770)
5. Infrastruktur für Betroffene häuslicher Gewalt in Deutschland krisenfest aufstellen (Drucksache 19/19726)
6. Femizide in Deutschland untersuchen, benennen und verhindern (Drucksache 19/23999)
23. November 2021:
"Insbesondere im Bereich der Partnerschaftsgewalt haben wir aber ein sehr erhebliches Dunkelfeld. (...) Dieser Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort, wir haben einen Anstieg [Anmerkung: der Partnerschaftsgewalt] seit 2015 um gut 11 Prozent, was die zunehmende Bedeutung dieses Phänomens auch nochmal unterstreicht"
Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, anlässlich der jährlichen Präsentation der Daten zu Partnerschaftsgewalt auf der diesjährigen Bundespressekonferenz: Seit 6(!) Jahren Beobachtung. Keine Idee, kein Konzept, schon gar keine Strategie.
04. Dezember 2021:
Wieder ist ein Mann unfähig, seine Gefühle zu koordinieren, bzw. zu kontrollieren.
Strukturelle, tradierte Gewalt, wieder mitten in Deutschland.
Dieses Mal bezahlten Linda (40), Leni (10), Janni (8) und Rubi (4) mit ihrem Leben.
Wegsehen und schweigen in der Politik.
Zumindest im Rechts- und Sozialstaat Deutschland.