Solidarisch handeln - Jugendpsyche vor der Triage retten

Solidarisch handeln - Jugendpsyche vor der Triage retten

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Moritz Mittermann hat diese Petition an Gesundheitsministerium und gestartet.

Solidarisch handeln - Jugendpsyche vor der Triage retten

Hallo Welt!

Mein Name ist Moritz Mittermann, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Wiener Neustadt im südlichen Niederösterreich. Derzeit absolviere ich meinen Grundwehrdienst beim österreichischen Bundesheer und bin seit einigen Jahren in der Jugendarbeit aktiv.

Man denkt oft, dass das Leben rosig ist und vergisst dabei, wie viele Menschen Tag für Tag ihr Gesicht hinter einem Vorhang verstecken. Sie setzen ein falsches Lächeln auf und versuchen ihre psychischen Belastungen zu verstecken. Über Probleme schweigt man lieber, anstatt sie offen anzusprechen. Sich etwas von der Seele sprechen ist ein Zeichen der Schwäche, oder nicht? Vor Scham, aus Angst oder sonstigen Gründen schweigen wir. Wir kehren die Probleme nach hinten, aber damit lösen wir sie nicht. Wie eine Teppichkante, die solange nach vorne verschoben wird, bis sie hoch genug ist - um zu stolpern. Und tief zu fallen. Irgendwann holen die Probleme einen ein und dabei zerfressen sie uns innerlich. Wir werden depressiv und trotzdem lachen wir nach außen hin, weil wir nicht schwach sein wollen.

Das ganze klingt vielleicht an den Haaren herbeigezogen, aber das ist es definitiv nicht. Alleine in meinem Umfeld hatte ich schon mehrere Freundinnen und Freunde, die mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten und nicht darüber gesprochen haben;Geschweige denn professionelle Hilfe erhalten haben. Gott sei Dank konnte ihnen aus dem Freundeskreis geholfen werden. Doch wer hilft, wenn die engsten Freundinnen und Freunde nicht mehr weiter wissen? Was können wir tun, um professionelle Hilfe zu bekommen?

Noch vor der Krise zeigten laut einer Studie rund 24 Prozent aller Jugendlichen in Österreich Symptome einer psychischen Erkrankung. Aktuell stehen wir bei einer erschreckenden Quote von 56 Prozent gemäß einer Studie der Donau Uni Krems.  Dabei liegt der Versorgungsgrad für Jugendliche bei nur rund 0,7 Prozent. Noch dazu kommt die Kontingentierung der von der Krankenkasse finanzierten psychischen Behandlungen. Ergo: Sind die Kontingente verbraucht, wird man selbst zu Kasse gebeten. 

Die österreichweit, repräsentative Meinungsumfrage des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (u.a. von der Kronen Zeitung publiziert) hat ergeben, dass es seit dem Beginn der Covid-Pandemie rund 63 Prozent der Schülerinnen und Schüler schlechter geht als noch vor der Krise. Das bedeutet umgerechnet, dass der Großteil einer jeden Klasse mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Diese Tatsache ist aus meiner Sicht sehr alarmierend und zeigt deutliche Missstände auf. 

Als eine offene und entwickelte Gesellschaft sollte es uns ein Anliegen sein und auch eine Pflicht sein, auf unseren Nächsten zu achten, vor allem auf die Zukunft unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund habe ich diese “Open Petition” verfasst, mich gemeinsam mit ein paar Freundinnen und Freunden sowie Expertinnen und Experten in ein Zoom Meeting gesetzt und folgende Forderungen entwickelt:

 

1.) Abschaffung der Kontingentierung

Stell dir vor, Du bist von der Treppe gestürzt und hast dir deinen Arm gebrochen. Aus diesem Grund lässt Du dich von einem Rettungsdienst holen und wirst in das vertraute Krankenhaus in Deiner Nähe gebracht. Dort teilt Dir ein vertrauenserweckender Arzt mit, dass Du keine Behandlung erhältst, weil zu viele Menschen dieselbe Behandlung in diesem Monat bereits in Anspruch genommen haben. Also musst du ohne Behandlung mit gebrochenem Arm nach Hause zurückreisen. Autsch!

Das ist Kontingentierung. Aus diesem sehr unscheinbaren Wort heraus, gibt es keine Erste Hilfe für Menschen mit Symptomen von psychischen Leiden. Daher fordere ich die Abschaffung der Kontingentierung von der Krankenkasse finanzierten psychischen Behandlungsplätzen, denn jeder soll das Recht auf zuverlässige Erstbehandlungen haben.


2.) Bereitstellung flächendeckender kassenfinanzierter psychotherapeutischer Behandlung und Beratung

Die WHO gibt an, dass 3 Prozent aller Jugendlichen (unter 20 Jahren) Zugang zu einer kassenfinanzierten psychotherapeutischen Betreuung haben sollen. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie gibt der ÖBVP (Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie) an, dass mindestens 5 Prozent Versorgungsquote notwendig sind. Aktuell haben wir eine heiße Versorgungsquote von 0,7 Prozent aller Menschen unter 20 Jahren. Dabei weisen 56 Prozent der Jugendlichen eine depressive Symptomatik auf.

Die Forderung ist daher klar: Der von der WHO angegeben Standardwert ist das absolute Minimum an Versorgungsleistung, die ein Land wie Österreich erzielen muss. Das Ziel sollte jedoch sein, die notwendigen 5 Prozent zu erreichen, um niemanden in der Pandemie zurückzulassen. Aus diesem Grund fordere ich die Bundesregierung auf, mehr finanzielle Mittel für kassenfinanzierte psychotherapeutische Behandlung und Beratung in die Hand zu nehmen. Denn hier ist rasche Hilfe notwendig. Schließlich geht es um die Jugendlichen unseres Landes und damit um die Zukunft für Österreich.


3.) Bundesweite seriöse Datenerhebung

Bei der Recherche für diese Petition zum Thema psychische Jugendgesundheit durfte ich feststellen, dass es kaum aktuelle, vom Bund erhobene Daten zu dieser Thematik gibt. Gestützt wurde diese Feststellung in einem Gespräch mit dem ÖBVP, der seit mehreren Jahren auf eine seriöse Datenerhebung pocht. Nur so kann der regionale Bedarf an psychologischer Behandlungsmöglichkeiten fundiert abgeschätzt werden. Mit Freuden schmökerte ich also durch die meines Wissens nach aktuellste statistische Auswertung aus dem Jahr 2011. Daher fordere ich valide Datenerhebungen von Seiten des Gesundheitsministeriums, damit man Probleme direkt am Schirm hat und darauf mit entsprechenden Bedarf reagieren kann.


4.) Entstigmatisierung durch den Lebensraum Schule

Es ist nicht lange her, da habe ich meine Matura abgelegt.  Ich bin mir daher sicher, dass die Schulzeit ein Lebensabschnitt ist, der Menschen ein Leben lang prägt. Um psychische Krankheiten langfristig zu entstigmatisieren muss meiner Ansicht nach genau dort der Hebel angesetzt werden. Mit niederschwelligen, regelmäßigen Beratungsmöglichkeiten nach dem Vorbild der “Fit4School”-Initiative (Psychotherapeutische Beratung in der Schule) ist es möglich, das gesellschaftliche Tabu und Schweigen über psychische Erkrankungen endlich zu brechen. Daher fordere ich einen flächendeckenden, bundesweiten Ausbau eines solchen Konzepts mit fixen Beratungszeiten pro Woche


Die hier von mir genannten statistischen Kennzahlen sind aus mehreren Studien der Donau Uni Krems, meiner privaten Rechercheleistung (so gut es ging, siehe Forderung Nummer drei) sowie aus dem GÖG Bericht des Jahres 2011. 


Es liegt an uns diesem Thema die entsprechende Ernsthaftigkeit und Relevanz zu verleihen. Brechen wir unser Schweigen und stehen wir auf für jene, die sich nicht selbst helfen können. Zeigen wir, was eine solidarische Gemeinschaft bedeutet und wie wir auf unsere Nächsten schauen.

Aus diesem Grund bitte ich Dich um Deine Unterstützung meiner Kampagne, denn es geht um die Gesundheit von tausenden Jugendlichen, um die Gesundheit der Zukunft unserer Gesellschaft!

Mit besten Grüßen
Moritz Mittermann

PS: Besonders freue ich mich natürlich darüber, wenn Du die Petition nicht nur unterschreibst, sondern auch auf Social Media teilst - so können wir diesem Thema die Aufmerksamkeit widmen, das es verdient. 

 

Teile dieses Video in deiner Story, um auch andere darauf aufmerksam zu machen! https://wetransfer.com/downloads/ef23392e04955b7902771e36d19ed7d020211214124030/96eb4c
Vergiss nicht den Link zur Petition einzufügen und Freunde zu markieren, die dieses Thema ebenfalls bewegt!

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