EU Zulassung von Isoglucose zurücknehmen

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In den USA geht man davon aus, dass der Industriezucker Isoglucose ein bedeutender Grund für die weit verbreitete Fettleibigkeit und Diabetes darstellt. Mit aufwendigen und vor allem teuren Aufklärungskampagnen schaffte man es dort einigermaßen den Konsum von Isoglucose zurückzudrängen. Ausgerechnet jetzt hat die EU die Handelsbeschränkungen gegen Isoglucose aufgehoben.

Die Deutschen werden immer dicker
Seit Jahren steigt bei uns die Anzahl von Kinder und Erwachsenen, die an Diabetes Typ 2 erkranken. Die Deutschen sind noch nicht so fettleibig wie die US-Amerikaner, aber kann sich jetzt mit der Einfuhr von Isoglucose schlagartig ändern, denn Isoglucose gilt als besonders gefährlich. Er fördert Fettleber und durch eine Hemmung der Insulinwirkung verstärkt er zudem Diabetes Typ 2. Insbesondere Eis, Softdrinks und Teigwaren werden bereits heute damit versetzt, jedoch nur in geringen Mengen.

Für die Wirtschaft liegen die Gründe für Isoglucose auf der Hand. Der aus GEN-Mais hergestellte Industriezucker ist deutlich günstiger als normaler Haushaltszucker. Bisher gelten Handelsbeschränkungen, welche die Einfuhr des deutlich beschränken. Dank Zuckerquoten ist die Gesamteinfuhrmenge von Isoglucose reglementiert und darf 5 Prozent des gesamten Zuckermarktes nicht übersteigen. Wird der Handel ab Anfang 2017 vollständig freigegeben, so ist davon auszugehen, dass sämtliche Lebensmittel mit dem günstigen aber gefährlichen Zucker versetzt werden.

Isoglucose wird teuer für uns
Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass das Handelsabkommen TTIP droht, wird es auch nach Einschätzungen von Experten im Nachhinein fast unmöglich sein Isoglucose wieder zu verbieten oder auch nur den Gebrauch einzuschränken. In den USA wurden durch teure Marketingkampagnen eine deutliche Reduzierung des Industriezuckers erreicht. Dies führte dort zur Aufgabe sämtlicher Hersteller. Diese wären nach Angeben von Branchenkennern allerdings sehr schnell in der Lage ihre Produktionskapazitäten wieder aufzunehmen und damit den europäischen Markt zu fluten. Folglich droht mit der Erlaubnis von Isoglucose eine Verlagerung der Fettleibigkeit und Diabetes von den USA nach Europa.


Mexiko hat genau diese Herausforderung jetzt bereits zu nehmen. Dank dem Handelsabkommen NAFTA können die US-Produzenten dort Isoglucose frei einführen. Insbesondere unter Kindern und Jugendlichen nimmt dort die Fettleibigkeit seitdem deutlich zu. Jedes dritte Kind, also 6 bis 8 Millionen Kinder zwischen 5 und 11 Jahren, ist dort bereits übergewichtig oder fettleibig. Als Folge hat der Staat Mexiko sämtliche Zuckerprodukte, welche Isoglocose enthalten, im Jahr 2001 mit einer Strafsteuer von 20 Prozent versehen. Zwei Jahre später würde der Staat Mexiko vom US-Hersteller auf Basis des Handelsabkommens NAFTA wegen entgangener Gewinne auf 325 Millionen Dollar verklagt.

Die Gesundheit seiner Bewohner sollte Priorität einer jeden Regierung sein. Der Verbraucherschutz hat dem mexikanischen Staat aber letztendlich 58 Millionen Dollar und die Rücknahme der Strafsteuer gekostet. Damit war der gesetzliche Vorstoß nicht nur wirkungslos, sondern auch noch teuer. Ähnliches wird uns in Europa auch drohen. Aufgrund des deutlich größeren Absatzmarktes werden die Kosten jedoch eher in die Milliarden gehen.



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