Erhöhen Sie die Gehälter im sozialen und betreuenden Bereich

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Das Anliegen

In Menschen investieren: Betreuungskräfte endlich fair bezahlen


Für mehr finanzielle und gesellschaftliche Anerkennung sozialer Betreuungsarbeit


Betreuungskräfte leisten jeden Tag Arbeit, die für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Sie begleiten ältere, kranke, psychisch belastete, traumatisierte oder hilfsbedürftige Menschen. Sie schenken Aufmerksamkeit, Orientierung, Sicherheit, menschliche Nähe und Lebensqualität.

Und trotzdem gehört diese Arbeit häufig zu den Bereichen, in denen Verantwortung, psychische Belastung und Bezahlung in keinem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.

Das muss sich ändern.

 

Warum mir dieses Thema persönlich wichtig ist


Mir ist dieses Thema wichtig, weil ich sehe, wie viel Verantwortung Menschen in sozialen und betreuenden Berufen tragen und wie wenig sich diese Verantwortung oftmals finanziell widerspiegelt.

Betreuung bedeutet nicht einfach, mit Menschen Zeit zu verbringen.

 

Betreuung bedeutet, einen Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen.

Wir arbeiten mit Menschen, die sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Mit Menschen, deren Nervensystem auf ihre Umgebung reagiert, die Erinnerungen und Ängste in sich tragen und die möglicherweise Krieg, Verlust, Gewalt, Vertreibung, Vernachlässigung, Krankheit oder andere schwere Erfahrungen erlebt haben.

Manche dieser Erfahrungen wirken weit über das einzelne Leben hinaus. Wissenschaft und Psychologie beschäftigen sich zunehmend damit, wie traumatische Erfahrungen Familien, Beziehungen, Erziehungsmuster und nachfolgende Generationen beeinflussen können.

 

Betreuungskräfte begegnen den Folgen solcher Lebensgeschichten jeden Tag.

Sie versuchen durch Gespräche, Berührung, Bewegung, Musik, Beschäftigung, Aktivierung, gemeinsames Lachen, Struktur und menschliche Nähe wieder kleine Momente von Sicherheit und Lebensfreude entstehen zu lassen.

Diese Arbeit verlangt Empathie.

Sie verlangt Geduld.

Sie verlangt Verantwortungsbewusstsein.

Und sie verlangt psychische Stabilität.

Doch wie soll ein Mensch dauerhaft anderen Menschen Sicherheit vermitteln, wenn er selbst jeden Monat Angst haben muss, ob das eigene Einkommen für Miete, Lebensmittel, Energie und das tägliche Leben reicht?

 

Wertschätzung darf nicht beim Dankeschön enden


Seit Jahren hören Beschäftigte im sozialen Bereich, ihre Arbeit sei „systemrelevant“, „wertvoll“ und „unverzichtbar“.

Doch echte Wertschätzung zeigt sich nicht nur in Worten.

 

Sie zeigt sich auf der Gehaltsabrechnung.

 

Eine Gesellschaft muss sich fragen, welchen Wert sie der Betreuung von Menschen tatsächlich beimisst.

Wenn Milliardenbeträge für Sicherheit, Verteidigung, Krisenbewältigung und andere politische Bereiche mobilisiert werden können, muss auch genügend Geld vorhanden sein, um diejenigen angemessen zu bezahlen, die täglich versuchen, menschliches Leid zu lindern.

Das bedeutet nicht, andere staatliche Aufgaben gegeneinander auszuspielen.

Es bedeutet, eine grundlegende Frage zu stellen:

Wie viel ist uns der Mensch wert?

Kriege und gesellschaftliche Konflikte hinterlassen nicht nur zerstörte Gebäude. Sie hinterlassen Angst, Trauer, Traumatisierungen, zerbrochene Familien und psychische Belastungen, deren Auswirkungen Menschen teilweise jahrzehntelang begleiten.

Wenn wir langfristig eine friedlichere und gesündere Gesellschaft wollen, müssen wir deshalb nicht nur auf Krisen reagieren.

Wir müssen stärker in Menschen investieren.

In Prävention.

In soziale Sicherheit.

In psychische Gesundheit.

In Pflege.

In Betreuung.

Und in diejenigen, die diese Arbeit jeden Tag leisten.

Unsere Forderungen
Wir fordern Politik, Träger und Verantwortliche dazu auf,

  • die Vergütung von Betreuungskräften spürbar anzuheben und bundesweit angemessene Mindeststandards für die Bezahlung sozialer Betreuungsarbeit zu schaffen,
  • Berufserfahrung, Weiterbildungen und zusätzliche Verantwortung stärker finanziell anzuerkennen,
  • Zuschläge für Wochenend-, Feiertags- und besonders belastende Dienste selbstverständlich und angemessen zu gestalten,
  • die Personalschlüssel in sozialen Einrichtungen so zu verbessern, dass Betreuung tatsächlich menschlich und individuell stattfinden kann,
  • mehr finanzielle Mittel für psychosoziale Betreuung, Traumafolgen, Prävention und soziale Teilhabe bereitzustellen,
  • Beschäftigte in Betreuungsberufen besser vor psychischer Überlastung und Burnout zu schützen,
  • Fortbildungen, Supervision und psychologische Unterstützung für Beschäftigte leichter zugänglich und möglichst vom Arbeitgeber finanziert anzubieten,
  • soziale und betreuende Berufe politisch genauso ernst zu nehmen wie andere gesellschaftlich unverzichtbare Bereiche.

Betreuung ist mehr als Beschäftigung.

Ein Mensch, der einem traumatisierten oder einsamen Menschen zuhört, kann keine Vergangenheit ungeschehen machen.

Aber er kann einen Moment schaffen, in dem dieser Mensch sich sicher fühlt.

Ein Mensch, der mit einem demenziell erkrankten Bewohner ein vertrautes Lied singt, verändert vielleicht nicht dessen Diagnose.

Aber möglicherweise verändert er für einige Minuten dessen gesamte Welt.

Ein Mensch, der einer verzweifelten Person Aufmerksamkeit schenkt, löst nicht sämtliche gesellschaftlichen Probleme.

Aber er erinnert diesen Menschen daran, dass er noch gesehen wird.

Genau darin liegt der Wert dieser Arbeit.

Betreuungskräfte arbeiten dort, wo Statistiken enden und das menschliche Leben beginnt.

Wer andere trägt, muss selbst getragen werden
Wir dürfen nicht weiterhin erwarten, dass Menschen mit Empathie, Geduld und Verantwortungsgefühl die Folgen gesellschaftlicher Probleme auffangen und gleichzeitig selbst finanziell unter Druck stehen.

Wer täglich anderen Menschen Halt gibt, verdient selbst Sicherheit.

Wer Würde bewahrt, verdient Würde.

Wer Menschen begleitet, verdient eine Bezahlung, von der man leben kann.

Deshalb fordern wir:

Mehr Geld für Betreuung.

Mehr Aufmerksamkeit für soziale Berufe.

Mehr Investitionen in Menschen.


Denn eine friedlichere und menschlichere Zukunft entsteht nicht nur dadurch, dass wir auf die nächste Krise vorbereitet sind.

Sie entsteht auch dadurch, dass wir beginnen, die Wunden ernst zu nehmen, die vergangene Krisen hinterlassen haben.

In Menschen zu investieren ist keine Ausgabe ohne Gegenwert.


Es ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.

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JC SchollerPetitionsstarterin/Petitionsstarter

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