Politiker*innen zeigen nur wenig Interesse an Gleichbehandlung zur Mütterrente
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer meiner Mütterrentenpetition,
ich bedanke mich ganz herzlich bei euch allen, dass ihr meine Petition unterschrieben habt und damit zeigt, dass ihr ein starkes Bewusstsein für diese Mütterrenten-Ungerechtigkeit habt und es euch wichtig ist, das sich dieser Zustand auch zeitnah ändert.
Ich bin immer noch sehr berührt über die vielen positiven Rückmeldungen, die ich dazu von Ihnen bekommen habe - es ist einfach klasse!
Doch es ist kaum zu fassen und auch total frustrierend: Einzig die CSU hat die Gleichstellung der Mütterrente in ihrem Wahlprogramm drin stehen!
Um hier den Druck zu verstärken, hatte ich unmittelbar nach dem Start meiner Petition Katrin Schindele, CDU (MdL Baden-Württemberg), Saskia Esken, SPD (MdB und SPD-Ko-Vorsitzende), und auch MdB Markus Kurth von den Grünen angeschrieben und sie um Unterstützung bei der Mütterrenten-Angleichung gebeten.
Das ernüchternde Resultat:
Frau Esken hat leider überhaupt nicht darauf geantwortet.
Und Frau Schindele bedankte sich lediglich allgemeinformuliert für mein Engagement und dass sie mein Anliegen an Klaus Mack, MdB CDU, weiter geleitet habe. Doch von diesem kam bis dato auch keine Rückmeldung.
MdB Markus Kurth (Die Grüne) ließ zwar ausführlich über seinen wissenschaftlichen Mitarbeiter Valentin Vogt wissen, dass das differenziert angesehen müsse, doch dass eben kein Geld für solche Leistungen wie die Mütterrentengleichstellung da sei. Zitat: ...Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Sozialkassen ist es unverzichtbar, dass politische Entscheidungen im Rentensystem auf ihre langfristige Wirksamkeit und soziale Gerechtigkeit hin geprüft werden..."
Mit Verlaub, Herr Kurth: diese Antwort ist eine Verhöhnung all jener Frauen, die nach dem Krieg den Karren aus Deutschlands Dreck gezogen haben, nämlich jene Frauen, die das "Deutsche Wirtschaftswunder" überhaupt erst ermöglicht haben!
Und Ihre Antwort ist auch eine Verleugnung der Tatsache, dass all jene Frauen überhaupt nur dann arbeiten gehen durften, wenn der Ehemann sein Okay dazu gab.
Denn erst 1977 (!), mit der großen Familienrechtsreform, wurde die sogenannte Hausfrauenehe abgeschafft.
Bis 1958 galt nämlich bei Ehepaaren das „Letztentscheidungsrecht des Ehemanns“. Dieser konnte also über Wohnort, Beruf der Frau, Kindererziehung und noch anderes bestimmen. Und er konnte auch jederzeit das Arbeitsverhältnis seiner Frau wieder kündigen!
Vesetzten Sie sich daher doch mal ernsthaft in die damalige Zeit hinein: Führerscheine hatten viele Frauen nicht (und schon gleich gar nicht ein eigenes Auto!) , sie konnten also auch nur sehr erschwert zu einem finanziell attraktiven Arbeitsplatz kommen.
Wie dann also überhaupt in die Rentenkasse einzahlen??
In der kurzen Straße auf dem Dorf, in der ich wohne, ließen sich jedenfalls auf Anhieb mindestens neun Frauen aufzählen, für die dies zutrifft: Kein Führerschein, keinen Beruf, keinen Arbeitsplatz. Und ich bin mir sicher: anderswo, auch in den Städten, war es zu jener Zeit bestimmt kaum anders gewesen!
Allerhöchstens mal für ein paar Stunden schlecht bezahlte Aushilfstätigkeiten waren für die Frauen damals drin, beispielsweise bei uns auf dem Dorf in Heimarbeit Dübel aus den Stanzformen bei der Firma Fischer -Werke auslösen (die berühmten "Fischer-Dübel"), in der örtlichen Bäckerei aushelfen, beim örtlichen Metzger stundenweise Fleisch und Wurst verkaufen... Das wars dann aber auch schon meistens an Arbeitsplatzangeboten gewesen.
Dieser wissenschaftliche Mitarbeiter von Herrn Kurth sollte dazu doch einfach mal bei seine Mutter dazu interviewen, oder seine Tante oder seine Oma!
Bitte bleibt deshalb weiter intensiv mit dran, verbreitet diese wichtige Petition in euren sozialen Netzwerken und auch im Familien-, Freudes- und Bekanntenkreis!
Und sprecht oder schreibt auch eure regionalen politischen Vertreter hierzu an, schärft hier das Bewusstsein zu dieser immer noch bestehenden Ungerechtigkeit.
Ein ganz liebes Dankeschön zu euch - ihr seid echt spitze! :-)
Lizzy