Direkt versichert - Direkt verarscht!

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„Ich kann für meine Person sagen, dass es eine der schöneren Nächte in meinem Leben war“ Horst Seehofer (CSU), Verhandlungsführer der Union

Das war im Juli 2003 und beschrieb die Atmosphäre zwischen Horst Seehofer (CSU) und Ulla Schmidt (SPD) während des (offensichtlich nächtlichen..) Ausarbeiten's der damaligen Gesundheitsreform (GMG = Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung).

Ach, hätten sie in dieser Nacht doch lieber geschlafen!
Kommt doch dieses Zitat geradezu einer Verhöhnung gleich, angesichts der Tatsache, dass ausgerechnet EINE Gruppe zu den großen Verlierern dieser Reform gehören würde - nämlich die Millionen von Rentner, die als ehemalige Arbeitnehmer über eine durch den Arbeitgeber abgeschlossene "Direktversicherung" für sich und ihre Familien eine zusätzliche Altersvorsorge aufgebaut haben.

Denn das Ergebnis dieser "heißen" Nacht bedeutet seither:
Alle DIREKTVERSICHERUNGEN, die zwar über den Arbeitgeber abgeschlossen wurden (übrigens ein von der Politik seinerzeit stark angepriesenes Modell zur eigenverantwortlichen Altersvorsorge), aber von den Arbeitnehmern SELBST, also ohne Zuschuss des Arbeitgebers, bezahlt wurden, wurden auf einmal zu "Betriebsrenten" und NACH Auszahlung des Versicherungsbetrages noch 10 (!!!) Jahre lang mit monatlichen Beiträgen an Kranken- und Pflegeversicherungen belegt.

Was in den meisten Fällen bedeutet: der Arbeitnehmer zahlt 20 bis 25 Jahre monatlich einen festen Betrag in die "Direktversicherung" ein und sobald er die Versicherungssumme erhält - meist kurz vor oder in der Rente - beginnt er noch einmal, 10 (!!) Jahre lang monatlich einen, dann von der Krankenkasse festgelegten, nicht viel niedrigeren Betrag zu bezahlen. Ca. 20% des Auszahlungsbetrages gehen dadurch für den Rentner und seine Familie verloren.

Das ist völlig absurd und muss dringend und sofort geändert werden!
Denn dies ist definitiv eine von der Politik verursachte, d.h. staatlich verordnete Rentenkürzung und damit Bestrafung der Bemühungen von Arbeitnehmern, eigenverantwortlich private Altersvorsorge zu betreiben.

Zusammengefasst: das ist ein Skandal!

Auch weil
=> Verträge, die lange vor 2003 abgeschlossen wurden, einfach in diese "Reform" mit einbezogen wurden, was durchaus als gesetzlich verordneter Vertrauensbruch bezeichnet werden kann.
=> zu keiner Zeit weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber über die Risiken & Nebenwirkungen dieser Neuregelung informiert wurden;
=> nur gesetzlich Versicherte bzw. Arbeinehmer/Rentner mit Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze zur Kasse gebeten werden;
=> sich der Grund für die Reform, nämlich die damals marode Kassenlage der Krankenkassen, mittlerweile erledigt hat;
=> das Vertrauen von mehr als 6 Millionen Betroffener in die Handlungsfähigkeit der Politik dadurch massivst beschädigt wurde und wird.

Denn Fakt ist: die meisten erfahren von diesem "Coup" der Politik erst dann, wenn die Versicherung nach vielen, vielen Jahren zur Auszahlung kommt und die entsprechende Gesellschaft sie auffordert, ihre Krankenkasse zu benennen.
Dann aber ist es für ein Umsteuern natürlich längst zu spät.

So ist es auch mir ergangen: trotz oder gerade weil ich damals in Teilzeit gearbeitet habe, zwei Kinder großzuziehen hatte und schon damals ahnte, dass es ohne zusätzliche private Vorsorge äusserst knapp werden könnte im Alter, nahm ich 1992 das Angebot meines Arbeitgebers gerne an, über ihn eine Direktversicherung abzuschließen - auch wenn ich dadurch auf manches verzichten musste, denn die Beiträge wurden von niemand anderem bezahlt als nur von mir.
Warum daraus nun aber eine "Betriebsrente" entstanden sein soll, erschließt sich mir bis heute beim besten Willen nicht!

Deshalb lautet mein dringender Appell an die Regierungskoalition der Bundesrepublik Deutschland, bestehend aus CDU/CSU und SPD:

BITTE ÜBERPRÜFEN SIE DIE IM NOVEMBER 2003 GETROFFENE ENTSCHEIDUNG UND BEENDEN SIE SOFORT DIE DOPPELVERBEITRAGUNG VON DIREKTVERSICHERUNGEN!

6 Millionen schockierte und enttäuschte Geschädigte und deren Familien haben einen Anspruch darauf.


       

 

 

 

 

 



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