Stefan Weinert88212 Ravensburg, Germany
Jul 25, 2026

Ravensburg, 25. Juli 2026

Liebe Mitstreiterin und lieber Mitstreiter!

Es gibt Tage – und es sind fast so viele, wie das Jahr Werktage hat –, da fragt man/frau sich, ob die Schwäbische Zeitung noch ein journalistisches Organ ist – oder bereits ein Stimmungsinstrument, das nach Lust, Laune und Lokalpolitik klimpert wie eine schlecht gestimmte Drehorgel. Jedenfalls für die, die die "SchwäZ" noch lesen.

Denn heute Morgen - eingerahmt in den "Rutentrubel" (Ravensburger Heimatfest) - wieder einmal zeigt sich das alte Muster der redaktionellen Selektion in der Karlstraße: Über die Petition zur Oberschwabenhalle – Funkstille. Über die  Neugestaltung des Altars in der Weingartner Basilika – ein Feuilleton-Feuerwerk, großflächig, mit Weihrauch und Pathos.

Beide Themen liegen keine fünf Kilometer auseinander. Beide betreffen die Region. Beide betreffen Bürgerinnen und Bürger. Beide liegen im Zuständigkeitsbereich derselben SZ-Journalistin.

Und doch: Das eine wird zur Schlagzeile, das andere zur Schweigezone.

Man/frau könnte fast meinen, die SZ habe eine interne „Relevanz-Ampel“:

Kirchliches Dekor? Grün.
Bürgerpetition gegen kommunale Fehlplanung? Rot.
Demokratische Teilhabe? Gelb, aber nur, wenn’s hübsch in den Ohren der hiesigen Politiker klingt.
Kritik an der Ravensburger Stadtverwaltung? Bitte nicht stören, wir sind gerade im „Wir berichten später vielleicht“-Modus, oder gar dem des "wir dürfen nicht".
Es ist diese Form der selektiven Wahrnehmung, die nicht mehr wie Zufall aussieht, sondern wie redaktionelle Tendenzpflege. Ein bisschen politisch, ein bisschen gesellschaftlich reißerisch – aber bitte nur dort, wo es nicht weh tut.
Die Oberschwabenhalle? Ein Millionenprojekt, ein Symbol für kommunale Prioritäten, ein Ort, an dem Bürgerbeteiligung eigentlich selbstverständlich sein müsste. Doch die SZ behandelt das Thema "Bürger", als wäre es ein verlegter Einkaufszettel: „Ups, vergessen. Vielleicht nächste Woche. Oder nie.“

Und seien wir ehrlich: Wer jetzt auf Wiedergutmachung in einer der nächsten Ausgaben hofft, wirft "Perlen vor die Säue". Da kommt nichts. Da kommt gar nichts. Da ist die Tastatur der Journalistin blockiert, das streikt die Maus, das stürzt der Rechner ab. 

Die SZ ist längst nicht mehr die Zeitung, die sie einmal war. Und das ist auch schon 25 Jahre her. Sie ist ein POPblatt geworden – bunt, laut, aber inhaltlich selektiv wie ein Algorithmus, der nur das ausspielt, was Klicks, Kirchennähe oder kommunale Harmonie verspricht. Dabei ist doch auch gerade die Oberschwabenhalle ein Ort von jährlichen "Lobpreisgottesdiensten mit bis zu 5.000 Betenden. "Ups" - auch das wurde "vergessen". 

... Unter dem folgenden Link könnt ihr (bundesweit) den Artikel nachlesen (es fehlen hier die zwei letzten Absätze) und teilen. Bitte versucht, noch einige Mitunterzeichner/innen zu gewinnen.

Basilika vs. Oberschwabenhalle: Das Schweigen der "Schwäbischen Zeitung" ist lauter als jeder ihrer Artikel. - SCHWAEBISCHES POPBLATT ...
25. Jul. 2026

Mit Dank, freundlichen Grüßen und a schee Ruata!

Euer Stefan Weinert

 

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