Petition updateDas SEZ sanieren und als Sport- und Freizeitfläche für alle wiederöffnen!7. Runder Tisch, Bündnis, Entstehung Bebauungsplan, Gebäudezustand, Grundstückswert, Nutzungsideen
Susanne LorenzBerlin, Germany
Mar 29, 2026

Liebe Unterstützer*innen für den Erhalt des SEZ,

vielen Dank an alle, die am 22.3. mit uns den 45. SEZ-Geburtstag gefeiert und gegen den drohenden Abriss demonstriert haben.

Ein besonderer Dank geht an unsere Redner*innen:
- Dr. Gesine Lötzsch (Die Linke)
- Beatrice Krämer (Elterninitiative Ludwig-Hoffmann-Grundschule)
- Britta Krehl (Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung)
- Günter Reiß (SEZ-Architekt)
- Thomas M. Krüger (Architekt, Ticket B )
…und ans Tanzteam Step by step für die schöne Performance.

Ein paar Impressionen gibt es hier:
https://sez-fuer-alle.de/termine/22-03-2026-45-jahre-sez-geburtstagskundgebung-fur-den-erhalt--xS5dZrroO29faildxMpUJ


Der 7. Runde Tisch SEZ findet am Dienstag, 07.04.2026, um 18.30 Uhr in der Stadtwerkstatt Mitte, Karl-Liebknecht-Straße 11, 10178 Berlin (1. Obergeschoss in den Arkaden, Zugang über Treppe oder Fahrstuhl) statt. Der Einlass beginnt um 18 Uhr.

Vorläufige Tagesordnung:
- Aktuelles und Berichte
- Situation vor Ort und Baustopp
- Auswertung der Anhörung vom 2. März
- Neue Dokumente: Gemeingut-Betriebskonzept, Entwurf „SEZ-Quartier neu denken“, WBM-Bauzustandsgutachten
- Wie weiter?
- Diskussion und Erklärung zum aktuellen Stand)
- Nächste Termine: weitere Aktionen, nächster Runder Tisch
Geplantes Ende: 20 Uhr

Als Gäste sind wie immer auch politische Entscheidungsträger*innen eingeladen.

Gemeinsam mit Gemeingut in BürgerInnenhand, die auch diesen Runden Tisch organisieren, freuen uns über rege Teilnahme. Um Anmeldung bis zum 31.03.2026 unter info@gemeingut.org wird gebeten.

Weitere Informationen:
https://www.gemeingut.org/events/siebter-runder-tisch-sez/


Gemeinsam mit Expert*innen verschiedener Disziplinen (u.a. Architektur, Ingenieurswesen, Stadtentwicklung, Denkmalpflege, Landschaftsarchitektur) arbeiten wir im Bündnis "SEZ-Quartier neu denken" u.a. an der Bereitstellung wichtiger Informationen zum SEZ:
https://www.baustelle-gemeinwohl.de/akteure/buendnis-sez-quartier-neu-denken/


So wurde kürzlich ein Beitrag von Katrin Lompscher (ehemalige Senatorin für Stadtentwicklung, in deren Amtszeit der B-Plan 2-43 beschlossen wurde) und Florian Schmidt (Bezirksstadtrat für Bauen, Planen, Kooperative Stadtentwicklung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg) unter Mitarbeit von Magnus Hengge (LokalBau-Team) zur Genese des Bebauungsplans veröffentlicht:
https://www.baustelle-gemeinwohl.de/2026/03/bplan-2-43-am-sez/


Neben einem Abrissmoratorium und einem offenen und transparenten Prozess zur Zukunft des SEZ fordern wir dringend Maßnahmen, um eine weitere Schädigung des Gebäudes zu verhindern. Neben einer Abdichtung des Dachs müssen unbedingt die Pumpen wieder angestellt werden, um das ins Gebäude (Pumpengrube und Schwallbecken) eingeleitete Regenwasser wie vorgesehen dauerhaft aus dem Gebäude zu führen. Wir haben schon oft darauf hingewiesen, dass durch die Abstellung des Stroms im Dezember 2024 die Pumpen nicht mehr laufen. Entsprechend läuft seither immer mehr Wasser in den Keller des Gebäudes.

Der vier Stunden mit einer Taschenlampe durchs Gebäude gelaufene Gutachter im Auftrag der WBM kennt das Verfahren der Regenentwässerung im SEZ offenbar nicht und hat deshalb irrtümlicherweise eine defekte Abdichtung zum Erdreich angenommen. So steht es im von der WBM an die Abgeordneten versandten Baukurzgutachten, das den „wirtschaftlichen Totalschaden“ des SEZ behauptet. Experten haben diese Behauptung deutlich widerlegt:
www.baustelle-gemeinwohl.de/2026/03/sez-pm2-gutachten-nicht-valide/

Wir fordern eine unabhängige, gründliche Begutachtung des Gebäudes unter der Prämisse, die Sanierungserfordernisse zu eruieren. Frau Prof. Dr. Quatember hatte bei der Anhörung am 2.3. angemerkt, dass sie eine entsprechende Begehung mit Student*innen zur Begutachtung angefragt und aber eine Absage erhalten hatte, obwohl noch Zwischennutzung und Begehungen durch Abgeordnete erfolgten.


Weiterhin fehlt auch Transparenz zu den Kosten der von der WBM und dem Büro Stefan Forster vorgestellten Machbarkeitsstudie für Abriss, Schadstoffsanierung, Leitungsverlegungen und Neubau. Dass eine Wirtschaftlichkeit des Projektes sehr fraglich ist und die WBM ein Rücktrittsrecht vom Projekt hat, haben wir auch schon mehrfach berichtet. Da bei einem Rücktritt der WBM alle bis dahin angefallenen Kosten (auch des Abrisses) vom Land Berlin bzw. seiner Treuhandgesellschaft zu erstatten wären, besteht hier kein finanzielles Risiko für die WBM.


Dass dagegen der Grundstückswert des Filetgrundstücks durch die künftige Wohnbauplanung enorm steigen wird, hatten wir ja schon länger vermutet. Nun hat der Gutachterausschuss tatsächlich eine Neuzuordnung des geplanten Baugrundstücks vorgenommen. Der Bodenrichtwert ist von 2025 mit der Einstufung als "sonstige Fläche" (Sondernutzungsfläche Sport) in Höhe von 20 Euro pro Quadratmeter ab 2026 mit der Einstufung als "baureifes Land/Wohngebiet“ auf 3.800 EUR pro Quadratmeter gestiegen.
https://fbinter.stadt-berlin.de/boris/#app/mainpage

Wenn man das an den privaten Eigentümer für 1 Euro verkaufte Teilgrundstück (Landsberger Allee 77) von 47.581 Quadratmetern (von ursprünglich 8 Hektar) zugrunde legt, wäre das eine theoretische Wertsteigerung um fast 180 Millionen Euro, obwohl das SEZ nach wie vor dort und die Eigentumsfrage nicht abschließend gesichert ist. Tatsächlich scheint der Gutachterausschuss nicht das gesamte Grundstück der anderen BRW-Zone zugeordnet zu haben, womit die theoretische Wertsteigerung geringer ausfällt, aber doch beträchtlich für eine kostenlos eingebrachte Wohnungsbaufläche.

Laut der neuen Seite zum Liegenschaftsgrundvermögen im Geoportal ist aktuell allerdings noch der Liegenschaftsfonds als Eigentümer eingetragen:
https://t1p.de/wtw5m

Wenn die WBM dann aber mal gesichert Eigentümerin ist, hat sie ein sehr wertvolles Grundstück kostenfrei übertragen bekommen, das sich gut in der Bilanz macht und damit auch die Kreditwürdigkeit erhöht.


Interessanterweise hat das von Investoren finanzierte Portal Entwicklungsstadt Berlin bisher eher für einen Abriss des SEZ argumentiert und nun scheinbar doch den Wert des Geländes erkannt und sich erstaunliche Gedanken zur Umnutzung gemacht:
https://www.entwicklungsstadt.de/abriss-oder-transformation-zehn-moegliche-nutzungskonzepte-fuer-das-sez-in-berlin/


Selbstverständlich machen wir als Bürgerinitiative ebenso wie das Bündnis uns ebenfalls viele Gedanken zur künftigen Nutzung des Gebäudes und Geländes. Unser Ziel ist es weiterhin, das SEZ komplett zu erhalten als dringend benötigter Standort für soziale Infrastruktur und dabei vor allem auch sportlicher, kultureller und gemeinwohlorientierter Nutzung für Anwohner*innen und alle Menschen dieser Stadt. Wir hoffen, dass Senat und WBM sich zu einem offenen und transparenten Prozess zur Zukunft des SEZ bereitfinden und dabei eine große Partizipation der Bürger*innen unserer Stadt ermöglichen, sodass alle ihre Ideen und Wünsche einbringen können. Das hat dieses bedeutende innerstädtische Ensemble verdient.


Bitte unterstützen Sie uns weiterhin durch Unterschreiben und Teilen der Petitionen
https://www.change.org/p/das-sez-sanieren-und-als-sport-und-freizeitfläche-für-alle-wiederöffnen
https://www.gemeingut.org/petition-rettet-das-sez/
https://www.gemeingut.org/petition-sez-denkmalschutz/
durch Teilnahme an unseren Demos, Mahnwachen, Infoveranstaltungen, am Runden Tisch SEZ, durch E-Mails oder Briefe an die Abgeordneten und den Landeskonservator sowie Ideen und fachliche Hinweise. Wenn Sie finanziell unterstützen können und möchten, dann gern an Gemeingut in BürgerInnenhand (für Anwälte und Klagen) oder den Förderverein des Stadtmuseums (zur Restaurierung des Architekturmodells) Vielen Dank.
 
Herzlichst, Susanne Lorenz

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