Errichtung von Informationsschildern zum Fütterungsverbot wildlebender Wasservögel

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Im Sommer 2017 kam es zu einem Massensterben von Wasservögeln am Schlossteich von Chemnitz. Auch das beliebte Schwanenpaar verendete. Die Gründe dieser Todesfälle wurden zwar nicht endgültig erforscht, jedoch liegt der Verdacht sehr nahe, dass das gut gemeinte Füttern der Tiere durch die Besucher des Schlossteiches maßgeblichen Anteil am Tod der Vögel hatte. Ein solcher Tod ist vermeidbar. Bei unserer Aufklärungsarbeit vor Ort im Sommer/Herbst 2017 fiel uns mehrfach auf, dass viele Menschen über die Folgen der Fütterung von Wasservögeln nicht oder nur unzureichend informiert sind. Die Ortsgruppe Chemnitz der Tierrechtsorganisation ARIWA, fordert die Stadt Chemnitz daher auf, geeignete Informationsschilder im Schlossteichgelände aufzustellen, die das Füttern der Tiere grundlegend untersagen.
Fütterungen sind überflüssig.
Wildlebende Wasservögel, sind an ihr Leben und die Umgebung perfekt angepasst und daher zu keiner Jahreszeit auf das Füttern durch den Menschen angewiesen. Die natürliche Nahrung unserer Wasservögel (beispielsweise Wasserpflanzen, Insekten, Schnecken) kommt in gesunden Gewässern in ausreichender Menge vor. Auch scheinbar ungünstige natürliche Bedingungen wie das Zufrieren von Wasserflächen sind normaler Teil des Lebens eines wild lebenden Wasservogels, für die er daher Bewältigungsmöglichkeiten hat. Sich Brot zu besorgen, gehört in keinem Fall zum Repertoire. Unser Brot (zer)stört das empfindliche Gleichgewicht des Lebensraumes „Teich“. Das Füttern wildlebender Wasservögel ist ein unverantwortlicher Eingriff in das ökologische Gleichgewicht eines in sich funktionierenden Systems: Dem Gewässer werden Nährstoffe in hoher Dichte zugeführt. Schädliche ALGENBILDUNG ist die Folge, die Algen entziehen durch ihren Stoffwechsel dem Wasser Sauerstoff und bilden Abbauprodukte, und die Zersetzungsprozesse nicht gefressenen Brotes tun ihr Übriges - , der Teich "kippt". Das gefährdet nicht nur das Leben der Vögel, sondern schadet auch den anderen Bewohnern des Schlossteiches, wie Fischen, Wasserpflanzen und Schnecken, die zum Teil ihrerseits die natürliche Nahrung der Wasservögel bilden. Somit entzieht der wohlmeinende fütternde Mensch dem Vogel paradoxerweise die (artgerechte) Nahrung. Das stumme Sterben im Teich sorgt zudem für eine weitere Verschlechterung der Wasserqualität, weil die toten Organismen sich zersetzen. Wo viel Futter ist, gibt es auch viele Interessenten – ein Überangebot an Futter führt möglicherweise zum Überbesatz des Teiches. Revierkämpfe und gestörte Brut können die Folge sein. Der Teich selbst als ein stehendes Gewässer kann mit einer zu hohen Vogeldichte auf Dauer nicht fertigwerden – die Exkremente der vielen Tiere stören das ökologische Gleichgewicht zusätzlich.

„Zahme“ Enten leben gefährlich und ungesund
Durch die Fütterung können Enten und Schwäne die natürliche Scheu vor den Menschen verlieren. Vermeidbare Unfälle, beispielsweise durch Autos oder Hunde, können die Folge sein. Brot ist generell keine ARTGERECHTE Nahrung für Vögel: Es führt wegen seiner ungeeigneten Nährstoffdichte und – zusammensetzung zur Verfettung der Organe und damit zu einer verkürzten Lebenserwartung. Wasservögel lieben Brot, aber Brot ernährt sie nicht gut: Ein von Brot satter Vogel nimmt nicht mehr genügend der Art entsprechendes Futter auf. Das führt letztlich zu gefährlichen Mangelerscheinungen. Altes, zu Fütterzwecken gesammeltes und meist länger zwischengelagertes Brot kontrolliert man nicht immer genau. Es schimmelt manchmal auch unbemerkt, und nicht jede Schimmelspore sieht man sofort. Für die Vögel kann das aber Krankheit und Tod bedeuten.

Botulismus
Häufiger kommt es zu Massensterben unter Wasservögeln durch Botulismus. Verursacht wird die Erkrankung durch ein bakterielles Nervengift, welches von Bakterien gebildet wird, die ohne Sauerstoff leben. Es entsteht, wenn im Gewässer hohe Temperaturen, Sauerstoffmangel und ein großes Nährstoffangebot vorhanden sind. Der bereits ausführlich erläuterte Nährstoffeintrag fördert das Wachstum von Algen, Wasserpflanzen und Kleintieren. Fische und wasserlebende Kleintiere sterben am Sauerstoffmangel und bilden die ideale Nahrungsquelle für das Bakterium. Besonders Kadaver, die im seichten, warmen Wasser liegen, wie Vögel und Kleinnager, können schon nach kurzer Zeit hochgiftig werden. Gleichzeitig werden gewaltige Mengen von Sporen gebildet, die beim Zerfall des Kadavers die Umgebung großflächig verseuchen. Die Wasservögel nehmen das Gift bei der Nahrungssuche auf, erleiden Lähmungen und ersticken qualvoll bei vollem Bewusstsein. Übrigens sind auch die Hunde der Spaziergänger stark gefährdet!


Kosten für die Stadt
Futterreste locken auch andere wild lebende Tiere wie Ratten und Mäuse an. Nicht nur, dass diese als Überträger verschiedenster Krankheiten in Betracht kommen – sie sind, wie bereits dargelegt, einer der großen Risikofaktoren für die Entstehung von Botulismus und können zudem, wenn ihre Kadaver von Hunden benagt oder gefressen werden, das Todesurteil für diese bedeuten. Die Kosten für ein adäquates Schadnagermanagement sowie für die Reinigung des Areals „Schlossteich“ sind von der Stadt Chemnitz zu tragen und könnten gegebenenfalls durch ein Fütterverbot dezimiert werden. Die Bekämpfung selbst bedeutet einen weiteren Eingriff in die Natur, verursacht Kadaver in großen Größenordnungen, ist nicht tierschutzgerecht und birgt zudem auch für andere Tierpopulationen im Gebiet des Schlossteiches eine Gefahr durch das Ausbringen von Gift – entweder durch direkte Aufnahme oder das Fressen verendeter Nager.

„Enten füttern – ein Familienvergnügen“?Kinder lieben (oft) Tiere, und das ist gut und genau richtig so. Es ist daher nur zu verständlich, dass Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Tiere in der Natur erleben und ihnen näherkommen wollen. – Diese Art der Nähe bedeutet aber eine unmittelbare Gefahr für die Vogelwelt auf und das Leben in unseren Gewässern, die sich auch ohne Brotreste bereits mit den Rückständen unseres modernen Lebens herumplagen müssen. Das Beobachten von Wasservögeln beim Gründeln, Schwimmen, beim Kommunizieren, beim Führen ihrer Küken, bei Start und Landung bietet ungezählte bereichernde Momente für Familien, die nicht noch damit „aufgewertet“ werden müssen, dass Brot ins Wasser geworfen wird. Unterstützen SIE uns bitte deshalb mit IHRER Unterschrift, um zu erreichen, dass Informationsschilder rund um den Schlossteich aufgestellt werden. Helfen Sie uns so, gemeinsam das Leben der Chemnitzer Schlossteichbewohner zu schützen. Der Schlossteich braucht kein Brot - aber Ihre Stimme, damit hier auch weiterhin Familien sich an gesunden Wasservögeln erfreuen können.Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Ihr Team von Animal Rights Watch OG Chemnitz



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