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In der Wiener Hofburg droht der Sammlung alter Musikinstrumente das Aus.Stimmen Sie für den Erhalt dieser international renommierten Ausstellung.

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Seit Jahresbeginn herrschen Aufregung und Unsicherheit betreffend das Schicksal der Sammlung alter Musikinstrumente (SAM) in der Neuen Burg in Wien. Die 1993 nach Renovierung wieder eröffnete Musikinstrumenten-Ausstellung, die jährlich von rund 80.000 BesucherInnen besichtigt wird, soll weitgehend aus den Räumlichkeiten der Bel Étage der Neuen Burg verschwinden. Laut KHM-Museumsverband, dem die SAM angehört, solle mit dieser kostspieligen Räumungsaktion dem zukünftigen Haus der Geschichte (HGÖ) Platz gemacht werden.

Die SAM ist eine der bedeutendsten europäischen Sammlung historischer Musikinstrumente und unverzichtbarer Teil der Dokumentation österreichischer Musikgeschichte. In den Medien, in der Kulturpolitik und in Museumskreisen machten jedoch im Januar 2015 Pläne die Runde, die den Abbau von zwei Dritteln der völlig intakten und funktionierenden Musikinstrumenten-Ausstellung vorsehen. Die teils sehr großen Objekte, wie Konzertflügel und Orgeln, müssten um teures Geld der österreichischen SteuerzahlerInnen zerlegt, verpackt und in andere Räume der Neuen Burg verbracht werden, wo sie dann vorerst deponiert würden.
Jede Person, die sich bei einem Umzug der Herausforderung je stellen musste, ein Klavier von A nach B zu bringen – und sei es nur vom zweiten Stock ins Mezzanin – kennt das Problem. Und dieses verschärft sich bei historischen Instrumenten. Denn wertvolle, fragile Instrumente dürfen im Museum ausschließlich mit großem logistischem Aufwand und nur unter Einhaltung hoher restauratorischer und transporttechnischer Standards bewegt werden. So sind empfindlich hohe finanzielle Investitionen nötig, um die Verlagerung von 570 Objekten durchführen zu können.
Wer sich an die Ende 2014 von Kulturminister Dr. J. Ostermayer ausgesprochene Aufforderung erinnert, den Umbau des Weltmuseums (WMW) aus Kostengründen zu redimensionieren, wundert sich nun über die Absicht, eine zeitlos konzipierte, problemlos laufende Ausstellung um hohe Kulturbudget- und Steuergeldsummen abzubauen.
Vor allem bleibt die Frage offen, was nach dem Abtransport der Musikinstrumente mit ihnen passiert. Ist daran gedacht, eine neue Ausstellung mit entsprechender Infrastruktur nach internationalen Standards (Lichtsystem, Vitrinen, Klimatechnik, Audio-Guides, Multimedia Installationen etc.) aufzubauen? Die Gestaltung und Einrichtung einer Ausstellung kostet Millionen – ohne eine entsprechende Sonderfinanzierung ist eine Neuaufstellung daher nicht möglich. Letztendlich bleibt nur die trübe Aussicht, die einzigartigen Instrumente im Depot verstauben zu lassen. Das widerspricht jedoch dem gesetzlichen Auftrag einer staatlich geförderten Sammlung. Der öffentliche Zugang zu den Exponaten des Museums zählt nämlich zu den fundamentalen Bedingungen der österreichischen Museumspolitik. Um nicht gegen die Museumsordnung zu verstoßen, ist es wichtig, dass die SAM ihren gemeinnützigen Zweck auch weiterhin uneingeschränkt erfüllt.

Dass die SAM dem HGÖ geopfert werden müsse, weil es die österreichische Kulturpolitik so will, und es keine räumlichen Alternativen gäbe, ist ein Irrglaube. Selbst in der Neuen Burg stehen nämlich Ausstellungssäle leer, die für das HGÖ geeignet sind – möglicherweise sogar besser, als die denkmalgeschützten Räume der SAM in der Bel Étage. Die Tatsache, dass vom KHM-Museumsverband bisher eine kosteneffiziente Koexistenz der SAM in den Ausstellungssälen der Bel Étage mit dem HGÖ im Mezzanin und auf den Bel Étage-Plateaus nicht ins Auge gefasst wurde und die betroffene Sammlung unverständlicher Weise vom gesamten Diskussionsprozess abgeschirmt wurde, lässt Schlimmes erahnen.

Die SAM gilt nicht nur im sich als Musikland gerierenden Österreich als Museum der Superlative, wenn es um historische Musikinstrumente geht. Auch international wird sie hoch geschätzt, denn ihr einzigartiger Bestand ist untrennbar mit der europäischen Musikgeschichte verbunden. Heute sind viele der ältesten, weltweit erhaltenen Musikinstrumente in der Ausstellung zu sehen, die sich über ca. 1700 m2 erstreckt und über eine vorzügliche Infrastruktur verfügt.
Musikbegeisterte Touristen reisen nach Wien, um diese Ausstellung zu besuchen und in ihr die großartige österreichische Musiktradition näher kennen zu lernen.
Mit sehr erfolgreichen Vermittlungsprogrammen erweckt die SAM vor allem bei Kindern und Jugendlichen aus Österreich Interesse an Musik und nimmt einen wichtigen Bildungsauftrag wahr.
Die beliebten Matinéen der Sammlung alter Musikinstrumente, in der berühmte Solisten auf Instrumenten der Sammlung musizieren, sind aus dem Musikleben Wiens nicht mehr wegzudenken und die CD-Reihe der SAM wird von Kennern Alter Musik ebenso wie von spontanen Museumsbesuchern nachgefragt.
Für Generationen von Musikern ist die SAM jener Ort, an dem sie entscheidende Impulse für musikalische Interpretationen und Aufführungspraxis erhalten und mit originalen historischen Musikinstrumenten arbeiten können.
Auch auf dem Sektor der organologischen und musikhistorischen Forschung nimmt die SAM eine internationale Spitzenposition ein.

Informationen zur SAM finden Sie unter:
http://www.khm.at/besuchen/sammlungen/sammlung-alter-musikinstrumente/


Um weiterhin die vielen Aufgaben eines Museums (Ausstellen, Forschen, Dokumentieren, Bewahren, Sammeln etc.) wahrnehmen zu können und um den bildungs- und kulturpolitischen Auftrag zur Zufriedenheit aller ÖsterreicherInnen sowie die hohen Erwartungen unzähliger BesucherInnen aus dem Ausland erfüllen zu können, bestehen folgende Forderungen

* Die Sammlung alter Musikinstrumente muss in ihrem derzeitigen Umfang uneingeschränkt an ihrem aktuellen Standort erhalten bleiben.

* Die Destruktion der tadellos funktionierenden Ausstellung ist pure Geldverschwendung, die im Sinne aller SteuerzahlerInnen zu unterlassen ist.

* Die langjährige Schließung, die der SAM nach der Räumung der jetzigen Ausstellungssäle droht, weil kein Budget für die Neueinrichtung in Ausicht ist, muss vermieden werden.

* Die aktive Einbindung der SAM in die Diskussion und Entscheidungsfindung in der Causa HGÖ/Neue Burg muss seitens des KHM-Museumsverbands garantiert werden.

* Eine räumliche Koexistenz der Museen und Sammlungen des KHM-Museumsverbands und des HGÖ ist unter Berücksichtigung höchster Kosteneffizienz anzustreben. (auch wäre die Schaffung inhaltlicher Klammern zwischen allen Sammlungen/Museen der Neuen Burg erstrebenswert – insbesondere, um den Museumsbesuch für das zukünftige Publikum attraktiv zu gestalten.)

Bitte unterzeichnen Sie die Petition und unterstützen Sie damit den uneingeschränkten Fortbestand der Sammlung alter Musikinstrumente in ihren, der Bedeutung der Sammlung angemessenen Räumen der Neuen Burg, sowie ein gedeihliches und wertschätzendes Miteinander aller Sammlungen/Museen der Neuen Burg in der nahen Zukunft.



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HR Mag. Peter Donhauser benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Bundespräsident der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer, Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien, Dr. Josef Ostermayer, Parteien des Österreichischen Nationalrats, Kultursprec...: In der Wiener Hofburg droht der Sammlung alter Musikinstrumente das Aus.Stimmen Sie für den Erhalt dieser international renommierten Ausstellung.”. Jetzt machen Sie HR Mag. Peter und 6.596 Unterstützer/innen mit.