Prävention Coronavirus: Zweiwöchige Quarantäne für aus China einreisende Personen

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 100.


Seit Auftreten des neuartigen Coronaviruses 2019-nCov haben sich bereits 34.947 Menschen weltweit infiziert (Stand: 08.02.2020, Quelle: Johns Hopkins CSSE). Und das innerhalb weniger Wochen.

Genaue Daten zu Ansteckung, Verbreitung, Risikogruppen und Verlauf gibt es noch nicht und eine Impfung oder ein geeignetes Heilmittel wurde ebenfalls noch nicht gefunden. Wir wissen bisher kaum etwas über dieses neuartige Virus. Daher sind auch Vergleiche zur saisonalen Influenza nicht aussagekräftig. Verglichen werden meist die Influenza Zahlen einer ganzen Saison mit Zahlen, die innerhalb weniger Wochen durch den Coronavirus entstanden sind.

In der Vergangenheit haben weltweite Pandemien mehrere Phasen oder „Wellen“ gezeigt. Nachdem die Krankheit zuerst rückläufig scheint, kommt es dann zu einer zweiten, stärkeren Welle, nachdem das Virus Zeit hatte zu mutieren und sich weiterzuentwickeln. Beispielhaft hierfür ist die Spanische Grippe, die mindestens 25 Millionen Todesopfer weltweit forderte. Diese Pandemie zeichnete sich auch durch die W-Form, anstatt der üblichen U-Form aus (U-Form: Häufigkeitsverteilung Maxima in den sehr jungen und sehr alten Bevölkerungsschichten). Bei der spanischen Grippe lag das Maximum und die höchste Todeszahl allerdings bei den 20-40 jährigen. Man kann also nicht ohne ausreichende Belege und Daten automatisch davon sprechen, dass das neuartige Coronavirus „nur“ eine Gefahr für alte oder kranke darstellt.

Deutschland verzeichnet seither 14 Erkrankte und liegt damit mit weitem Abstand auf Platz eins in Europa. Davon sind alleine 12 Personen der Ansteckungskette einer einzelnen (!) Webasto Mitarbeiterin aus China zuzuordnen. Zwei weitere Infizierte waren unter den 128 von der Bundeswehr aus China ausgeflogenen Personen. Alle Rückkehrer mussten sich erst einmal 2 Wochen in Quarantäne begeben.

Deutschlands Fluglinien haben zwar freiwillig den weiteren Anflug von chinesischen Flughäfen zeitweise ausgesetzt, dennoch dürfen andere Airlines aus China weiterhin in Deutschland landen. Doch irritierenderweise wird hier keine 2-wöchige Quarantäne vorgegeben. Der Rücktransport der Bundeswehr hat bereits gezeigt: Auch unter anfangs gesund scheinenden Personen können mit hohem Risiko auch Erkrankte sein. Ebenfalls ist es möglich, den Erreger weiterzugeben ohne überhaupt selbst Symptome entwickeln zu müssen. Der Erreger kann also auch unwissentlich weitergegeben werden.

Die Vorbereitung auf eine mögliche Ausbreitung in Deutschland wird zwar als ausreichend beschrieben, dennoch bleiben einige Zweifel bestehen. Die Bundesärztekammer halte die Krankenhäuser für schlecht gerüstet. Für Patienten würden Einzelzimmer mit Vorschleusen und Einzelboxen auf der Intensivstation benötigt, aber diese wurden aus Kostengründen reduziert und sind kaum noch vorhanden. Die EU hat mehrere Tonnen Schutzkleidung an China zur Unterstützung geschickt. In Deutschland werden vorzugsweise Krankenhäuser damit ausgestattet, Schutzkleidung für die Bevölkerung selbst ist aber vielerorts ausverkauft. Eine Verbreitung könnte so nicht zureichend verhindert werden. Selbstschutzmaßnahmen sind aber essenziell, wie die Situation in China zeigt. Doch auch dort ist Schutzkleidung Mangelware und über deren korrekte Verwendung nicht ausreichend aufgeklärt.

Sollte sich die Situation in China zunehmend verschlechtern, könnte auch unsere Versorgung mit wichtigen Medikamenten Probleme bekommen. Bei einigen lebenswichtigen Medikamenten, wie z.B. Antibiotika hängt fast die gesamte globale Versorgung von China ab. Viele Transportwege in China wurden von der Regierung unterbrochen und zukünftig könnten Engpässe unserer Medikamentenlieferungen entstehen.

Viele Unternehmen haben Geschäftspartner und internationale Universitäten Studenten aus China. Deutschland empfängt zudem viele Touristen. 2018 sind ca. 1,6 Millionen chinesische Touristen nach Deutschland gereist (Quelle: Marktforschungsinstitut Cotri). Auch auf vielen kommenden Messen sind chinesische Aussteller und sogar Aussteller aus Wuhan zu erwarten. Als gesteigerte Schutzmaßnahmen wird hier die verstärkte Reinigung von Aufzugsknöpfen oder die Verteilung von Desinfektionsmitteln angegeben.

 

Herr Spahn, wir sind NICHT ausreichend vorbereitet und fordern deshalb eine zweiwöchige kontrollierte Quarantäne für Einreisende aus China (und auch über Umwege eingereiste Personen, die sich in den letzten zwei Wochen in China aufgehalten haben)! Dies ist kein rassistischer Aufruf Personen mit chinesischer Abstammung zu meiden, sondern Einreisende aller Nationalitäten, die sich kürzlich in China aufgehalten haben, ausreichend zu überwachen. 

Ich bin überzeugt, dass eine Maßnahme wie diese auch den aufkeimenden Rassismus verhindern kann, wenn die Bevölkerungsunsicherheit reduziert wird. Wenn die Menschen wissen, dass sich ihre Regierung ausreichend um ihren Schutz bemüht und offene Aufklärung erfolgt, dann hat Angst keine Chance. Angst ist der Treibstoff für Rassismus.