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Herdenschutz, aber richtig!

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Die Grossraubtiere Bär, Luchs und Wolf kehren nach ihrer Ausrottung wieder zurück in die Schweiz. Der Herdenschutz ist ein traditionelles, bewährtes und sehr erfolgreiches Mittel, um die Nutztiere vor Wolfsangriffen zu schützen. Die Umsetzung lässt aber vielerorts zu wünschen übrig, ausser durch einzelne Pioniere und vorbildliche Nutztierhalter geschieht auf breiter Front wenig. Teilweise herrscht eine Verweigerungshaltung dem Herdenschutz gegenüber. Anstatt dass der Bund dieser Verweigerungshaltung klar gegenüber tritt, fördert er diese Haltung durch eine sehr schwache Herdenschutzrichtlinie, durch ein unkritisches System der Entschädigungszahlungen und durch die Tatsache, dass der Verzicht auf Herdenschutz keine direkten staatlichen Konsequenzen hat, sondern letztlich sogar belohnt wird mit Riss-Entschädigungen, dem Weiterfluss der Direktzahlungen und Wolfsabschüssen.

Dagegen wehren wir uns!

Wir stelle deshalb folgende Forderungen:

1. Keine Entschädigungen mehr für gerissene Schafe und Ziegen ohne Herdenschutz!

Es werden nur noch von Grossraubtieren gerissene Nutztiere entschädigt, die angemessen geschützt waren (zum angemessenen Schutz siehe Forderung 4). Herdenschutz mit geeigneten Zäunen und Hunden ist zumutbar und finanzierbar. Wer auf diesen verzichtet und deshalb Risse erleidet, soll dafür nicht noch belohnt werden.

2. Strafrechtliche Verfolgung gemäss Tierschutzgesetz von Nutztierhaltern im Wolfsgebiet, die keinen Herdenschutz für ihre Tiere betreiben!

Wer in einem Präsenzgebiet von Grossraubtieren lebt und keinen Herdenschutz betreibt, zeigt damit eine Respektlosigkeit gegenüber seinen Nutztieren. Es handelt sich dabei um eine Vernachlässigung der Tiere, welche gemäss den Strafbestimmungen der Tierschutzgesetzgebung (Artikel 26) bestraft gehört.

3. Streichung aller Direktzahlungen für Nutztierhalter im Wolfsgebiet, die keinen Herdenschutz für ihre Tiere betreiben!

Wer seine Tiere im Grossraubtiergebiet mit dem Verzicht auf Herdenschutz vernachlässigt, handelt nicht im Interesse seiner Tiere und nicht im Interesse der Landwirtschaft und des Artenschutzes. Er verwirkt damit sein Anrecht auf Direktzahlungen.

4. Der Bund hat die qualitativen und quantitativen Mindestvorgaben für den Herdenschutz streng und abschliessend zu definieren!

Nur wenn diese Mindestvorgaben vollständig erfüllt sind, gelten Nutztiere als geschützt. Als Herdenschutzmassahmen anerkannt sind Zäune und Herdenschutzhunde.

Bei Zäunen umfassen die Mindestvorgaben:
- die Zaunhöhen von minimal 120 cm ab Boden,
- die Stromstärken von minimal 5000 V auf der gesamten Länge des Zaunes und auf allen Drähten/Litzen,
- die Art des Zäune; es sind ausschliesslich Elektrozäune in Form von Netzen oder Litzen anerkannt, bei letzteren dürfen die Abstände der Litzen maximal 20 cm betragen,
- die vollständige Einzäunung der Weiden mit Zäunen gemäss diesen Kriterien.

Bei Herdenschutzhunden (HSH) umfassen die Mindestvorgaben:
- Mindestzahl der Herdenschutzhunde mit minimal zwei Hunden und einer stufenweise Erhöhung der Anzahl Hunde mit der Herdengrösse (0-99 Nutztiere: 2 HSH; 100-499 Nutztiere: 3 HSH; 500-999 Nutztiere: 4 HSH; über 1000 Nutztiere: 5 HSH),
- für die Mindestzahl an HSH gelten nur Hunde mit einem Alter von über 18 Monaten,
- für die Mindestzahl an HSH gelten nur ausgebildete und anerkannte Hunde.

Ferner gelten folgende Vorgaben:
- Nutztiere gelten nur als geschützt, wenn sie im direkten Wirkungsbereich von Herdenschutzhunden oder in vollständig umschlossenen Schutzzäunen sind.
- Für Nachtpferche, die als Schutz anerkannt werden, gelten die oben aufgeführten Mindestvorgaben für Zäune.
- Behirtung gilt nur als Schutz während der effektiven Präsenzzeit des Menschen; klassisch behirtete Herden, bei denen die Hirtschaft nachts in der Hütte ist, müssen durch Zäune oder HSH gemäss obigen Vorgaben geschützt werden.

5. Keine unnötige Bürokratie im Herdenschutz!

Wer Herdenschutz betreiben will, soll dies ohne unnötige Bürokratie tun können! Die heutigen bürokratischen Hürden namentlich im Hundewesen sind zu hoch, es wird zu viel Geld und Energie in unnötige Formulare und Abklärungen investiert. Es darf keine unnötige Einschränkung der erlaubte Hunderassen stattfinden, sondern alle anerkannten Herdenschutzhunderassen sollen eingesetzt und gefördert werden können. Die bürokratischen Hürden bei der Platzierung, der Zucht, der Vermittlung und der Ausbildung sind abzubauen, die Strukturen zu verschlanken. 

6. Keine nutzlosen technischen Spielereien – auf bewährte Methoden setzen!

GPS-Sender für Schafe und dergleichen mögen eine lustige Spielerei sein – als Schutz sind sie völlig unnütz. Es besteht sogar die grosse Gefahr, dass die frei weidenden Schafe noch weniger beaufsichtigt werden, wenn sie dereinst am Smartphone via google maps verfolgt werden können. Dies wird sich verheerend auf den Schutz der Tiere auswirken. Solche technische Spielereien haben deshalb im Herdenschutz nichts verloren! Sie dürfen nicht finanziell unterstützt werden. Als Herdenschutzmassnahme sollen einzig die erprobten und langjährig bewährten Mittel zum Einsatz kommen: Behirtung, Herdenschutzhunde und Zäune/Nachtpferche.



Heute: Schäfer, Hirten und Älpler für Wolf, Bär und Luchs in der Schweiz verlässt sich auf Sie

Schäfer, Hirten und Älpler für Wolf, Bär und Luchs in der Schweiz benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Behörden des Bundes (BAFU) und Herdenschutzfachstelle: Herdenschutz, aber richtig!”. Jetzt machen Sie Schäfer, Hirten und Älpler für Wolf, Bär und Luchs in der Schweiz und 1.659 Unterstützer/innen mit.