Aktionsplan-queeresbayern

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 200.


Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Trans- und Biphobie am 17.05.2018 und der beginnenden CSD-Saison in Bayern, fordern die Unterzeichner dieses Aufrufs von der Bayerischen Staatsregierung, die Auferlegung des Europäischen Parlaments von 2014 und die Entschliessung des Europäischen Parlaments vom 13.02.2018 umzusetzen, einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Homo-, Trans und Biphobie zu erstellen und eine Koordinierungsstelle für queere Lebensfragen im Bay. Landtag anzusiedeln. Dazu gibt es einen Bericht der europäischen Union

unter dem europäischen Motto „In Vielfalt geeint“ vom 13.02.2018 über die Lage der Grundrechte in der Europäischen Union.

 


Aktionspläne gegen Homo- und Transphobie gibt es in allen Bundesländern mit Ausnahme des Saarlandes. Dort soll ein Aktionsplan in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden; in Bayern ist nichts dergleichen geplant.

 


Selbstbestimmt, offen und diskriminierungsfrei – eine demokratische Gesellschaft muss es allen Menschen ermöglichen, jederzeit und an jedem Ort ohne Angst verschieden zu sein. Dieses Ziel muss endlich auch in Bayern verwirklicht werden.

 


Durch jahrzehntelange Kämpfe konnten wesentliche Fortschritte bei der Anerkennung und gesellschaftlichen Akzeptanz von LSBTTIQ* (lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen) erreicht werden. Die rechtlichen Grundlagen für die Gleichbehandlung von Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Identität sind weitgehend geschaffen. Doch trotz vielfältiger Entwicklungen und Maßnahmen für Toleranz und Akzeptanz sehen sich viele LSBTTIQ* noch immer mit Ausgrenzung, Vorurteilen und Zugangsbarrieren im alltäglichen Leben konfrontiert. An intergeschlechtlichen Menschen werden noch heute irreversible verstümmelnde Eingriffe und hormonelle Behandlungen vorgenommen. Die Erfahrung von Ausgrenzung betrifft nicht nur den direkten Personenkreis von LSBTTIQ*, sondern auch viele Menschen in ihrem nahen Umfeld - seien es Eltern, Kinder, Freunde/innen oder Arbeitskollegen/innen. Erste Schritte zu einer positiven Grundhaltung in der Gesellschaft gegenüber geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sind bereits erfolgt. Diese positive Grundhaltung ist aber leider noch nicht vollständig in allen gesellschaftlichen Bereichen und bei allen Akteuren/innen angekommen. Um Diskriminierung weiter abzubauen, sind deshalb weitere Aufklärungsmaßnahmen, Informationen und Dialogmöglichkeiten erforderlich. Auch deswegen, weil laut dem Bundesinnenministerium im 1. Halbjahr 2017 eine Steigerung von homo- und transphoben Straftaten um 27 % verzeichnet wurden. Leider ist die Dunkelziffer weitaus höher. Eine Beteiligung von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren/innen und der LSBTTIQ*-Community zur Ausgestaltung des Aktionsplanes ist unerlässlich und vom Europäischen Parlament gefordert.

 


Mit Aktionsplänen für Akzeptanz von LSBTTIQ* versuchen Landesregierungen Homophobie, Transfeindlichkeit und weiterer

gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entgegenzuwirken. Zielsetzung sind nicht nur die Förderung von Akzeptanz und Gleichstellung, sondern auch, dass die Anliegen von LSBTTIQ* als Querschnittsaufgabe in allen fachpolitischen und gesellschaftlichen Bereichen verankert werden. Unerlässlich bei der Erstellung eines Aktionsplanes queeres Bayern ist es, Interessensvertretungen von LSBTTIQ* mit einzubeziehen.

 

 

 

Punkte für den Aktionsplan Bayern:

 


Handlungsfeld Bildung und Aufklärung
Auf dem Weg zur „Schule ohne Trans- und Homophobie“ müssen Handlungsweisen entwickelt werden, um Schülerinnen/Schülern ein angstfreies Umfeld beim Entdecken der eigenen sexuellen Identität zu bieten. Einbezogen werden müssen Lehrkräfte, die selbst eine queere Identität haben. Auch unter Bezug auf die deutsche Geschichte der Verfolgung queerer Menschen muss die sexuelle Vielfalt zum festen Bestandteil des Lernstoffes werden.

 

 

 

Handlungsfeld Teilhabe und Partizipation

In den Bereichen Kultur, Sport, Gesellschaft und Religion müssen LSBTTIQ*-Projekte der Akzeptanz durch die Politik gefördert werden. Durch eineN beim Bayerischen Landtag anzusiedelndeN LandesbeauftragteN und die Schaffung eines Runden Tisches wird diese Arbeit vorangetrieben. Die Forschung über die Verfolgung queerer Menschen muss unter Einbeziehung noch lebender Betroffene ausgeweitet werden. Durch staatlich geförderte Gespräche müssen religionsspezifische Diskriminierungen abgebaut werden. Queere Sportvereine müssen ins allgemeine Sportwesen, wie z.B. den Bayerischen Landes-Sportverband, integriert werden.

 


Handlungsfeld Selbstbestimmung und Selbsthilfe

Beratungsgruppen und -organisationen im Bereich der Lesben-, Schwulen- Bisexuellen-, Tranidentischen- und Intersexuellenberatung (LSBTTIQ*) müssen staatlich gefördert und ausgestattet werden. Sie tragen zum Wohlergehen der Bevölkerung bei und verringern den Leidensdruck. Diese staatliche Aufgabe kann nicht ausschließlich auf das Ehrenamt abgewälzt werden. Hier müssen ergänzende professionelle Strukturen geschaffen werden.

 


Handlungsfeld Familie, Kinder, Jugend und Ehe

Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien, Alleinerziehende mit Kindern, Kinder und Jugendliche als queer-lebend oder bei Queeren lebend, queere Eheschließung, all das sind inzwischen völlig selbstverständliche Formen in der Gesellschaft. Diese stehen aber in ihren Lebenslagen und möglichen Problemen derzeit allein bzw. wenig unterstützt da. Der Aktionsplan queeres Bayern muss Strukturen schaffen, um Anlaufstellen für dieses Klientel zu schaffen bzw. bestehende auszubauen.

 


Handlungsfeld Lebenslagen

Queere Menschen leben inzwischen offen und erreichen auch als offen lebende Menschen das Alter. Auf diese neue Situation müssen vielfältige Antworten gefunden werden, um älter werdenden Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Menschen in besonderen Lebenslagen, wie z.B. Geflüchtete, Obdachlose, chronisch Kranke, queere Menschen mit Behinderung, obdachlose queere Jugendliche und andere obdachlose queere Menschen und Menschen mit HIV bedürfen auch in Hinblick auf ihre sexuelle Orientierung besonderer Unterstützung.

 


Handlungsfeld Arbeitswelt

Der Aktionsplan queeres Bayern wirkt darauf hin, dass in den Industrie- und Handelskammern bzw. in den Handwerkskammern Schulungen im Bereich Diversity angeboten werden. Größere Unternehmen und der Öffentliche Dienst werden durch die Landesregierung aufgefordert, Mobbing- und Gleichstellungsbeauftragte in ihren Betrieben zu installieren. Die Gewerbeaufsicht aber auch die Gewerkschaften werden dazu aufgefordert, die LSBTTIQ*-Anliegen zu kontrollieren und ggf. einzufordern. Vorbildliche Unternehmen werden öffentlich ausgezeichnet.

 


Weitere Informationen gibt es auf

http://aktionsplan-queeresbayern.de

 

 

 

 

 

 

Erstunterzeichner:

 


Uschi Unsinn, Polit-Dragqueen Nürnberg

 


Bündnis gegen Trans- und Homophobie in der Region Nürnberg

Mitglieder im Bündnis sind:

LGBTI – Expert & LGBTI – Netzwerk in der Siemens AG

Transident e.V.

Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.

wbg Nürnberg GmbH

SPD Stadtratsfraktion Nürnberg

Bündnis90/DieGrünen Stadtratsfraktion Nürnberg

Förderverein Christopher Street Day Nürnberg e.V.

Aidshilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

Queer Franken

Leben unterm Regenbogen e.V.

Stadträtinnen der Linken Liste Nürnberg

Stadtrat Piraten Partei

Nuremberg International Human-Rights Film Festival

Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Nürnberger Menschenrechtszentrum e. V.

Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag

Queergottesdienst Nürnberg

Intersexuelle Menschen e. V.

Fliederlich e.V. schwul-lesbisches Zentrum Nürnberg

1. FCN Fanclub Norisbengel

Freidenkerverband

Stadtratsgruppe Die Linke im Fürther Rathaus

Lorenzer Laden Lola

Berts, Szenekneipe Nürnberg

Studierendenverwaltung der Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg

 

 

 

AK Politik von Fliederlich e.V. Nürnberg

 


Sub - Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V.

 


LSVD Bayern

 


Die Trällerpfeifen e.V.

 


Bezirksverband Mittelfranken der Partei Mut

 


Schwule Lehrer Bayern

 


Claudia Stamm MdL, Co-Vorsitzende Partei MUT

 


Förderverein Christopher Street Day Nürnberg e.V.

 


Aidshilfe Nürnberg Erlangen Fürth e.V.

 


Nuremberg International Human-Rights Film Festival (NIHRFF)

 


Queer Pride Würzburg

 


wuf Zentrum schwul-lesbisches Zentrum Würzburg

 


Queer Franken

 


Rosa Liste München

 


Thomas Niederbühl, Stadtrat der Rosa Liste in München

 


Münchner Aidshilfe e. V.

 


Beratungs- und Vernetzungsstelle Rosa Alter, München

 


Trans *Inter Beratungsstelle, München

 


Aidsberastung Mittelfranken der Stadtmission Nürnberg

 


Resi e. V.

Regensburger Schwulen- und Lebeninitiative

Verein gegen Diskriminierung von Homosexualität



Heute: uwe verlässt sich auf Sie

uwe scherzer benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Bay. Staatsregierung: Aktionsplan-queeresbayern”. Jetzt machen Sie uwe und 134 Unterstützer/innen mit.