Mehr Sprache im Deutschunterricht

Das Problem

Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Der Unterricht im Fach Deutsch prägt den Umgang zukünftiger Generationen mit Sprache nachhaltig. Mit der laufenden Bildungsplanreform ergibt sich die einmalige Chance, Sprachreflexion zu einem festen und bedeutenden Bestandteil des Deutschunterrichts zu machen. 

Eine „umfassende Sprachreflexion“ (Anhörungsentwurf Bildungsplan) kann aus unserer Sicht jedoch nur geschehen, wenn grundlegende Eigenschaften von Sprache reflektiert werden. Die grundlegendsten Einsichten über Sprache sind unabhängig von einer einzelnen Referenzsprache. Beispielsweise der „Zusammenhang zwischen Sprache und Denken“ (ebd) oder „Sprache als Instrument der [...] Machtausübung“ (ebd) sowie viele weitere Punkte haben weniger mit einer spezifischen Sprache zu tun, sondern betreffen vielmehr alle natürlichen Sprachen. Aus diesem Grunde schlagen wir vor, das Phänomen Sprache im Deutschunterricht stärker in seiner Allgemeinheit zu betrachten und den Schülern grundsätzliche Einsichten über Sprache zu vermitteln. Aus unserer Sicht sind dies zum Beispiel

• die Vielschichtigkeit von Sprache,

• ihr ständiger Wandel,

• ihre Bestimmtheit durch viele Faktoren, insbesondere der Gesellschaft und der Kultur, sowie

• der Zusammenhang zwischen Sprache und Denken.                            

Anknüpfungspunkte zu anderen Fächern

Zudem kann das Phänomen Sprache, und auch die Sprache Deutsch, wiederum nur in ihrer Gesamtheit verstanden werden durch den Vergleich des Deutschen mit anderen Sprachen. Hierfür bietet die vielerorts „[wachsende] Heterogenität der Schülerschaft“ (ebd) und der Unterricht verschiedener Fremdsprachen großes Potenzial. Dieses Potenzial versucht der Anhörungsentwurf bereits jetzt auszunutzen; aus unserer Sicht ist hier jedoch noch ‚Luft nach oben‘. Die Einbindung verschiedener Sprachen fördert nicht nur das Sprachverständnis, sondern kann auch integrativ wirken und Anknüpfungspunkte zu anderen Fächern schaffen (Englisch, Französisch, Latein, etc.). Aus diesem Grunde schlagen wir vor, die Strukturen der Sprache Deutsch im Deutschunterricht stärker mit denen verschiedener, vorzugsweise lokal relevanter, Sprachen zu kontrastieren.

Neben den Bezügen zum Fremdsprachenunterricht sehen wir relevante Bezüge zu den Bereichen Politik und Philosophie sowie Informatik. Der Deutschunterricht soll den Schülern helfen, „sich in einer technisch-medial beschleunigten [...] Lebenswelt zu orientieren und mit den Anforderungen und Möglichkeiten der modernen Informationsgesellschaft umgehen zu können“ (ebd). Ein zunehmend wichtiger Faktor bei der Organisation dieser Informationsgesellschaft ist automatische Sprachverarbeitung (zum Beispiel bei Suchmaschinen oder automatischer Spracherkennung). Daher sollte dieses Thema in Verbindung mit dem Informatikunterricht behandelt werden. Aus diesem Grunde schlagen wir vor, die Relevanz von Sprache für Themen anderer Schulfächer stärker zu thematisieren. Idealerweise würde diese Vernetzung zwischen Schulfächern in beide Richtungen wirken.

Wahlbereich

Zum Schluss würden wir gerne die Einführung eines Wahlfaches Linguistik in der Kursstufe anregen. In diesem könnten die zuvor im Deutschunterricht behandelten sprachübergreifenden Unterrichtsthemen vertieft werden. Bereiche wie Sprachwandel, Typologie oder Sprachphilosophie könnten hier behandelt werden. 

 

Der gesamte Anhörungswurf ist hier zu finden: Anhörungsentwurf Bildungsplan (Fach Deutsch)

Die gesamte Stellungnahme der Landesfachschaftentagung Sprachwissenschaft kann hier nachgelesen werden: Stellungnahme der LaFaTa Region Süd 

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Landesfachschaftentagung Sprachwissenschaft Region SüdPetitionsstarter*in
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Das Problem

Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Der Unterricht im Fach Deutsch prägt den Umgang zukünftiger Generationen mit Sprache nachhaltig. Mit der laufenden Bildungsplanreform ergibt sich die einmalige Chance, Sprachreflexion zu einem festen und bedeutenden Bestandteil des Deutschunterrichts zu machen. 

Eine „umfassende Sprachreflexion“ (Anhörungsentwurf Bildungsplan) kann aus unserer Sicht jedoch nur geschehen, wenn grundlegende Eigenschaften von Sprache reflektiert werden. Die grundlegendsten Einsichten über Sprache sind unabhängig von einer einzelnen Referenzsprache. Beispielsweise der „Zusammenhang zwischen Sprache und Denken“ (ebd) oder „Sprache als Instrument der [...] Machtausübung“ (ebd) sowie viele weitere Punkte haben weniger mit einer spezifischen Sprache zu tun, sondern betreffen vielmehr alle natürlichen Sprachen. Aus diesem Grunde schlagen wir vor, das Phänomen Sprache im Deutschunterricht stärker in seiner Allgemeinheit zu betrachten und den Schülern grundsätzliche Einsichten über Sprache zu vermitteln. Aus unserer Sicht sind dies zum Beispiel

• die Vielschichtigkeit von Sprache,

• ihr ständiger Wandel,

• ihre Bestimmtheit durch viele Faktoren, insbesondere der Gesellschaft und der Kultur, sowie

• der Zusammenhang zwischen Sprache und Denken.                            

Anknüpfungspunkte zu anderen Fächern

Zudem kann das Phänomen Sprache, und auch die Sprache Deutsch, wiederum nur in ihrer Gesamtheit verstanden werden durch den Vergleich des Deutschen mit anderen Sprachen. Hierfür bietet die vielerorts „[wachsende] Heterogenität der Schülerschaft“ (ebd) und der Unterricht verschiedener Fremdsprachen großes Potenzial. Dieses Potenzial versucht der Anhörungsentwurf bereits jetzt auszunutzen; aus unserer Sicht ist hier jedoch noch ‚Luft nach oben‘. Die Einbindung verschiedener Sprachen fördert nicht nur das Sprachverständnis, sondern kann auch integrativ wirken und Anknüpfungspunkte zu anderen Fächern schaffen (Englisch, Französisch, Latein, etc.). Aus diesem Grunde schlagen wir vor, die Strukturen der Sprache Deutsch im Deutschunterricht stärker mit denen verschiedener, vorzugsweise lokal relevanter, Sprachen zu kontrastieren.

Neben den Bezügen zum Fremdsprachenunterricht sehen wir relevante Bezüge zu den Bereichen Politik und Philosophie sowie Informatik. Der Deutschunterricht soll den Schülern helfen, „sich in einer technisch-medial beschleunigten [...] Lebenswelt zu orientieren und mit den Anforderungen und Möglichkeiten der modernen Informationsgesellschaft umgehen zu können“ (ebd). Ein zunehmend wichtiger Faktor bei der Organisation dieser Informationsgesellschaft ist automatische Sprachverarbeitung (zum Beispiel bei Suchmaschinen oder automatischer Spracherkennung). Daher sollte dieses Thema in Verbindung mit dem Informatikunterricht behandelt werden. Aus diesem Grunde schlagen wir vor, die Relevanz von Sprache für Themen anderer Schulfächer stärker zu thematisieren. Idealerweise würde diese Vernetzung zwischen Schulfächern in beide Richtungen wirken.

Wahlbereich

Zum Schluss würden wir gerne die Einführung eines Wahlfaches Linguistik in der Kursstufe anregen. In diesem könnten die zuvor im Deutschunterricht behandelten sprachübergreifenden Unterrichtsthemen vertieft werden. Bereiche wie Sprachwandel, Typologie oder Sprachphilosophie könnten hier behandelt werden. 

 

Der gesamte Anhörungswurf ist hier zu finden: Anhörungsentwurf Bildungsplan (Fach Deutsch)

Die gesamte Stellungnahme der Landesfachschaftentagung Sprachwissenschaft kann hier nachgelesen werden: Stellungnahme der LaFaTa Region Süd 

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Die Entscheidungsträger*innen

Baden-württembergische Landesregierung
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Petition am 18. Oktober 2015 erstellt