Appell an Politiker und Krankenkassen: Erhalten Sie die ambulante HNO-Kinderchirurgie

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Das Anliegen

Kinder mit vergrößerter Rachenmandel (Polypen) oder vergrößerter Gaumenmandel sowie häufiger Mittelohrentzündung wegen eines Paukenergusses bekommen immer schwerer einen Termin für die notwendige Operation (Adenotomie mit Paukendrainage und Tonsillotomie) bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Wegen der oft monatelangen Wartezeiten auf einen OP-Termin (nicht selten sechs Monate und länger) drohen langfristige Entwicklungsstörungen.

Aufgrund vergrößerter Mandeln kann es zu Atem- und Schlafstörungen mit einem schlechten Allgemeinzustand, Herz-Kreislauf-Problemen und einer verzögerten kindlichen Entwicklung kommen. Je länger eine Mittelohrerkrankung bestehen bleibt, umso mehr steigt die Gefahr, dass sich eine bleibende Hörstörung ergibt. Bei kleinen Kindern kann sich insbesondere die Sprachentwicklung verzögern.

Der Grund für die langen Wartezeiten ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen für ambulante Operationen zu wenig bezahlen. Eine Möglichkeit wäre, die Eingriffe aus dem Vergütungssystem der niedergelassenen Ärzte (EBM) auszugliedern und deutlich höher zu bewerten. Adenotomie und Tonsillotomie werden trotz hoher Risiken bei kleinen Kindern und Vollnarkose in niedrigen Abrechnungskategorien geführt und sind für Praxen wie Kliniken unwirtschaftlich. Gleichzeitig schrumpfen die Kapazitäten weiter, Belegabteilungen schließen, Krankenhäuser kündigen Verträge mit ambulanten Operateuren, und junge HNO-Ärztinnen und -Ärzte haben kaum Anreiz, überhaupt zu operieren. Eine Lösung böte eine angepasste und kostendeckende Vergütung.

Die Folgen tragen die Kinder: Bundesweit warten sie rund sechs Monate auf einen OP-Termin, oft auch länger.  Die verzögerte Behandlung von Gaumen- und Rachenmandeln oder Paukenerguss führt zu Atem- und Schlafstörungen, Hörproblemen und beeinträchtigt Sprach- und Lernentwicklung. Eine BVHNO-Umfrage bestätigt das Ausmaß: Jeder dritte HNO-Arzt hat Kinderoperationen bereits aufgegeben, 91 Prozent halten sie unter den aktuellen Bedingungen für nicht wirtschaftlich. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen, wie einer hohen Miete für den OP-Saal, ist eine Kinder-Operation für die Ärzte sogar ein Verlustgeschäft. Sie zahlen dann mehr für alle mit dem Eingriff verbundenen Kosten als sie von der Krankenkasse erhalten. 

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte setzt sich für den Erhalt des ambulanten Operierens der Kinder ein und bitten um Mithilfe der Bevölkerung, insbesondere der betroffenen Familien. Politik und Krankenkassen werden aufgefordert, die ambulanten HNO-Kinderoperationen ab sofort deutlich besser zu bezahlen. Nur so kann das schleichende Sterben des ambulanten Operierens aufgehalten werden. Konkret müssen die Eingriffe aus dem Vergütungssystem der niedergelassenen Ärzte (EBM) ausgegliedert und deutlich höher bewertet werden. 

Helfen Sie mit, die Verantwortlichen bei Politik und Krankenkassen wachzurütteln, damit Kinder auch in Zukunft noch schnell und nach höchsten medizinischen Standards operativ versorgt werden können.

Mehr Informationen unter: BVHNO-Umfrage: Jeder dritte Befragte hat HNO-Kinderoperationen aufgegeben

(Foto: ruslan_shramko/Adobe Stock)

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Jan LöhlerPetitionsstarterin/Petitionsstarter

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