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Lasst die Eziden nicht noch länger im Stich

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Die ganze Welt ist seit dem 3. August 2014 Zeuge des ersten im 21. Jahrhundert verübten Genozids geworden: Vor aller Augen hat sich eine Terrormiliz, die sich auf den Koran als Rechtsgrundlage für ihre Verbrechen beruft, aufgemacht, das Ezidentum, eine der ältesten monotheistischen Religionen der Welt, vom Antlitz der Erde zu tilgen.

Sie morden, vergewaltigen, verschleppen, demütigen und foltern jeden Eziden, der sich ihrer Forderung, zum Islam zu konvertieren, widersetzt.

Während sie die Männer kurzerhand erschießen oder ihnen die Köpfe abschneiden oder sie auf andere Art zu Tode bringen, haben sie sich für zwei Opfergruppen etwas noch Perfideres ausgedacht:

Die männlichen Kinder werden verschleppt, zwangsislamisiert und als Kindersoldaten gezwungen, die ihnen übergebenen Waffen gegen ihr eigenes Volk zu richten. Um die Welt über ihre Schandtaten nicht im unklaren zu lassen, wird alles auf Video aufgezeichnet: Vierjährige Jungs müssen mit einer Pistole auf gefesselte Gefangene schießen, größeren Kindern  wird ein Messer in die Hand gedrückt, damit sie Gefangenen den Kopf abschneiden oder sie werden für Selbstmordmissionen missbraucht. Jüngst tauchte ein ein Film auf, in dem zwei Kinder präsentiert wurden, die zum Zeitpunkt ihrer Verschleppung 11 und 12 Jahre alt waren. Ihnen war das Schicksal zugedacht, sich in mit Sprengstoff vollbeladenen Fahrzeugen als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen und dabei so viele Menschen wie möglich in den Tod zu reißen.

Den ezidischen Frauen und Mädchen haben sie ein – wenn man überhaupt davon sprechen kann – noch schlimmeres Schicksal zugedacht: Sie werden zusammengetrieben und verschleppt, um sie als Sexsklavinnen für die eigenen Kämpfer zu missbrauchen oder um sie auf eigens dazu eingerichteten Sklavenmärkten an Interessenten aus dem islamischen Raum zu verkaufen. Ihr Leid ist unvorstellbar, nicht selten wählen sie den Freitod, um nur nicht länger diesen körperlichen und seelischen Qualen ausgesetzt zu sein.

Selbst wenn die Täter gefasst werden, lassen sie keinerlei Reue erkennen, sondern prahlen noch mit ihren Verbrechen. (Der IS-Mann Amar Hussein in Dailymail.com vom 18.02.2017)

Selten gelingt es Frauen und Mädchen, sich aus dieser Gefangenschaft zu befreien und im Irak Schutz zu finden. Mildtätige Seelen beherbergen sie, geben ihnen Obdach und Unterschlupf, so gut sie es vermögen. Der Weg dahin ist kompliziert, gefährlich und nicht immer erfolgreich. Einige von ihnen haben für ihren Fluchtversuch schon mit schlimmsten Verletzungen oder gar mit ihrem Leben bezahlen müssen.

In Freiheit beginnt dann das Wichtigste für die Frauen und Mädchen: Die Verarbeitung des ihnen Angetanen unter fach- und sachkundiger ärztlicher und psychologischer Betreuung. Dass dies nur in absolut geschützter Umgebung zuallererst mit dem langwierigen Aufbau eines Vertrauensverhältnisses beginnen kann, liegt auf der Hand.

Um im Bundesland Berlin eine solche Möglichkeit zu schaffen, hat sich unser Verein sowohl an die Fraktionen der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, als auch an die Senatskanzlei gewandt und seine Hilfe und Unterstützung angeboten.

Wir zitieren aus der Antwort der Senatskanzlei:

„Für den Fall, dass der Bund bis zum 1. Juli kein Aufnahmekontingent schafft, sollen Gespräche mit den Bundesländern über ein gemeinsames Aufnahmeprogramm geführt werden. Eine eigene Initiative in dieser Richtung ist seitens des Landes Berlin derzeit nicht in Planung.“

Jeder Tag, der vergeht, verfestigt ein bestehendes Trauma und erhöht die Gefahr eines Suizids bei den Betroffenen.

Mit einem Wort: Wer wartet und zögert, hilft den Tätern. Er hilft ihnen bei der Vollendung ihrer Mordphantasien.

Und Berlin möchte warten: Auf eine Bundesregierung, deren Mitglieder sich zu diesem Zeitpunkt sich entweder im Sommerurlaub oder im Wahlkampf befinden, nur um hinterher sagen zu können: Wir hätten ja gewollt, aber alleine haben wir uns nicht getraut.

Wir fordern:

Schluss mit dieser zögerlichen Haltung!

Schluss mit diesem Abschieben der Verantwortung auf „die da oben“!

Der Regierende Bürgermeister von Berlin soll zu seiner Wahlkampfparole „Berlin ist eine solidarische Stadt“ stehen!

Wer, wenn nicht er, hat die Richtlinienkompetenz?

Jeder Tag ist kostbar!             



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