

Firmenlogos haften im Gedächtnis der Menschen. Angestoßen von Protesten gegen Rassismus und wiederkehrender Kritik an ihrem Logo, hat beispielsweise die Firma Mars kürzlich angekündigt das rassistische Logo ihrer Reismarke zu entfernen. Die Zeit ist schon lange reif für einen generellen Wandel der Sprache und Bildersprache.
Ähnlich wie das frühere Logo der Marke Sarotti haben viele der M*Apotheken heute noch solch ein abwertendes Logo, das in der Tradition des Topos des Schwarzen Dieners steht und Ergebnis von europäischen Vorstellungen über unterwürfige, orientalische Diener ist (siehe Turban und Pumphose). Diese Logos transportieren die rassistischen Vorstellungen der Betrachter in die nächste Generation und frieren diese Stereotype für immer ein.
Diese Beispiele von Logos haben gemein, dass sie von mehrheitlich weißen Entscheidungsträgern erschaffen wurden und dadurch koloniale Fantasien vom unzivilisierten Anderen reproduzieren, z.B. Schwarze Menschen sehen alle gleich aus, oder seien nur für niedere Tätigkeiten einsetzbar.
Das obige Logo einer M* Apotheke zeigt die Abbildung eines Schwarzen Menschen aus vergangener Zeit (offensichtlich den M*), der in orientalische Gewänder gekleidet wurde, die nichts mit seiner Herkunft zu tun hatte und nur aufgrund der damaligen Begeisterung für “orientalische“ und “türkische“ Mode gewählt wurde. Die Abbildung erinnert an Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit und deren Darstellung sogenannter Hofm*, oder Kammerm*, die damals als Diener beliebt waren. Diese Kammerm* wurden aufgrund ihres “exotischen“ Aussehens vor Gästen zur Schau gestellt und waren oft die Kinder der Sklaven die von den europäischen Fürsten gekauft, oder als Geschenke weiter gegeben wurden. Viele von ihnen starben früh und ihre Geschichten sind für uns für immer verloren.
Man kann also getrost das Logo so interpretieren, dass der abgebildete M* auf dem Logo den weißen Herrenmenschen die Medizinflasche bringt. Die Rechtfertigung der Begriff würde zur Ehrung afrikanischer Heilkunst, bzw. zur Ehrung afrikanischer Medizin verwand, erscheint in diesem Kontext absurd und in Verbindung mit solch einem Logo ausgeschlossen.
Es ist auch zu lesen, dass Apotheker*innen einzelner M*Apotheken einen Identitätsverlust ihrer Apotheke durch eine Namensänderung befürchten, schließlich gäbe es ihre M*Apotheke schon viele Jahrzehnte unter diesem Namen und man hätte sich mit diesem Namen einen “guten Namen“ gemacht.
Dies ist insbesondere deswegen unverständlich, weil wir Europäer es waren, die eine gigantische Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Sprachen, Religionen und Kulturen in eine Kategorie zusammenwarfen und diesen Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe die Bezeichnung M* zuordneten. Dadurch rauben wir seit hunderten von Jahren diesen Menschen ihre Identität.
Am Ende möchten wir ein Zitat unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an die Apotheker*innen der M*Apotheken richten, die immer noch zögern ihre Apotheke umzubenennen:
Zitat:
“Es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein!“
Zitat Ende.
Herzliche Grüße
Ruth und Thomas