

Unser Gespräch gestern mit unseren Bürgermeistern, einigen Gemeinderäten und auch dem ADFC und der BI Moltkestraße / Weingartenstraße war eher eine zweistündige Präsentation der Sachzwänge in der Stadtplanung. Quasi ein Abwägen zwischen Klimaschutz und Klimaschutz, in einem engen Korsett aus Vorschriften und Gesetzen, die sich nicht schnell genug wandeln, um der Stadt einen Rahmen zu ermöglichen, die geforderten Ziele zu erreichen.
Binnen 12 Jahren hofft die Stadt, dass sich der motorisierte Individualverkehr halbiert, um die beschlossenen Ziele des Masterplan Verkehr zu erreichen.
Dessen Abschlussbericht wird heute abend im Verkehrsausschuss im Salmen, 18 Uhr vorgestellt.
Die Weingartenstraße und Moltkestraße werden als wichtige Achsen für ein künftiges Radewegenetz weiterhin überplant.
Die Stadt hat uns zugesagt, nun auch intensiv weitere Alternativen für den Baumerhalt zu prüfen, wie z.B. die Einrichtung von Einbahnstraßen und den Wegfall von Abbiegespuren zu prüfen und damit auch den Erhalt der Bäume stärker zu gewichten.
Aber eine Entscheidung für die Petition wird es wohl nicht geben. Im Rahmen einer neuen Beschlussvorlage für den 24.7., welche nichts anderes besagt, als bisher (die Prüfungaufträge der Gemeinderäte, ergänzt um zwei, drei weitere Vorschläge aus unserer Diskussion) erklärt die Stadt unser Begehren als erledigt, ohne eine tatsächliche Entscheidung darüber im Gemeinderat zu verhandeln.
Es wird daher keine Beschlüsse geben, den Baumbestand der beiden Alleen zwingend zu erhalten.
Weiterhin seien die Straßenbreiten (breiter als vorher) nicht verhandelbar. Auch erklärt die Grünplanung der Stadt, warum die Bäume reihenweise fallen, wenn auch nur einer davon angefasst wird, da ihre Wurzeln derart verflochten seien, dass der Nachbar geschädigt wird und dann wieder dessen Nachbar usw. Dies sei auch der Grund, warum seit Jahren nicht mehr nachgepflanzt würde, wenn ein Baum gefällt werden muss. Um zukunftssichere Bäume zu pflanzen müssten so große Baumquartiere geschaffen werden, dass es einfacher sei, ganze Alleen auf einmal zu erneuern.
Wir können diese Argumente nachvollziehen, aber in dieser Konsequenz ist unser komplettes Handeln völliger Irrsinn. Wenn wir nichts tun, erhalten wir weder eine Verkehrswende, noch eine klimaresiliente Stadt, und wenn wir es tun, eben auch nicht, denn dann sind die meisten Bäume weg, die Straßen breiter, was im Verkehr bedeutet, Angebot schafft Nachfrage, also mehr Verkehr, statt weniger.
Alleine schon Maßnahmen, wie Tempo 30, der Wegfall von Parkplätzen sind für viele unserer Gemeinderäte nicht diskutabel und die Vertreter der Randgemeinden bestehen auf gut ausgebaute Trassen, um schnell mit dem Auto in und durch die Stadt zu kommen.
Unser OB, bzw. sein 1. Beigeordneter, wird dies heute in der Pressekonferenz als Erfolg werten, indem er benennt, dass er die wesentlichen Akteure in die künftigen, zeitlich entzerrten Planungen (über die Kommunalwahlen hinhaus) einbinden will.
Also blicken wir nun gespannt auf die Diskussion unserer Gemeinderäte am 24.7. um 17 Uhr in der Reithalle. Dazu sind wir als Öffentlichkeit herzlich eingeladen.