Petition updatePatientenrechte - Beweislast bei Behandlungsfehlern muss bei dem verursachenden Arzt liegen!Offener Brief an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung
Johanna DarkaGermany
Oct 28, 2015
Heute las ich bei Facebook mit großer Freude einen Offenen Brief, den ein sehr aufmerksamer und überzeugter Leser meines Buches und meiner Petition, Torsten Friesecke, an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung geschrieben hat. Ich möchte ihn hier an Euch weiterleiten und danke Torsten Friesecke sehr für diese große Unterstützung! Die Stärkung der Betroffenen von Arztfehlern ist längst überfällig. Wir müssen viele sein, um etwas zu bewegen! Und jedem der sich engagiert gilt mein Dank im Namen jedes Menschen, der in Deutschland Patient werden kann. Die Rechte der Patienten müssen juristisch untermauert werden, damit die Betroffenen von Behandlungsfehlern nicht weiterhin ihre Existenzgrundlagen verlieren! Hier der Text des Offenen Briefes: Torsten Friesecke Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie des Bevollmächtigen für Pflege Friedrichstraße 108 10117 Berlin Dies ist ein Offener Brief, der weltweit im Internet lesbar ist Sehr geehrter Herr Laumann, als - sehr beunruhigter - Patient wende ich mich an Sie. Vor kurzem las ich ein Buch mit dem Titel "Die Wunde in mir": Darin schildert eine Frau ihre Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitswesen, nachdem an ihr - ohne ihre ausdrückliche Zustimmung - eine ärztliche Behandlung vorgenommen wurde, die sich als ärztlicher Fehler erwies. Die nachfolgenden - sehr leidvollen - Stationen, die Johanna Darka anschaulich, offen und absolut glaubhaft beschreibt, haben in mir sehr starke Zweifel geweckt, ob in unserem Gesundheitssystem derzeit das Verhältnis Patient-Arzt ein ebenbürtiges ist? ... Denn die Versuche von Frau Darka, ihre durch den ärztlichen Fehler erfolgte weiter bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung wenigstens durch einen Schadensersatz materiell zu kompensieren, waren - bisher - erfolglos: Die Gesetzgebung ist in Deutschland - noch - so gestaltet, dass der Patient den eindeutigen Zusammenhang zwischen dem mutmaßlichen ärztlichen Fehlhandeln und der gesundheitlichen Beeinträchtigung an ihm selbst nachweisen/belegen muss. Dazu sind viele Patienten gar nicht in der Lage, da sie - aufgrund ihrer nun eingeschränkten körperlichen und seelischen Gesundheit - einen solchen juristischen Weg (der zudem kostenintensiv ist) in der Regel gar nicht gehen können. Johanna Darka ist diesen Weg gegangen; aber noch ist ihr kein Recht widerfahren. Lesen Sie dieses Buch, Herr Laumann! Sie als unser Patienten-Interessenvertreter sollten an erster Stelle stehen, wenn es um die Hilfe für PatientInnen geht, die von Ärztefehlern betroffen sind und die aufgrund der - aus Patientensicht - ungerechten/unbefriedigenden Rechtslage nicht in der Lage sind, ein würdiges Leben zu führen, weil sie mit den Folgen des ärztlichen Fehlers, der an ihnen verübt worden ist, allein gelassen sind. Handeln Sie, Herr Laumann! Aus meiner Sicht verdient Frau Darka das Bundesverdienstkreuz: Sie hat es - trotz ihrer so sehr eingeschränkten Gesundheit - geschafft, ein Buch über ihr Schicksal zu schreiben und damit viele Menschen wach zu rütteln. Werden auch Sie wach. Und solidarisieren Sie sich mit den betroffenenen PatientInnen wie Frau Darka. Sie hat - stellvertretend für viele andere Menschen - dokumentiert, dass es - trotz hoher Ausgaben im Gesundheitswesen - mit der Zufriedenheit und der Sicherheit von Patienten noch nicht immer zum Besten steht ... Ihr Handeln sollte vor allem in die Richtung einer Gesetzesänderung gehen, die eine Beweislastumkehr (den Nachweis eines nicht bestehenden Zusammenhangs des ärztlichen Handelns mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung beim Patienten) durch den Arzt erzwingt (Frau Darka hat dafür eine entsprechende Online- Petition in diesem Jahr gestartet). Zum Teil wird diese Beweislastumkehr jetzt schon bei Verfahren von fehlbehandelten Patienten, die gegen den entsprechenden Arzt klagen, angewandt. Doch die Beweislastumkehr muss der Regelfall werden! Mit freundlichen Grüßen Torsten Friesecke - Patient - Wilhelmshaven, 28.10.2015
Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X