Petition updateVerhindern Sie das vorsorgliche Fällen gesunder Bäume im Schlosspark Moers!

4. Workshop am 13.10.26 ... Ausblick...

Christina JostenMoers, Alemania
18 oct 2026

Die Bürgerinitiative hat am 4. Workshop am 13.10.26 teilgenommen und nochmals alles versucht, um die geplante Fällung von rund 22 Bäumen im Schlosspark zu verhindern.

Worum es geht und worum nicht:

Es gibt kranke Bäume im Schlosspark, über deren Entnahme haben wir gesprochen. Hier besteht Konsens zwischen Stadtverwaltung, Geschichtsverein (GMGV) und Bürgerinitiative. Dissens herrscht bei ca. 22 Bäumen. Diese Bäume sind nicht krank.
Die Stadtverwaltung hält dennoch weiter am Argument fest, Bäume seien krank oder würden sich gegenseitig behindern. Das wiederholt sie bei jeder Gelegenheit, so auch im aktuellen Zeitungsartikel (Zitat Dabrock).

Beispiel Zentralplatz („Lindenrondell"):

Der Zentralplatz, in der Diskussion „Lindenrondell" genannt, betrifft nur einen Teil der 22 strittigen Bäume. Wir nennen ihn hier exemplarisch, weil GMGV und BI die Fällungspläne dort absolut nicht nachvollziehen können und ihnen nicht zustimmen.
Für das sogenannte Lindenrondell gibt es keinen denkmalhistorischen Nachweis.
Dort stehen eine Linde, mehrere Bergahorne und ein weiterer Baum, alle gesund.
Die Stadt will sie alle fällen und kleine Linden nachpflanzen. Damit gäbe es auf diesem Zentralplatz 20 bis 30 Jahre lang keinen Schatten.
Ob die Linde zukunftsfähiger ist als der Bergahorn, hängt von mehreren Faktoren ab und ist keineswegs ausgemacht.

Kein Kompromiss gewünscht:

Die Stadt strebt keinen Kompromiss an, der für den GMGV und die Bürgerinitiative tragbarer wäre als eine komplette Fällung.
Grund ist der von der Stadt beauftragte Landschaftsarchitekt Ehrig: Der gemeinsame Vorschlag von GMGV und BI findet bei ihm und der Verwaltung keinen Anklang, weil alle Bäume unbedingt dieselbe Höhe haben sollen.
Zusätzlich sollen weitere Bäume in der Nähe fallen, weil sie die Sicht auf den Zentralplatz bzw. das Lindenrondell verdecken.

Fit für den Klimawandel:

Die Stadtverwaltung meint, der Park werde nur mit klimaresilienten Neupflanzungen fit für den Klimawandel. Darüber besteht absoluter Konsens. Aber dafür dürfen keine jetzt gesunden Bäume gefällt werden, auch wenn sie laut Prognosen nicht zu den klimaresilienten Baumarten zählen. Denn „die einzige Konstante ist die Veränderung" (Heraklit), und das gilt auch für die besten Prognosen und Annahmen.

Der Schlosspark war nie statisch:

Ehrig selbst hat am Dienstag darauf hingewiesen, dass der Schlosspark kein feststehendes Konstrukt ist. Er wurde durch Epochenwechsel und Kriege immer wieder verändert. Genau das gilt auch heute: Wir sind im Zeitalter des Klimawandels angekommen und müssen entsprechend reagieren. Das spricht für den Erhalt schattenspendender, gesunder Altbäume und nicht für deren Fällung zugunsten eines historisierenden Idealbilds.

Mangelhafte Pflege und Neupflanzungen:

Wir haben auf die schlechte Pflege und die miserable Umsetzung der bisherigen Neupflanzungen hingewiesen. Neu war für uns die Aussage von Herrn Makrlik, quasi im Nebensatz: Die neu gepflanzten Bäume würden von der beauftragten Firma nur 10-mal pro Jahr gegossen. Das erklärt, warum die Bäume so aussehen, und weckt erhebliche Zweifel, ob Neupflanzungen unter diesen Bedingungen überhaupt anwachsen und die gefällten Altbäume ersetzen können.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Zwischen 2019 und 2025 wurden laut ENNI 98 Bäume aus Verkehrssicherungsgründen und 25 projektbedingt gefällt, insgesamt also 123 Bäume. Dem stehen im selben Zeitraum nur 9 Neupflanzungen gegenüber. Die Lücken im Schlosspark werden nicht kleiner, sondern immer größer.

Unsere Forderung: ehrliche Visualisierung

Die Planungen müssen unbedingt vor der Bürgerversammlung und vor der Ratsentscheidung sichtbar gemacht werden, etwa per KI-Visualisierung. Diese muss aber realistisch zeigen, wie der Park auf viele Jahre aussieht: mit kleinen Jungbäumen und Brachflächen. Eine Zuckerguss-Version mit ausgewachsenen Bäumen und blühenden Landschaften ließe sich von Politik und Verwaltung zwar wesentlich besser an die Bevölkerung verkaufen, würde aber ein falsches Bild vermitteln.

Unsere Haltung:

Wir haben uns über Monate konstruktiv, sachlich und mit viel Zeitaufwand eingebracht. Unsere Geduld ist inzwischen aber spürbar am Ende. Gesunde Bäume sollen fallen, damit alle dieselbe Höhe haben und Sichtachsen frei sind. Das sind gestalterische Wünsche, die man sich in Zeiten zunehmender Hitze, stärkerer Sonneneinstrahlung und eines städtischen Defizits von 38 Millionen Euro schlicht nicht mehr leisten kann, und auch der Denkmalstatus des Schlossparks rechtfertigt sie nicht.

Dabei stellt sich die Frage: 

Wird hier Politik für die Bürger gemacht oder für Politiker und einen immer größeren Verwaltungsapparat? Die Bürgerinnen und Bürger sollen überall mehr zahlen:
Parken wird allgemein teurer, und E-Autos dürfen auf dem Parkplatz Mühlenstraße nicht mehr kostenfrei parken.
Die Hundesteuer steigt, die ENNI-Gebühren steigen, und auch an der Grundsteuer wird ab 2027 wieder gedreht.
Rats-TV wird abgeschafft.
Gleichzeitig geht bei den Bauprojekten Union-Gelände, Weyerpark (Hülsdonker Straße) und Gelände Finanzamt nichts voran, und das allgemeine Baustellen-Chaos wird nicht weniger, sondern mehr. Dafür gibt es einen 4. Dezernenten. Hierzu wird hoffnungsvoll verkündet, dass die sechsstelligen Ausgaben für den Beigeordneten eine große Ersparnis einläuten. Der Schlosspark wird für viel Geld umgepflügt, und zwar nicht im Einvernehmen mit der Bevölkerung.
Zugleich betont die Politik parteiübergreifend Konsens, demokratischen Prozess und Dialog mit den Bürgern. Wir sagen das höflich, aber mit Nachdruck: Viele von uns fühlen sich weder mitgenommen noch angesprochen. Es reicht. Wir bitten die Verantwortlichen, unsere Bedenken endlich ernst zu nehmen.

Ausblick:

Die Stadtverwaltung plant aller Wahrscheinlichkeit für den 25. November eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung. Im Dezember soll der Rat darüber abstimmen. Bitte nehmen Sie zahlreich teil und verbreiten Sie die Veranstaltung weiter!

Jetzt ist es an Ihnen, ob die Stadt für die Bürgerbeteiligung ein Klassenzimmer oder die Lanxess Arena bereithalten soll. Reden Sie mit und stellen Sie mit uns klar, was mit uns nicht mehr zu machen ist – denn es ist unsere Stadt, unser MOers.

Ihre B.A.U.M. Bürgerinitiative Aktiver Umweltschutz Moers

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