Petition updateFür den Erhalt des Aquatoll in Neckarsulm

Das Finale naht

Heiko SchulzNeckarsulm, Germany
23 Nov 2022

Liebe Unterstützer*innen,

Nun ist es so weit. Die endgültige Abstimmung zur Zukunft des Aquatolls wird morgen um 17 Uhr in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates im Kultursaal der Ballei entschieden. 

Es sind vier Bewerber im Markterkundungsverfahren angetreten. Eine fünfte Gruppe (Planungsteam) ist auch angetreten, hat aber dann Abstand genommen. Ich gehöre zu diesem Planungsteam, das kann ich jetzt verraten.

Warum haben wir Abstand genommen?

Nun, wir befinden uns erst in einem Markterkundungsverfahren. Uns wurde nahegelegt, einen Fragenkatalog zu diesem Verfahren auszufüllen. Leider sind die Fragen und Zahlen darin deplatziert und zu früh: Wie viel Umsatz ich mit anderen Bädern mache, welche Besucherzahlen ich in den Vorjahren hatte, welche Zielgruppe ich ansprechen will, wie die Eintrittspreise aussehen sollen...
 
Natürlich wollen wir die ikonische Architektur und den Freizeit- und Wellnessgedanken in dieser schwierigen Zeit erhalten und das war auch der Antreiber unseres Planungsteams. Unser Team besteht aus Architekten, Ingenieuren und Technikern, die vom Fach sind. Beraten wurden wir auch von einem Bäderbetreiber. Wir saßen seit Juni in unzähligen Stunden ohne eigene wirtschaftlichen Interessen zusammen, also völlig honorarfrei und haben ein Konzept erstellt, mittels welchem wir das Bad in seiner aktuellen Form erhalten wollen.

Wir konnten errechnen, dass wir mit einer Investsumme von 15 - 20 Mio.€ für die Sanierung auskommen würden und das Bad sowie die Sauna nachhaltig aufstellen können. Unser erstes Konzept zeigt somit, dass die Möglichkeit einer Sanierung des Aquatolls besteht. Dabei konnten wir den Zuschuss der Stadt um 50 % reduzieren. Weiterhin konnten wir einen privaten Geldgeber aus der Region gewinnen, der ein Teil der Sanierungskosten tragen würde.

Im wesentlichen würden wir die:

Die Technik regional und nachhaltig aufstellen und an die Energiekrise anpassen.
Alle baulichen Mängel beseitigen.
Die Gastronomie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gestalten.
Einige Bereiche wirtschaftlich überdenken
etc.
Es beschleicht einem natürlich das Gefühl, dass gar keine Interesse besteht das Bad zu retten, sonst hätte man nicht auf das Ausfüllen des Fragebogens beharrt, sondern hätte gesagt:" Zeigt mal her, was ihr vorhabt!"

Auf die Stadt würden Kosten in Höhe von einmalig 10 Mio. € zukommen und ein jährlicher Zuschuss von 2 Mio €. Wir hatten gefragt, ob wir mit dieser Summe rechnen können. Eine Antwort wollte man uns aus Gleichbehandlungsgründen aller Bewerber nicht geben. Ohne diese Aussage ist jedoch eine weitere Planung für uns schwierig.

Kurzum, mein Bauchgefühl sagt mir, dass das Bad wohl nicht mehr zu retten ist. Leider...

Wer diese Architektur und den Freizeitgedanken zerstört, schadet der Auseinandersetzung mit der Geschichte und verhindert, dass man daraus lerne! Das ist aber die Sache der Stadt Neckarsulm mithilfe des Gemeinderates, die darauf die richtigen Antworten finden muss.

Ich halte Euch weiterhin auf dem Laufenden.

Herzliche Grüße

Heiko Schulz

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