Rücknahme der Haushaltssperre für Bonner Kultur

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Das Anliegen

Die Kultur in Bonn steht auf der Kippe! Stimmt mit uns gegen die Haushaltssperre für die Kulturförderung! 

Seit dem 8. September 2026 gilt in Bonn eine Haushaltssperre; der in Aussicht gestellte Nothaushalt gefährdet viele Kulturinstitutionen akut in ihrem Bestand. Dagegen wehren wir uns und fordern eine verbindliche Zusage der Förderungen für 2027. 

Bonn lebt von seiner Kultur: von Bühnen und Bands, Chören und Clubs, Ateliers und Off-Spaces, Kinos, Festivals, den Museen und Ausstellungsräumen, den kulturschaffenden Vereinen und freien Initiativen in jedem Viertel. Wir, die Veranstalter:innen, Träger:innen und Institutionen der freien und städtischen Kunst- und Kulturszene, machen diese Stadt lebendig, oft unter prekären Bedingungen und mit viel Ehrenamt. Jetzt droht der Vorhang zu fallen. Dagegen wehren wir uns.

Seit dem 8. September 2026 gilt in Bonn eine Haushaltssperre. Der erwartete Fehlbetrag im Haushalt ist von 123,4 auf 167,5 Millionen Euro gestiegen. In Aussicht gestellt ist, im Nothaushalt 2027 die freiwilligen Leistungen nicht auszuzahlen, und dazu gehören sowohl die institutionellen Förderungen der Kultur als auch die allgemeine Projektförderung. Für viele von uns wäre dies das Aus. Zwei Insolvenzverfahren von Kulturbetrieben laufen bereits, weitere würden folgen. Und wo die Stadt nicht fördert, fallen auch die Mittel von Land, Bund und EU weg, was besonders die gemeinnützigen Vereine trifft.

Der Förderbetrag für die freie Szene in Bonn ist seit 20 Jahren nicht erhöht worden; schon das kommt bei allen Teuerungen und Inflation einer Kürzung um knapp 50% gleich. 

Hinzu kommt die drohende Schließung des Schauspiels am Theater Bonn, obwohl sich der Kulturausschuss am 6. Oktober für seinen Erhalt ausgesprochen hat. Mit ihm verlöre Bonn eine ganze Sparte, ihr Ensemble und ihr Publikum. Was einmal geschlossen ist, bleibt geschlossen. 

Der Ertrag stünde in keinem Verhältnis zum Schaden. Alle städtischen Zuschüsse an freie Kulturträger betragen 2026 zusammen rund 2,3 Millionen Euro, gut ein Promille des städtischen Haushalts. Selbst wenn man sie ganz striche, deckte das nicht einmal anderthalb Prozent des Fehlbetrags. Darüber hinaus holen die Zuwendungsempfänger:Innen ein Vielfaches an Drittmitteln in die Stadt, worüber Arbeitsplätze und Steuereinnahmen generiert werden. Zerstört würden aber Strukturen und Arbeitsplätze, die über Jahrzehnte gewachsen sind und nicht wiederkommen, wenn sich die Kassen erholen.

Wir wissen, dass die Kassen leer sind, und auch die Kultur trägt bislang ihren Teil. Viele von uns senken bereits Kosten und teilen Ressourcen. Aber Sparen braucht einen Plan, nicht den Kahlschlag. Die Kultur darf nicht zur Verhandlungsmasse werden, die gegen Stadthaus, Bäder oder ÖPNV aufgerechnet wird. Kunst und Kultur sind ein Grundwert der Demokratie und bieten Räume, um diese zu verhandeln. Gerade jetzt, da rechte Kräfte sie sich für ihre Zwecke aneignen wollen, stehen sie nicht zur Disposition.

Seit dem 24. September liegt dem Rat ein Antrag vor, die Haushaltssperre zu ändern. Wir fordern Rat und Verwaltung der Bundesstadt Bonn auf,

-die Kulturförderung von der Haushaltssperre auszunehmen und die Förderung für 2027 verbindlich zuzusagen.

-unverzüglich mit den Träger:innen der freien und städtischen Szene zu sprechen und offenzulegen, wie es weitergeht.

-mit uns Wege zu erarbeiten, Kosten zu senken, statt pauschal zu kürzen.

-vor jeder Entscheidung zu prüfen, was eine Kürzung tatsächlich anrichtet

-sich klar hinter die Kultur in ihrer ganzen Vielfalt zu stellen. 

Wir sind bereit zum Gespräch, mit offenen Zahlen und offenen Türen. Kurzsichtige Kürzungen verspielen die Zukunft unserer Stadt. 

Und an unser Publikum und die Bonner Bürger:innen:

Unterstützt uns und kommt am 12. November um 16 Uhr vor das Stadthaus am Berliner Platz. 
Demonstriert mit uns für eine vielfältige und lebendige Kultur- und Stadtgesellschaft!

Bitte unterschreiben Sie diese Petition, um ein klares Zeichen für den Erhalt und die Zukunft der Bonner Kultur zu setzen.

 

Foto:

ONE WORLD PARADE für Toleranz und Vielfalt mit dem Kültürklüngel Orkestar auf der Kennedybrücke beim ONE WORLD FESTIVAL BONN – von ONE WORLD PROJECT e. V.. 

 

Tasja LangenbachPetitionsstarterin/Petitionsstarter

Updates zur Petition