Schaffung soziokultureller Freiräume in Gotha

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Hilf uns dabei, in Gotha neue Freiräume für die Jugend zu erschließen!

 

Kurzfassung:

Wir ersuchen den Gothaer Stadtrat um die Erarbeitung eines städtebaulichen Konzeptes, um damit Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter Einbeziehung basisdemokratischer Elemente soziokulturelle Freiräume und darüber hinaus die Teilhabe an Stadtplanung und -entwicklung zu ermöglichen. 

Begründung:

In einer Stadtgesellschaft treffen unterschiedliche Interessen verschiedener Gruppen und Akteur/innen aufeinander, die es zu moderieren gilt. Geht nun an einer Stelle Raum für eine/n dieser Akteur/innen ersatzlos verloren, wird an anderer Stelle neuer Raum zulasten einer anderen Interessengruppe gewonnen – es entsteht ein Interessenkonflikt, der im negativen Falle zur Eskalation führt. Dementsprechend ist es wichtig und unserer Meinung nach Aufgabe der Verwaltung, innerhalb einer Stadt Räume zu entwickeln, die den unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen der urbanen Gruppen gerecht werden und möglichen Raum- und Interessenkonflikten vorbeugen.

Insbesondere junge Menschen suchen oft noch ihren Platz innerhalb der Gesellschaft und ringen um soziale und kulturelle Anerkennung. Diese Prozesse laufen meist im gemeinsamen Miteinander unter Gleichaltrigen ab. Schule, Ausbildungsplatz oder das Neuland „Internet“ reichen dabei als Orte dieser sozialen Interaktion aber nicht aus. Darüber hinaus gilt es, Möglichkeiten der Freizeitgestaltung aufzuzeigen, die gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion versprechen. Dabei geht es nicht um das Feiern, das sicherlich weithin mit der jugendlichen Freizeitgestaltung assoziiert wird - zumindest nicht ausschließlich. Es geht vielmehr um Selbstverwirklichung einer ganzen Generation von Menschen auf allen Ebenen des Menschseins.

Gerade in einer Stadt, die voll im Trend einer alternden Gesellschaft liegt, wird zuvorderst den Älteren Platz eingeräumt; wird die Stadt überwiegend aus Sicht der Älteren gedacht. Wenn dabei aber jüngere Semester fast vollständig vergessen werden, geht das zu Lasten des allgemeinen Wohlbefindens der städtischen Bewohner/innen. Die jungen werden verdrängt und suchen sich neue Räume - Konflikte sind vorprogrammiert. Oder sie gehen ganz weg und schwächen damit die Diversität der Stadtgesellschaft nachhaltig. Jede Stadt braucht daher soziokulturelle Begegnungsstätten für junge Heranwachsende. Diese können als städtebaulicher Katalysator sozialen und kulturellen Empowerments die Charakterentwicklung junger Erwachsener ungemein befördern und beeinflussen dadurch mitunter maßgeblich die soziale Struktur einer Stadt – wovon im besten Falle wiederum das Stadtklima nennenswert profitiert.

Forderung:

Bereits vor der Corona-Krise, die potentielle Konflikte im sozialen Gefüge noch einmal verschärft hat, fehlten in Gotha Räume für soziokulturelles Empowerment unter jungen Menschen sowie Möglichkeiten zur Teilhabe an Stadtpolitik und -entwicklung. Wir ersuchen die Stadträt/innen und den Oberbürgermeister der Stadt Gotha daher im Namen der Unterstützer/innen dieses Anliegens einer Debatte im Stadtrat Platz einzuräumen, um geeignete Möglichkeiten der Teilhabe für Menschen zwischen 14 und 35 Jahren an stadtplanerischen und politischen Prozessen zu entwickeln und ggf. zu beschließen. Darüber hinaus ersuchen die Unterzeichner/innen dieses Briefes die daran anschließende Erarbeitung eines städtebaulichen Konzeptes unter Einbeziehung der Interessen und Ansprüche sowie direktdemokratischer Teilhabe der genannten Alterskohorte. Zentraler Punkt des Konzeptes sollen ein oder mehrere öffentlich zugängliche Orte sein, welche die Stadt nach Vorbild des Projektes „Model Space“ (2018 / durchgeführt von Clubcommission & TU Berlin) explizit der Ausrichtung nicht-kommerzieller Kulturveranstaltungen wie Aufführungen, Musikveranstaltungen, Tanzlustbarkeiten u.a. durch Jugendliche und junge Erwachsene bei Erfüllung niederschwelliger bürokratischer Anforderungen zuführt. Dies sehen wir als ersten Schritt in die richtige Richtung an, um Jugendliche und junge Erwachsene stärker in Stadtpolitik und -entwicklung einzubeziehen und um eigenverantwortliches Denken und Handeln unter jungen Menschen zu fördern.

Dieser Brief an alle Fraktionen im Gothaer Stadtrat, den Oberbürgermeister der Stadt, Thüringer Allgemeine, Thüringer Landeszeitung und die Sozialministerin des Landes Thüringen (zur Kenntnisnahme) überreicht.

Weiterführende Literatur:
- Model Space: https://modelspaceproject.de/
- Creative Cities: https://bit.ly/3jGeBOz
- Governance: https://bit.ly/2DivSOc | https://bit.ly/2De5nJJ