Marburg braucht die Möglichkeit, Lebensmittel nach Hause liefern zu lassen

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Das Anliegen

Stell dir vor, du sitzt allein in deiner Wohnung. Dein Kühlschrank wird immer leerer, du brauchst Lebensmittel, vielleicht etwas Warmes zu essen. Aber du weißt nicht, wie du es heute zum Supermarkt schaffen sollst. Draußen ist es unerträglich heiß, die Gehwege sind vereist oder deine körperliche und psychische Verfassung lässt dich einfach nicht mehr. Du schaust auf das, was noch da ist, und fragst dich, wie du die nächsten Tage schaffen sollst. Und vielleicht gibt es niemanden, den du anrufen kannst. Niemanden, der kurz vorbeikommt. Niemanden, der dir einfach eine Tüte Lebensmittel vor die Tür stellt. Genau diese Realität erleben Menschen, über die viel zu selten gesprochen wird.
Ich bin 22 Jahre alt, blind, lebe allein in Marburg und leide unter psychischen Erkrankungen. Seit Jahren habe ich keinen Kontakt zu meiner Familie. Ich habe niemanden, den ich einfach fragen kann, ob er für mich einkaufen geht. Ich muss meinen Alltag allein bewältigen, auch an Tagen, an denen mir ohnehin schon alles zu viel wird. Wenn dann extreme Hitze, Glätte oder meine psychische Belastung dazukommen, kann mich etwas so Alltägliches wie Einkaufen vor eine riesige Herausforderung stellen. Und ja, manchmal habe ich Angst. Angst davor, wie ich alles schaffen soll. Angst davor, auf mich allein gestellt zu sein, wenn ich Unterstützung brauche. Und Angst davor, dass etwas, das für andere selbstverständlich ist, für mich plötzlich unerreichbar wird.
Doch meine Geschichte ist nur eine von vielen. Es gibt ältere Menschen, die kaum noch vor die Tür kommen. Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder körperliche Einschränkungen haben. Menschen mit chronischen Erkrankungen, die ihre Kräfte einteilen müssen. Menschen mit Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen, die manchmal schon darum kämpfen, überhaupt durch den Tag zu kommen. Menschen, die allein leben, wenig Geld haben oder niemanden an ihrer Seite wissen. Hinter jeder dieser Situationen steckt ein Mensch, der versucht, irgendwie zurechtzukommen. Ein Mensch, der vielleicht nicht darüber spricht, wie schwer ihm der Alltag fällt. Ein Mensch, der sich schämt, um Hilfe zu bitten, oder schlicht niemanden hat, den er fragen könnte.
Und dann soll ausgerechnet die Versorgung mit Lebensmitteln zu einem weiteren Kampf werden?
Ich finde, dass wir als Gesellschaft darüber sprechen müssen. Denn Essen ist kein Luxus. Es ist ein Grundbedürfnis. Niemand sollte sich Sorgen darüber machen müssen, wie er an seine nächste Mahlzeit kommt, weil er aufgrund einer Behinderung, einer Erkrankung, seines Alters oder der Wetterbedingungen nicht sicher einkaufen gehen kann. Niemand sollte zu Hause sitzen und hoffen müssen, dass es irgendwie reicht, obwohl die Lebensmittel ausgehen.
Deshalb wünsche ich mir für Marburg bezahlbare, verlässliche und barrierefreie Liefermöglichkeiten für Lebensmittel. Angebote, die auch für Menschen mit wenig Geld erreichbar sind und gerade dann helfen, wenn der Weg zum Supermarkt zu einer unüberwindbaren Hürde wird. Bei extremer Hitze, bei Glätte im Winter, während einer Erkrankung oder an Tagen, an denen die eigene Psyche einfach keine Kraft mehr übrig lässt.
Es geht mir um so viel mehr als um eine Lieferung vor die Haustür. Es geht um Selbstständigkeit. Um Sicherheit. Um Würde. Um das Recht, trotz Einschränkungen allein leben zu können, ohne ständig Angst haben zu müssen, an den einfachsten Dingen des Alltags zu scheitern. Und es geht um Menschen, die keine Familie haben, die einspringen kann. Menschen, die gelernt haben, vieles allein auszuhalten, obwohl sie sich manchmal einfach wünschen würden, dass jemand an sie denkt.
Ich möchte nicht, dass jemand erst völlig verzweifelt sein muss, bevor seine Situation ernst genommen wird. Ich möchte nicht, dass Menschen zwischen ihrer Sicherheit und ihrer Versorgung wählen müssen. Und ich möchte nicht, dass jemand das Gefühl bekommt, vergessen worden zu sein, nur weil seine Schwierigkeiten für andere unsichtbar bleiben. Vielleicht kannst du problemlos einkaufen gehen. Vielleicht hast du Menschen, die dir helfen, wenn es dir schlecht geht. Dann sei froh darüber. Aber bitte vergiss nicht, dass es Menschen gibt, für die genau diese Dinge keine Selbstverständlichkeit sind. Vielleicht kennst du jemanden, der still kämpft. Vielleicht ist es deine Nachbarin, ein älterer Mensch aus deiner Straße oder jemand, dem man seine Einschränkungen gar nicht ansieht. Und vielleicht bist du irgendwann selbst in einer Situation, in der du froh wärst, wenn es diese Unterstützung gäbe.
Ich wünsche mir ein Marburg, in dem Menschen nicht einfach sich selbst überlassen werden. Eine Stadt, in der wir verstehen, dass nicht jeder dieselben Voraussetzungen hat und dass echte Teilhabe manchmal mit etwas so Einfachem beginnt wie einer Tüte Lebensmittel vor der eigenen Haustür.
Bitte unterschreibt diese Petition und helft dabei, dieses Thema sichtbar zu machen. Für die Menschen, die nicht laut um Hilfe rufen können. Für diejenigen, die allein leben. Für diejenigen, die jeden Tag kämpfen und trotzdem versuchen, ihr Leben selbstständig zu meistern.
Denn niemand sollte allein in seiner Wohnung sitzen, Angst vor dem nächsten Einkauf haben und sich fragen müssen, wie er an sein Essen kommt. Niemand sollte das Gefühl haben, dass die Welt einfach weiterläuft, während man selbst nicht mehr hinterherkommt. Manchmal kann eine einzige Veränderung einem Menschen das Gefühl zurückgeben, nicht vergessen worden zu sein. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Marburg diesen Menschen eine solche Möglichkeit gibt…

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Ibtissam EcharguiPetitionsstarterin/Petitionsstarter

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