Neue Daten/Fakten und Hintergründe
Neue Zahlen, offene Fragen – Unsere Haltung bleibt gleich
Viele Unterstützerinnen und Unterstützer haben uns nach konkreten Zahlen und den Projektplänen zum geplanten Kleinwasserkraftwerk an der Walder Sohlschwelle gefragt. Deshalb möchten wir über den aktuellen Stand informieren.
Am 28. Juli wurde das Vorhaben erstmals in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt. Dabei wurden konkrete technischen Daten/Zahlen genannt. Die eigentlichen Projekt- und Lagepläne liegen uns als Bürgerinitiative bisher jedoch immer noch nicht vor, nach aktuellem Stand vermutlich im September.
Das ursprüngliche Ziel unserer Petition bleibt daher unverändert. Wir lehnen ein weiteres Wasserkraftwerk auf dieser bereits stark genutzten Strecke ab.
1,3 Gigawattstunden – wie ist das einzuordnen?
Nach den bei der Projektvorstellung genannten Zahlen soll die Anlage eine Leistung von rund 273 Kilowatt liefern und etwa 1,3 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen.
Um diese Größenordnung besser einordnen zu können, hier der Vergleich:
Durch die Modernisierung des bestehenden Kraftwerks in Töging können jährlich ~139 Gigawattstunden Strom zusätzlich erzeugt werden – mehr als das 100-fache, als das für die Wasserkraftschnecke prognostizierten Jahresmenge!
Auch das auf Garchinger Gemeindegebiet liegende Geothermiekraftwerk bei Bruck erzeugt mit rund 32,88 Gigawattstunden pro Jahr bereits die 25-fache Menge an Strom.
Rechnerisch produziert es in etwa 2 Wochen so viel Strom, wie das geplante Kleinwasserkraftwerk in einem ganzem Jahr! Hinzu kommt die Nutzung der Geothermie für die geplante Fernwärmeversorgung.
Ist dieser vergleichsweise geringe zusätzliche Energieertrag den dauerhaften Eingriff in diesem Abschnitt der Alz wert?
Wir sagen NEIN!
Durchgängigkeit für Fische geht auch ohne Wasserkraftwerk!
Als ökologischer Vorteil des Projekts wird die geplante Fischwanderhilfe angeführt. Doch die Verbesserung der Fisch Durchgängigkeit ist nicht zwangsläufig an den Bau eines Kraftwerks gekoppelt.
Nach den Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie besteht unabhängig vom geplanten Kraftwerk davon Handlungsbedarf, die ökologische Durchgängigkeit der Alz zu verbessern.. Weitere naturnahe Maßnahmen könnten im Zuge späterer Renaturierungen folgen.
Wird dagegen jetzt eine Wasserkraftnutzung für Jahrzehnte genehmigt, könnte der Spielraum für weitergehende Renaturierungen erheblich eingeschränkt werden.
Bei der Projektvorstellung wurde als Kraftwerk freie Alternative vor allem eine besonders aufwendig „Raue Rampe“ gezeigt. Andere Lösungen wurden nicht vergleichbar dargestellt. Wir fordern deshalb, auch Kraftwerk freie Varianten zu prüfen und öffentlich vorzustellen.
Wichtige Fragen bleiben offen:
- Wie wirken sich Niedrigwasser und längere Trockenperioden auf Stromerzeugung und Restwasserstrecke aus?
- Wie trägt sich das Projekt unter realistischen wirtschaftlichen Bedienungen, etwa bei Abregelungen oder schwankender Wasserführung?
- Welche Mengen an Beton und Stahl, Erdbewegungen u. Transporte sind erforderlich? - Wie fällt die gesamte Ökobilanz aus?
- Wie wird das gesamte Bauwerk inkl. Wasserkraftschnecke, Kraftwerksgebäude,Fischwanderhilfe,Zufahrten und Wegen unmittelbar im Wohn- und Naherholungsgebiet tatsächlich aussehen?
Unabhängig von unserer ablehnenden Haltung haben Bürgerinnen und Bürger ein Recht zu erfahren, was genau geplant ist und welche Folgen das haben könnte!
Bürger müssen Ihre Fragen stellen können
- Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 28. Juli waren keine Fragen von Bürgern zugelassen.Wir fordern deshalb eine öffentliche, transparente Informationsveranstaltung, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen direkt an Investor,Planer, Behörden u. Gemeinde richten können.
Diese Forderungen ändern nichts an unserer Haltung!
Die kommenden Wochen sind jetzt wichtig. Wir bedanken uns für die bereits zahlreichen Unterstützer/Innen und appellieren hier nun weiter an Sie. Jede weitere Unterschrift macht sichtbar, wie viele Menschen der Schutz der Alz am Herzen liegen – Für eine lebendige Alz für ALLE!