Jennifer HilterscheidAllemagne
4 nov. 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

nach vielen Monaten intensiver Bemühungen möchte ich euch heute ein letztes Update zu meiner Petition geben.

Leider ist es mir trotz zahlreicher Gespräche, umfangreicher Recherchen und verschiedener Lösungsansätze nicht gelungen, eine ergänzende Kurzzeitbetreuung an den Grundschulstandorten im Höhengebiet von Bad Münstereifel  auf den Weg zu bringen.

Da ich mich nun entschieden habe, meine Initiative zu beenden, möchte ich euch abschließend darüber informieren, welche Möglichkeiten ich in den vergangenen Monaten geprüft habe und welche Erfahrungen ich dabei sammeln konnte.

Ursprünglich ging es mir darum, auf die unflexiblen Abholzeiten der offenen Ganztagsschule (OGS) aufmerksam zu machen und mich für familienfreundlichere Betreuungsmöglichkeiten einzusetzen.

Im Laufe meiner Bemühungen wurde mir jedoch bewusst, dass eine ergänzende Kurzzeitbetreuung bis 13:30 Uhr möglicherweise eine praktikable Alternative darstellen könnte. Denn nicht jede Familie benötigt oder will eine Betreuung über mehrere Stunden bis in den Nachmittag.

Um herauszufinden, ob auch andere Familien Interesse an einer solchen Betreuungsmöglichkeit haben, mit denen ich bislang nicht persönlich gesprochen hatte, führte ich eine eigene Elternbefragung durch.

Insgesamt beteiligten sich 55 Familien. Davon äußerten 49 grundsätzliches Interesse an einer Kurzzeitbetreuung.

Von 36 Familien, deren Kinder die OGS nicht besuchten, zeigten 32 Interesse an einem solchen Angebot.

Natürlich ersetzt diese Befragung keine umfassende, offizielle Bedarfserhebung und lässt noch keine Rückschlüsse auf verbindliche Anmeldezahlen zu. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass der Wunsch nach einer ergänzenden Betreuungsmöglichkeit unter den befragten Familien deutlich vorhanden ist. 

Auch in persönlichen Gesprächen berichteten mir andere Eltern, wie sehr sie eine solche Betreuung begrüßen würden. Darüber hinaus wurde mir mehrfach zugetragen, dass bereits in vergangenen Jahren Eltern mit der Schulleitung über die Möglichkeit einer Kurzzeitbetreuung gesprochen haben.

Die Ergebnisse meiner Befragung habe ich der Stadt Bad Münstereifel zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Rückmeldung zu meiner Bedarfserhebung habe ich von dort bis heute leider nicht erhalten.

Nachdem sich abzeichnete, dass eine Flexibilisierung der bestehenden OGS-Strukturen schwierig sein würde, begann ich, mich intensiv mit anderen Betreuungsmodellen auseinanderzusetzen.

Seitens der Stadt wurde mir mitgeteilt, dass der bestehende OGS-Träger Schülergarten eine zusätzliche Kurzzeitbetreuung an den Schulstandorten im Höhengebiet aus wirtschaftlichen Gründen nicht anbieten könne. Daher recherchierte ich eigenständig, wie vergleichbare Angebote an anderen Grundschulen organisiert werden.

Besonders hilfreich waren dabei meine Kontakte zu kleineren Grundschulen in Rheinland-Pfalz, unter anderem in Adenau und Antweiler. Dort erhielt ich Einblicke in bestehende Betreuungsmodelle und konnte mich mit Verantwortlichen über die praktische Umsetzung austauschen.

Ich beschäftigte mich mit rechtlichen Grundlagen, der möglichen Trägerschaft durch gemeinnützige Vereine, Versicherungsfragen, der Beschäftigung und Vergütung von Betreuungskräften sowie der Finanzierung über Elternbeiträge. Teilweise wurden mir sogar Vertragsunterlagen, Elternvereinbarungen und weitere organisatorische Dokumente zur Verfügung gestellt.

Mir war dabei bewusst, dass sich die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen in Rheinland-Pfalz nicht vollständig auf Nordrhein-Westfalen übertragen lassen. Dennoch zeigten mir diese Beispiele, dass ergänzende Betreuungsangebote auch an kleineren Grundschulen grundsätzlich organisiert werden können.

Auf Grundlage meiner Recherchen erarbeitete ich schließlich ein eigenes Konzept für eine Kurzzeitbetreuung bis 13:30 Uhr, einschließlich erster Überlegungen zur Personalplanung, Organisation und Finanzierung. Mein Ziel war es, nicht nur auf fehlende Betreuungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, sondern möglichst selbst einen konkreten und umsetzbaren Lösungsansatz zu entwickeln.

Zuletzt wandte ich mich mit meinem ausgearbeiteten Konzept und den Ergebnissen meiner Elternbefragung an den Förderverein der Grundschule Mutscheid.

Meine Hoffnung war, dass sich über eine Trägerschaft des Fördervereins möglicherweise eine kleine, ergänzende und überwiegend durch Elternbeiträge finanzierte Kurzzeitbetreuung verwirklichen ließe.

Der Vorstand hat sich mit meinen Unterlagen und dem Vorhaben beschäftigt, sich letztlich jedoch gegen die Übernahme einer solchen Trägerschaft entschieden. Diese Entscheidung respektiere ich selbstverständlich. Die Organisation einer Kinderbetreuung bedeutet eine große Verantwortung und bringt zahlreiche finanzielle, rechtliche und personelle Fragen mit sich. Ich bin mir bewusst, dass ein solches Projekt nicht nebenbei umgesetzt werden kann und eine langfristig verlässliche Organisation erfordert.

Auch wenn ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, danke ich dem Vorstand dafür, dass er sich mit meinem Konzept auseinandergesetzt hat.

Im Laufe der vergangenen Monate habe ich mich an verschiedene Ansprechpartner aus Stadtverwaltung und Politik gewandt. Leider habe ich bei meiner Suche nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten insgesamt nur wenig Unterstützung erfahren.

Ich hatte häufig den Eindruck, dass eine zusätzliche Betreuungsform vor allem unter dem Gesichtspunkt ihrer organisatorischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die bestehenden Strukturen betrachtet wurde.

Dass die vorhandene OGS langfristig gesichert werden muss, steht für mich außer Frage. Ich möchte deshalb noch einmal ausdrücklich betonen, dass sich meine Initiative zu keinem Zeitpunkt gegen die OGS gerichtet hat. Die OGS ist für viele Familien unverzichtbar und bietet Kindern wertvolle Möglichkeiten. Mein Wunsch war lediglich, dass daneben auch andere Betreuungsbedürfnisse berücksichtigt werden. Denn Familienfreundlichkeit bedeutet für mich nicht zwangsläufig, Kinder möglichst lange betreuen zu lassen. Familienfreundlichkeit bedeutet auch, Eltern die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder früher abzuholen, wenn sie das möchten und ihnen gleichzeitig eine kurze, verlässliche Betreuung anzubieten, wenn der Unterricht früher endet als der Arbeitstag.

Besonders bedauerlich finde ich, dass die Betreuungsmöglichkeiten innerhalb unseres Stadtgebiets je nach Schulstandort unterschiedlich ausfallen. Mein Wunsch war es, mich für möglichst faire und vergleichbare Bedingungen für alle Familien einzusetzen.

Eine besondere Erwähnung verdient an dieser Stelle Herr Dr. Jörg Lommatsch von der SPD, der meinem Anliegen offen begegnet ist und sich mit möglichen Lösungswegen beschäftigt hat.

Für sein Interesse, seine Zeit und seine Unterstützung möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

Mit der Entscheidung des Fördervereins ist für mich die letzte realistisch erscheinende Möglichkeit entfallen, eine ergänzende Kurzzeitbetreuung an unseren Schulstandorten auf den Weg zu bringen.

In den vergangenen Monaten habe ich viel Zeit und Energie investiert, Gespräche geführt, recherchiert, rechtliche Grundlagen zusammengetragen, Finanzierungsmöglichkeiten geprüft und verschiedene Wege zur Umsetzung ausgelotet.

Letztlich ist ein solches Vorhaben jedoch nicht durch das Engagement einer einzelnen Person zu verwirklichen. Es braucht einen geeigneten Träger, verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Da sich trotz meiner Bemühungen keine entsprechende Lösung finden ließ, habe ich mich entschieden, meine Initiative an dieser Stelle zu beenden.

Auch wenn meine Bemühungen nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, hoffe ich, dass das Thema einer ergänzenden Kurzzeitbetreuung nicht dauerhaft aus dem Blick gerät. Denn der Wunsch und der Bedarf nach einer solchen Betreuungsmöglichkeit ist vorhanden. Und ich wünsche mir, dass bei zukünftigen Überlegungen zur Schulkindbetreuung nicht ausschließlich wirtschaftliche und organisatorische Gesichtspunkte, sondern auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien berücksichtigt werden.

Nicht jedes Kind braucht einen langen Betreuungstag. Nicht jede Familie möchte einen langen Betreuungstag. Und auch diese Entscheidung verdient Respekt. Es sollte selbstverständlich sein, dass Eltern sich sowohl für eine Ganztagsbetreuung als auch für möglichst viel gemeinsame Familienzeit entscheiden dürfen, ohne dass eine dieser Entscheidungen infrage gestellt wird.

Abschließend möchte ich mich herzlich bei allen bedanken, die meine Petition unterschrieben, geteilt oder an meiner Elternbefragung teilgenommen haben.

Ebenso danke ich den Eltern, die mir in persönlichen Gesprächen ihre Erfahrungen und Wünsche geschildert haben.

Auch wenn mein Einsatz nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat, war es mir wichtig, für dieses Anliegen einzustehen.

Vielen Dank für euer Interesse und eure Unterstützung!

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