Freizeitkickergelände erhalten - bhb in die Stadtmitte!

Petition geschlossen.

Diese Petition hat 557 Unterstützer

Das Anliegen

Freizeitkickergelände erhalten - Bhb in die Stadtmitte!

Wir, die Unterzeichner*innen dieser Petition, fordern den Erhalt des Freizeitkickers als freizeitlich genutzte Grünfläche. Eine Bebauung des Geländes lehnen wir entschieden ab.

 

Zum Hintergrund:

Auf der Suche nach einem Standort für ein Wohnhaus der Behindertenhilfe Bergstraße (bhb) kam die Bürstädter Verwaltung durch Unterstützung der CDU/FDP-Koalition auf die Idee, dass das Freizeitkickergelände hierfür am besten geeignet sei. Konkret wird die „Südwest-Ecke des Bereichs“, nahe der Bahnlinie, vorgezogen.

 

Worin liegt hierbei das Problem?

Zunächst ist es zu begrüßen, dass die bhb in Bürstadt ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderung realisieren möchte. Die nachvollziehbare Bedingung seitens der bhb für ein solches Vorhaben ist es, dass dieses Gebäude von einer Wohnnutzung umgeben ist. Das ist wichtig, damit die Bewohner*innen bestmöglich in die Stadtgesellschaft integriert werden. Da dies am Ortsrand bzw. am Freizeitkickergelände nicht der Fall wäre, hat die CDU/FDP-Koalition nun dem Wunsch der Verwaltung zugestimmt, „eine mögliche Bebauung mit dem Schwerpunkt Wohnnutzung planerisch zu entwickeln“ und die Freizeitnutzung des Geländes somit aufzugeben.

Außerdem soll die derzeitige Skate-Anlage in den Bildungs- und Sportcampus verlegt werden. Den Skater*innen bzw. wenigen Einzelpersonen wurde dies in Gesprächen angeboten, nachdem zuvor der Wunsch der Erweiterung der Anlage mit weiteren Elementen (z.B. einer „Halfpipe“) an die Bürgermeisterin herangetragen wurde. Unter Verweis auf eine „grobe Betrachtung durch einen Schallgutachter“, wonach die höchstzulässigen Lärmwerte bei Erweiterung der Anlage auf dem derzeitigen Standort nicht einzuhalten wären, wird für die Skate-Anlage eine Verlegung auf den Bereich hinter dem Sportplatz der Eintracht Bürstadt vorgeschlagen. Warum bei der erst vor wenigen Jahren erfolgten Umgestaltung der Skate-Anlage Lärmwerte noch unproblematisch waren, plötzlich aber eine Verlegung der Anlage angeblich notwendig machen, ist nicht nachvollziehbar. Die Vermutung, dass dies als Vorwand für die geplante Bebauung des Freizeitkickergeländes dient, liegt folglich nahe. Das „grobe Gutachten“ wurde den städtischen Ausschüssen jedenfalls noch nicht vorgelegt und bleibt weiterhin unbekannt.

Aus der Verwaltungsvorlage für den am 28.10. im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss verabschiedeten Beschluss geht außerdem hervor, dass für den Standort des Freizeitkickergeländes nicht nur Wohnhäuser, sondern auch ein Ärztehaus angedacht ist. Ein solches Ärztehaus ist zunächst eine gute Idee und wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Allerdings wird mit diesem Vorhaben bereits klar, wohin die Reise gehen soll: Das Freizeitkickergelände wird mittel- bis langfristig bebaut und die letzte große, grüne, freizeitlich genutzte und nicht von Vereinen belegte Fläche wird damit geopfert.

Das möchten wir verhindern!

Wir schätzen das Gelände in seiner jetzigen Form, als attraktive Grünfläche zur Erholung, zum freizeitlichen und vereinsungebundenen Sportbetrieb, zum Drachen steigen lassen, zum Spazieren gehen, zum Skaten, zum Basketballspielen, als Treffpunkt für Jung und Alt.

 

Nicht nur meckern: Wie geht’s besser?

Seit Jahren bringt die Verwaltung das Freizeitkickergelände für die verschiedensten Ideen ins Gespräch: 2014 für ein mögliches neues Jugendhaus, 2015 für den Bau von Unterkünften für Geflüchtete und 2020 erst für die mögliche Unterbringung von Obdachlosen und nun für Menschen mit Behinderung. Trotz mehrfacher Ablehnung einer entsprechenden Bebauung des Geländes durch Bürger*innen und/oder Politik schlägt die Verwaltung immer wieder vor, bestimmte Personen am Ortsrand unterzubringen und dafür die freizeitliche Nutzung der Fläche (teilweise) zu opfern.

 

Gesellschaftliche Integration und ein gutes Miteinander gehen anders!

Dabei gibt es Alternativen - man muss sie nur wollen und tatkräftig angehen. Behindertenhilfe in Bürstadt, Wohnbebauung, Ärztehaus, Erweiterung der Skateanlage UND Erhalt des Freizeitkickergeländes schließen einander nicht aus.

Auch der Beethovenplatz ist bislang unbebaut und würde genug Platz für ein bhb-Projekt mit Wohn- und Ärztehaus bieten. Die Bewohner*innen würden von der mittigen Lage und von der Nähe zu Geschäften sowie Bus- und Bahn profitieren.

 

Warum ist noch nichts passiert?

Seit Jahren werden im Haushalt der Stadt Mittel für die Entwicklung des Beethovenplatzes bereitgestellt (zum Beispiel für 2020: 150.000 Euro), passiert ist bislang jedoch nichts, viel früher hätte die Verwaltung zur Klärung beitragen können, ob der Boden belastet ist oder nicht. Die Vorstellung der CDU/FDP-Koalition, dieses Problem zu ignorieren und den Beethovenplatz als Grünfläche mit eventueller Urban-Gardening-Nutzung zu gestalten, mag nett gemeint sein, löst das Problem der möglichen Bodenkontaminierung jedoch nicht und überlässt dieses zukünftiger Generationen. Selbst bei einer „grünen“ Umgestaltung sollte eine Bodenprüfung daher als notwendig erachtet werden.

Eine mögliche Bodenkontaminierung als Argument gegen den Beethovenplatz als Standort für bhb-Projekte ist deswegen hinfällig, da eine Probebohrung bei egal welcher Nutzung des Platzes erfolgen sollte und Mittel hierfür bzw. für die Entwicklung des Platzes bereits jahrelang zur Verfügung stehen. Kosten für eine mögliche Entsorgung kontaminierten Bodens bewusst in die Zukunft verschieben zu wollen, stellt jedenfalls kein verantwortungsvolles Handeln dar. Die Bebauung des Beethovenplatzes war und ist weiterhin möglich, sie wurde bislang nur nicht angegangen. Zeit, das zu ändern!

Es steht für uns außer Frage, dass aufgrund der starken Nachfrage an Wohnraum in Kombination mit bereits hohen und weiterhin steigenden Mieten in Bürstadt neuer (bezahlbarer) Wohnraum für verschiedenste Personengruppen geschaffen werden muss. Bevor hierfür und für jedwede Bauprojekte neue Flächen in Betracht gezogen werden, sollten verstärkt kreative Möglichkeiten der Wohnbebauung geprüft und umgesetzt werden.

Eine Wachstumskommune muss seine Innenstadt verdichten, Aufstockungen z.B. bei Supermärkten prüfen und ggf. höhergeschossig bauen. Auch ein Leerstandsmanagement könnte dafür sorgen, dass bestehender, aber aus verschiedensten Gründen nicht genutzter Wohnraum, wieder zur Vermietung bereitgestellt wird. Die Stadt Viernheim hat durch ihr innovatives Konzept „Vermiete doch an die Stadt“ in den letzten fünf Jahren über 70 zuvor leerstehende Wohnungen angemietet und damit über 200 Menschen mit Wohnraum versorgt, die sich auf dem Wohnungsmarkt anders nicht hätten versorgen können. Ein Vorbild für Bürstadt.

Bürstadt muss mutiger & kreativer in Sachen (Wohn-)Bebauung denken, der Verbrauch grüner oder landwirtschaftlich genutzter Flächen für Bauvorhaben sollte die letzte in Betracht zu ziehende Variante sein.

 

Wir, die Unterstützer dieser Petition, fordern die Verwaltung und die Stadtverordneten Bürstadts dazu auf, das Freizeitkickergelände NICHT zu bebauen. Für die Projekte der bhb, der Schaffung von Wohnraum und Bauvorhaben im Allgemeinen sind kreativere und neue Wege zu gehen. Die aufgeführten Gedanken sollen hierfür eine Anregung sein.

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

 

Initiatoren: Jusos Ried

 

Unterstützer: SPD Bürstadt 

avatar of the starter
Philipp OfenlochPetitionsstarterin/Petitionsstarter

Die Entscheidungsträger

Barbara Schader
Bürgermeisterin Bürstadt
Stadtverodnetenversammlung Bürstadt

Updates zur Petition