Erhalt des naturnahen Umfelds der HKS und eine nachhaltige Lösung des geplanten Wohnheimes

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Das Anliegen

Diese Petition richtet sich an den Gemeinderat Ottersberg, den Bürgermeister Tim Willy Weber sowie die Entscheidungstragenden der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Prof. R. Rummel Suhrke und die Geschäftsführerin A. Felbor.

Wir setzen uns für den Erhalt des Wäldchens auf dem Gelände bzw. im unmittelbaren Umfeld der HKS ein und bitten darum, bei der Planung des Wohnheims eine Alternative zur Rodung des bestehenden Baumbestands zu prüfen.
Die naturnahe Umgebung ist ein prägender Bestandteil des Studien- und Lebensortes HKS, sowie der Nachbarschaft Ottersberg. Sie bietet Studierenden und Anwohnenden einen Rückzugsraum und trägt zur besonderen Atmosphäre des Hochschulstandorts bei. Der bestehende Baumbestand sollte daher bei zukünftigen Planungen angemessen berücksichtigt werden.

1. Kreativität braucht ein lebendiges Umfeld
Die HKS ist ein Ort künstlerischer und kreativer Bildung. Dafür sind nicht nur Gebäude und technische Ausstattung relevant, sondern auch die Qualität des unmittelbaren Umfelds.
Naturflächen, Bäume und begrünte Rückzugsräume schaffen Möglichkeiten für Aufenthalt, Erholung und informellen Austausch. Gerade an einem Ort, an dem kreative Prozesse, Wahrnehmung und Reflexion eine zentrale Rolle spielen, kann ein vielfältiges und naturnahes Umfeld einen wichtigen Beitrag zur Aufenthaltsqualität leisten.
Die Rodung des Wäldchens würde diese vorhandene Qualität dauerhaft verändern. Deshalb sollte geprüft werden, ob der geplante Wohnraum so realisiert werden kann, dass der bestehende Naturraum möglichst weitgehend erhalten bleibt.

2. Reizarme Naturnähe unterstützt Lernen mit Neurodiversität
Eine möglichst reizarme und naturnahe Umgebung kann für Menschen mit unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Verarbeitungsbedürfnissen von besonderer Bedeutung sein. Dazu können unter anderem Menschen mit Hochsensibilität oder Neurodivergenz gehören.
Der unmittelbare Zugang zu Bäumen und Natur bietet Möglichkeiten, sich vom Hochschulalltag zurückzuziehen und Reize zu reduzieren. Für Studierende, die in stark verdichteten oder lärmintensiven Umgebungen besondere Herausforderungen erleben, kann ein solches Umfeld einen wichtigen Bestandteil der Studienbedingungen darstellen.
Die Erhaltung naturnaher Rückzugsräume ist deshalb auch unter dem Gesichtspunkt einer möglichst vielfältigen und zugänglichen und somit inklusiven Hochschulumgebung relevant.

3. Natur- und Klimaschutz
Der Erhalt bestehender Bäume und gewachsener Naturflächen ist auch aus ökologischer Sicht von Bedeutung. Bestehende Gehölzbestände bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen, speichern Kohlenstoff, beeinflussen das lokale Mikroklima und können zur Versickerung und Rückhaltung von Niederschlagswasser beitragen.
Eine neu angelegte Ausgleichs- oder Ersatzfläche kann diese Funktionen nicht unmittelbar in gleicher Weise erfüllen. Insbesondere größere und ältere Bäume benötigen viele Jahre, teilweise Jahrzehnte, um vergleichbare ökologische Strukturen zu entwickeln.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels und des fortschreitenden Verlusts von Lebensräumen sollte daher geprüft werden, ob die vorhandene Naturfläche erhalten und in die weitere Planung integriert werden kann.

4. Alternativen ohne Waldrodung
Wir erkennen an, dass in Ottersberg zusätzlicher Wohnraum benötigt wird und dass die Schaffung von Wohnmöglichkeiten ein berechtigtes Anliegen ist. Die Frage des Wohnraums sollte jedoch nicht ausschließlich gegen den Erhalt des Wäldchens abgewogen werden. Aus unserer Sicht sollten zunächst alternative Standorte und Bebauungsmöglichkeiten umfassend geprüft werden.
Als mögliche Ansätze wurden unter anderem genannt:
• der derzeit leerstehende mittlere Teil des alten Hochschulgebäudes am Wiestebruch,
• das seit Jahren ungenutzte Grundstück Große Straße 91 einschließlich der dahinterliegenden unbebauten Fläche,
• sowie weitere bereits versiegelte, bebaute oder anderweitig geeignete Flächen in Ottersberg.

Wir bitten die Verantwortlichen daher, diese und weitere Alternativen ergebnisoffen zu prüfen und transparent darzulegen, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um den benötigten Wohnraum zu schaffen, ohne dafür den bestehenden Baumbestand zu roden.

Unsere Forderung
Wir fordern den Erhalt des Wäldchens an der HKS und bitten darum, für das geplante Wohnheim eine Lösung zu entwickeln, die den bestehenden Naturraum möglichst vollständig bewahrt.
Dabei geht es nicht darum, die Notwendigkeit zusätzlichen Wohnraums grundsätzlich infrage zu stellen. Vielmehr wünschen wir uns eine Planung, die die Interessen der Studierenden, der Anwohnenden, des Hochschulstandorts und des Natur- und Klimaschutzes miteinander in Einklang bringt. Wir bitten die Verantwortlichen, den Erhalt des Wäldchens bei den weiteren Entscheidungen zu berücksichtigen und alternative Standorte beziehungsweise bauliche Lösungen sorgfältig zu prüfen.
Für einen Hochschulstandort, der auch in Zukunft naturnah, vielfältig und lebenswert bleibt.

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Janno BesselmannPetitionsstarterin/Petitionsstarter

Die Entscheidungsträger

Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg
Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg
Hochschule
Tim Willy Weber
Tim Willy Weber
Bürgermeister des Flecken Ottersberg
Gemeinderat Ottersberg
Gemeinderat Ottersberg

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