Petition updateEine reicht, keine zweite, autobahnähnliche B105!

Ein Regionalplan, den keiner braucht!

Andreas KrügerGermany
Oct 12, 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

am 7.10.2026 wurde im Rathaus Bad Doberan ein Trauerspiel gegeben. Von 28 Akteuren waren zwar nur 18 anwesend, denn einige hatte offensichtlich Wichtigeres zu tun. "Mit großer Mehrheit" wurde das regionale Raumentwicklungsprogramm beschlossen, darin enthalten die unsinnige Trassierung der B105-Ortsumgehung und ca. 400 ha Industriegebietserweiterung Poppendorf incl. neuer Schwerlaststrecke zu dessen Erschließung und Hafenanbindung. Da kommt einiges auf uns zu und es gilt die Ärmel hochzukrempeln, diesem Wahnsinn zu begegnen.

Eifrig wurde ein Programm durchgewunken, das nicht gebraucht wird. Das Bundesland MV hat keinen Landesentwicklungsplan (unsere sozialdemokratische Landesregierung hat hier wahrscheinlich überhaupt keinen Plan) und damit sind die nachrangigen, regionalen Pläne schon mal Makulatur. Spätestens in den Gemeindevertretungen ist dann sowieso Schluss, wenn die sich weigern, ihre Bauleitplanung an diese Regionalplanung anzupassen. Die beschließende Verbandsversammlung hat sich den Raum östlich von Rostock ausgesucht, um den Größenwahn zu verorten. Wir haben bei ca. 25% der Einwohner des Landkreises mal gerade einen (!) Vertreter in diesem Gremium, dürfen aber das wirtschaftliche Schwergewicht im Kreis und für die Stadt werden. Da stimmt man von Rerik bis Krakow am See doch gern zu, wenn es weit weg passiert. Sofern man Wirtschafts- und Infrastrukturentwicklung gemeinsam mit Gemeinden und Bürgern angeht, wäre das ja mal ein Ansatz und könnte als Demokratie bezeichnet werden- so ist es Bevormundung und Überheblichkeit. Gemeinden und Bürger werden ignoriert, belächelt und diffamiert. Zudem schöpft Schwerin mit seinem „Finanzausgleichsgesetz“ kräftig den erwartbaren Mehrwehrt ab, der verbleibt nämlich nicht in den betroffenen Gemeinden, die dann trotz Gewerbesteuereinnahmen defizitäre Haushalte behalten.  

Ich musste an die frische Luft, denn die Anmaßung und Arroganz der Vertreter der Raumordnungsbehörde (Herr Fengler, Herr Plehn) in der Erörterung waren unerträglich. Zuckersüß säuselten die Herren es sei ja „nur" zur „Freihaltung von Trassen und Räumen um kongruierende Planungen zu vermeiden“.  Für wie blöd hält man uns eigentlich, denn jetzt verkriechen sie sich hinter dem Beschluss der Verbandsversammlung, frei nach dem Motto: „Ihr habt es ja beschlossen, also müssen wir das jetzt auch umsetzen!“. Die Geschäftsstelle (das Amt für Raumordnung) und Vorstand des Planungsverbandes haben hier jedenfalls ganze Arbeit geleistet mit der Verbandsversammlung als weitestgehend kritikfreie und brave „Schafherde“.

Bürgerinnen und Bürger aufgepasst: Bauleitplanungen werden von Gemeindevertretungen beschlossen, also von euren Nachbarinnen und Nachbarn.  Alle Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Poppendorf, Bentwisch, Mönchhagen und Rövershagen haben in Bad Doberan öffentlichen Schulterschluss demonstriert- so einfach wie man es sich machten möchte wird es nicht!

Also alles wie immer: „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.“ (B. Brecht) - in diesem Sinne

Euer Andreas

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