

„Schau ihnen nicht in die Augen“: Das sage ich mir seit Jahren immer und immer wieder, wenn ich im Rahmen unserer Kampagnenarbeit grausamste Gewaltvideos in sozialen Netzwerken dokumentiere. Ein großer Teil dieser Inhalte zeigt Babyaffen, die auf furchtbare Weise misshandelt werden: gefoltert, verbrannt, erschlagen und missbraucht. Ich sichte diese Videos ohne Ton, mache regelmäßig Pausen und bin vor allem fokussiert darauf, niemals in die Gesichter der Tiere zu schauen. Denn ich weiß: Daran würde man zerbrechen.
Doch jetzt, wo ich hier auf einem Wildtiermarkt in Indonesien stehe, geht all das nicht. Das Leid ist hautnah: Inmitten tosenden Lärms verzweifelt schreiender Tiere schaut mir dieser kleine Makake direkt ganz tief in die Augen.
Mehrere Sekunden steht für mich die Welt still.
Ich weiß, was diesem Wesen widerfahren ist und was jetzt folgen wird: Gewildert, seiner Mutter entrissen und Tage unterversorgt in diesem winzigen Käfig gefangen. Hier von diesem Markt wird er verkauft, um entgegen seinen Bedürfnissen als Haustier gehalten oder für grausamste Tiergewalt auf Social Media misshandelt, missbraucht, getötet zu werden. Seit Jahren recherchieren wir intensiv zu diesem Thema – sowohl zu jenen Täter*innen, die das über soziale Netzwerke von überall auf der Welt aus beauftragen als auch solchen, die z.B. hier in Indonesien die unvorstellbar grausamen Taten begehen.
Genau dort, wo sonst kaum jemand so genau hinschaut, konnte ich die Arbeit der investigativen Teams begleiten, die alles daran setzen, den Machenschaften auf die Spur zu kommen. Die Arbeit ist gefährlich und baut auf die Mitarbeit lokaler Informant*innen, die verdeckt oft selbst in die kriminellen Netzwerke einsteigen. Ziel der verdeckten Recherchen ist eine umfassende Beweislage, die Affenquäler*innen das Handwerk legt. Denn immer wieder werden wegen geringer Beweislast keine Strafen verhängt und die Affenqual geht – so wie hier auf dem Wildtiermarkt – einfach weiter.
Um das ändern zu können, müssen wir schneller werden.
Es braucht verlässliche Teams, eine umfassende Ausrüstung und vor allem zügiges Handeln, wenn Affenleben in unmittelbarer Gefahr sind.
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, dafür bitte ich Euch heute von Herzen: Schaut nicht weg!
Helft bitte mit Eurer Spende, den Einsatz gegen Affenleid in Indonesien zu sichern; es gibt zu wenige, die das tun. Schon 10 Euro im Monat sichern Affen die Rettung: Jetzt helfen.
Meine Erfahrungen vor Ort haben auf schmerzliche Weise gezeigt, was es noch zutun gibt. Gern würde ich allen Unterstützer*innen, die Interesse haben, zum Dank für die Hilfe in einem exklusiven Onlinegespräch detailliertere Einblicke in unsere Arbeit geben und Eure Gedanken und Fragen entgegennehmen.
Es würde mich freuen, wenn Ihr dabei seid. Nach Eurer Spende erhaltet Ihr zeitnah weitere Informationen.
In großer Hoffnung und mit herzlichen Grüßen
Wiebke Plasse
Leiterin Kommunikation der Welttierschutzgesellschaft und Verantwortliche für die Kampagne #StopptTierleid in den sozialen Netzwerken