Verschoben ist nicht aufgehoben!


Nach der FDP fordern nun auch SPD und CDU laut der lokalen Presse die Pläne erstmal zu vertagen. Aber das ist nicht genug und wird auch der berechtigten Forderung des ADFC nach zukunftsfähigen Radwegen in Offenburg nicht gerecht.
Unsere Antwort an die Gemeinderäte lest ihr hier:
Liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
geht es nach der Offenburger Lokalpresse, dann möchten Sie nun alle Ihre Positionen retten und die aktuellen Planungen um die Moltkestraße und die Weingartenstraße auf Eis legen, verschieben, vertagen usw.
Der beste kommunizierte Ansatz die letzten Tage war noch, die Planungen um weitere Varianten aufzuweiten, wie z.B. Einbahnstraßen und oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Geschindinkeiten sind in der Bevölkerung, insbesondere bei den Anwohnern verhandelbar. Für Einbahnstraßen schein es keine eindeutige Meinung zu geben.
Ihre aktuellen Verlautbarungen dienen vielleicht dem Erhalt Ihrer Wählerstimmen für die Kommunalwahlen nächstes Jahr, aber noch nicht dem sicheren Erhalt unserer Bäume.
Was wir brauchen sind klare Anträge und Beschlüsse im Gemeinderat (und nicht nur in der Presse) für die Bäume. Zeigen Sie Kante. Fordern Sie das Maximum für den Baumbestand in unserer Stadt! Wir werden diese Bäume noch brauchen.
Insbesondere ältere Bäume haben einen enormen Wert, (selbst wenn bei einigen ihre prognostizierte Standzeit nicht mehr sehr lang sei).
Ökologischer Wert: Ältere Bäume haben oft eine höhere Biodiversität als jüngere Bäume, da sie eine Vielzahl von Lebensräumen für Tiere bieten, einschließlich Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren. Sie sind oft auch eine wichtige Quelle für Nahrung und Unterschlupf. In der Moltkestraße nistet die geschützte Waldohreule.
Kohlenstoffbindung: Ältere Bäume binden mehr Kohlendioxid als junge Bäume. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und beim Kampf gegen den Klimawandel.
Schatten und Kühlung: Große, ältere Bäume bieten mehr Schatten und haben eine stärkere kühlende Wirkung auf ihre Umgebung als kleinere, jüngere Bäume. Dies kann besonders in städtischen Gebieten von großer Bedeutung sein, wo sie zur Reduzierung des sogenannten "Hitzeinsel"-Effekts beitragen können.
Ästhetischer und kultureller Wert: Ältere Bäume tragen oft zum Charakter und zur Schönheit der städtischen Umgebung bei. Sie können historische oder kulturelle Bedeutung haben und sind oft ein geschätzter Teil des Erbes einer Gemeinschaft.
Bodenstabilisierung: Die Wurzeln älterer Bäume helfen, den Boden zu stabilisieren und Erosion zu verhindern, besonders in Hanglagen oder in der Nähe von Wasserläufen.
Luftqualität: Ältere Bäume haben eine größere Blattmasse und können daher mehr Luftschadstoffe filtern als jüngere Bäume.
Was können Sie nun tun?
- Fordern Sie die Stadtverwaltung auf, die Bäume auf Priorität 1 statt 4 zu setzen.
- Beschließen Sie die Breite des Fahrbahnen und die Geschwindigkeit zu reduzieren.
- Beschließen Sie, alle Bäume der Weingartenstraße und der Moltkestraße zu erhalten.
- Beschließen Sie, die Südseite der Weingartenstraße von der Moltkestraße bis zur Brachfeldstraße nicht zu verändern.
- Beschließen Sie, die Südseite der Weingartenstraße von der Brachfeldstraße bis zur Hölderinstraße entsprechend wie vor dem Kulturforum zu führen.
- Beschließen Sie, die Moltkestraße auf der Ostseite vom Kreisel nach Ortenberg bis zur Zellerstraße nicht zu verändern.
Alleine damit haben Sie mindestens 137 Bäume gerettet.
Seien Sie ein starker Gemeinderat. Werden Sie aktiv. Gestalten Sie unsere Stadt. Entwickeln Sie Visionen, wie grün unsere Stadt in 20 Jahren könnte! Nehmen Sie den Baumverlust von akuell 15% seit 2019 nicht hin! Pflanzen Sie soviel wie möglich Bäume, statt immer mehr zu fällen!
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Fröhlich