DRUCKSACHE 21/8437: Ein Satz mit X – das war wohl nix


Im Januar dieses Jahres wurde das Anliegen eines tierversuchsfreien Deutschlands dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages vorgelegt. Und schwupps – kurz vor der Eröffnung der Weihnachtsmärkte trudelte Post aus Berlin ein. Die Post offenbart auf erschreckende Weise, wie die Anliegen tausender Bürger im bürokratischen Apparat des deutschen Parlaments im Sande verlaufen. Tedkowski erreichte das Antwortschreiben des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages vom 21. Oktober 2026. Beiliegend war die Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses (BT-Drucksache 21/8437).
Wer dieses Zeichen im Internet eingibt, also die Ziffern der BT-Drucksache 21/8437 aufruft, wird schnell fündig werden und ein Dokument mit einer Sammelübersicht finden. Der geneigte Leser dürfte aus diesem Dokument allerdings nicht viel Erhellendes entnehmen können. Tedkowski liegen als Petenten jedoch das Kurzprotokoll vor. Laut Aussage des Petitionsausschusses wurden verschiedene Petitionen zusammengefasst. Weil mehrere Eingaben mit verwandter Zielsetzung vorlagen, wurden sie aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam einer parlamentarischen Prüfung unterzogen, wie es heißt. Was im Amtsdeutsch geschrieben wurde, soll wohl nichts anderes heißen, dass zahlreiche Forderungen nach einem Verbot von Tierversuchen vorlagen, womit man sich dann in einer Sitzung offenbar "gebündelt" befasst hat.
Besonders aufhorchen ließ mich allerdings die Begründung des Petitionsausschusses: Man habe beschlossen, das Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen teilweise entsprochen worden sei. Oh ha, möchte man denken, spricht sich der Petitionsausschuss für ein generelles Verbot von Tierversuchen aus oder ist ihm daran gelegen das Thema in die weitere parlamentarische Debatte einzubringen oder gar der Regierung zuzuführen ... nein, mitnichten. Denn der Petitionsausschuss betont, man sei der Auffassung, dass sich nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand derzeit noch nicht vollständig ersetzen ließen. Aber ansonsten sehe es doch schon ganz gut aus – so scheint man zu der Auffassung zu gelangen, dass Deutschland in Sachen Tierschutz schon so manches tun würde. Und weil Deutschland offenbar schon so ehrgeizig in Sachen Tierschutz ist, seien die Forderungen wohl zumindest teilweise bereits erfüllt.
Das war jetzt von mir natürlich kommentierend zugespitzt und verkürzt. Dennoch bin ich der Meinung, dass es die Essenz des Kurzprotokolls zur Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses durchaus treffend auf den Punkt bringt.
Auf breiter politischer Ebene ist in Deutschland in Sachen Tierrechte aktuell kaum Ehrgeiz zu erkennen – eher Antriebsmüdigkeit.
Fazit: Der Petitionsausschuss tagte, beriet und beschloss: Der Berg kreißte und gebar eine Maus.
Dieser Meinungsbeitrag basiert auf meinem Kommentar zu diesem Thema, der am 29. Oktober 2026 in meinem Blog erschienen ist.
Ihr Tedkowski
(Titelbild und Information zum Petenten : WIR Tiere haben Würde, Tedkowski, 2024, Alle Rechte Titelbild bei Ted Tedkowski, Initiator der Petition Für ein tierversuchsfreies Deutschland: Tiere haben eine Würde, Infos über den Petenten unter https://www.tedkowski-journal.de/impressum-datenschutzerklaerung - führt zum Impressum der Seite vom tedkowski-journal)