Schützen wir den Winterstein im Taunus – Nein zum Windpark!

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Eva-Maria Schilha und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Der Winterstein, ein bedeutender Höhenzug im Naturpark Taunus, ist ein Fledermausschutzgebiet und ein Heilquellenschutzgebiet mit mehreren Wasserschutzgebieten. Initiativen wie Trinkwasserwald e.V. unterstützen den Schutz dieser wertvollen Wasserressourcen durch die Bepflanzung mit Bäumen.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern den sofortigen Stopp des geplanten Windparks am Winterstein im Taunus. Dieses Projekt bedroht die einzigartige Natur, die geologische Stabilität und die Artenvielfalt dieser Region.

Hier sind die Hauptgründe, warum der Windpark in der Region am Winterstein verhindert werden muss:


Zerstörung der Artenvielfalt, insbesondere der Vogelwelt und Insekten:
Der Winterstein im Naturpark Taunus ist ein Hotspot für Artenvielfalt, einschließlich geschützter Arten wie der Gelbbauchunke, Fledermäuse und Greifvögel. Der Rote Milan (Milvus milvus), ein streng geschützter Greifvogel, ist hier beheimatet, ebenso wie Mäusebussard und Habicht (NABU Untertaunus).

Die Region liegt in der Nähe von Natura 2000-Gebieten, die unter europäischem Naturschutzrecht stehen, und ein Windpark könnte diese sensiblen Ökosysteme gefährden.

Windkraftanlagen stellen ein hohes Kollisionsrisiko für Greifvögel dar, insbesondere für den Roten Milan, der bei der Jagd Rotorblätter nicht ausweicht (Hötker et al., 2017). Entgegen Behauptungen, dass Vogeltodesfälle minimal seien (BUND, 2025), sind Schutzmaßnahmen wie Abschaltzeiten am Winterstein unzureichend, da Greifvögel unvorhersehbar Ihre Bahnen ziehen. 

Ebenso tötet eine Windkraftanlage in den Sommermonaten (April–Oktober) schätzungsweise 75 bis 90 Millionen Insekten, basierend auf Modellrechnungen für moderne Anlagen mit größeren Rotorblättern (ca. 60 Meter Länge). Für 18 Anlagen am Winterstein wären dies 1,35 bis 1,62 Milliarden Insekten pro Sommer, was einer Biomasse von etwa 67,5 bis 81 Tonnen entspricht (Trieb et al., 2019, angepasst).

Die Anlockwirkung auf nachtaktive Insekten wie Nachtfalter erhöht das Kollisionsrisiko, trotz hoher Durchflugquoten (Trusch et al., 2021; contra BUND, 2025). Insekten sind eine zentrale Nahrungsquelle für Greifvögel und Fledermäuse, und ihr massiver Verlust würde die Nahrungskette am Winterstein stören. Standortspezifische Studien für den Winterstein fehlen, was Verharmlosungen fragwürdig macht.


Gefährdung des Fledermausschutzgebiets:
Der Winterstein ist ein ausgewiesenes Fledermausschutzgebiet, das Arten wie Abendsegler (Nyctalus noctula), Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und die streng geschützte Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii) beherbergt. Windkraftanlagen (Rotoren in 150–261 Metern) gefährden hochfliegende Fledermäuse durch Kollisionen und Barotrauma, mit geschätzten 180–900 Todesfällen pro Jahr für 18 Anlagen (Hötker et al., 2017). Nächtliche Abschaltungen schützen Fledermäuse nicht vollständig, da diese auch bei leichtem Wind aktiv sind und Abschaltungen in der Praxis oft unvollständig oder verzögert durchgeführt werden, entgegen optimistischen BUND-Angaben (Voigt et al., 2021). Insektenverluste (1,35–1,62 Milliarden/Sommer) reduzieren die Nahrungsgrundlage, während Bauarbeiten, Rodungen (18 Hektar) und Störungen (Lärm, Licht) Quartiere und Jagdhabitate zerstören. Diese Bedrohungen schaden den Naturschutzbemühungen im Taunus.


Geologische Instabilität, Flächenverlust durch Rodungen und Verschmutzung beim Rückbau:
Der Winterstein liegt im Taunus, einer Region mit stark geklüftetem Quarzitgestein, das keinen Schutz vor Kontaminationen bietet. Als Heilquellenschutzgebiet mit mehreren Wasserschutzgebieten (Stahr, 2022) ist der Winterstein besonders empfindlich.

Ein vergleichbares Windparkprojekt an der Hohen Wurzel bei Wiesbaden wurde vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) aufgrund der Risiken des Quarzitgesteins und des Heilquellenschutzgebiets abgelehnt (landbote.info, 2022). Ähnliche geologische Bedenken gelten für den Winterstein, wo der Bau von 18 Anlagen Fundamente mit 21.600 bis 64.800 Tonnen Beton (1.200–3.600 Tonnen pro Fundament, abhängig von Anlagengröße und Bodenverhältnissen; Max Bögl, 2016; Emeis, 2023) erfordert. Die Errichtung durch Chemikalien (z. B. Betonzusatzstoffe), Erschütterungen und Bodenverdichtung kann die geologische Stabilität sowie die Trinkwasserqualität durch Kontamination des Grundwassers gefährden. Zudem erfordert der Bau die Rodung von 18 Hektar (180.000 m²) Wald, wovon 9 Hektar (90.000 m²) dauerhaft versiegelt bleiben – das entspricht ca. 12,5 Fußballfeldern. Diese Rodung zerstört natürliche Lebensräume und reduziert die CO₂-Speicherfähigkeit des Waldes, was die Klimaschutzziele des Projekts konterkariert und die positiven Effekte der Windkraft anzweifelt, trotz BUND-Argumenten zum Klimaschutz (Umweltbundesamt, 2023).

Beim Rückbau der Fundamente nach ca. 20–25 Jahren entsteht Feinstaub durch das Zerkleinern des Betons, der Böden, Gewässer und Luft im Heilquellenschutzgebiet verschmutzen kann, wenn keine strengen Schutzmaßnahmen wie Einhausungen oder das Auffangen von staubbelastetem Wasser umgesetzt werden. Diese Flächenversiegelung, die Risiken durch Betonarbeiten und der Rückbau bedrohen die gesamte Umwelt am Winterstein.


Rotorblattabrieb und deren Folgen:
Windkraftanlagen verursachen durch den Abrieb der Rotorblätter Partikel, die in die Umwelt gelangen. Pro Anlage entstehen jährlich etwa 10 bis 20 Kilogramm Mikro- und Nanoplastikpartikel (Thimm, 2019). Für den Windpark am Winterstein mit 18 Anlagen wären dies 180 bis 360 Kilogramm Abrieb in Form von Mikroplastikteilchen im Jahr, die Böden und Gewässer im Taunus verunreinigen könnten. Die Gefahren für Tiere, Menschen bzw. Umwelt sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt und werden weiterhin kontrovers diskutiert.

Kulturelle und touristische Bedeutung:
Der Winterstein ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Pilzfreunde, Radfahrer und Naturliebhaber. Der Bau von 18 Windkraftanlagen würde das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen und das Naherholungsgebiet für viele der oben genannten Besucher unattraktiv machen.

Soziale und wirtschaftliche Folgen für Anwohner*innen:
Der Windpark würde erhebliche soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf Gemeinden wie Friedberg, Rosbach, Wehrheim und Ober-Mörlen haben. Trotz der von Projektentwicklern betonten Bürgerbeteiligung, etwa durch Informationsveranstaltungen und die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal, wurden Anwohner*innen nicht ausreichend einbezogen, wie der starke Widerstand der Bürgerinitiative Winterstein zeigt (contra BUND, 2025). Die Genossenschaft gleicht ökologische und gesellschaftliche Bedenken nicht aus.

Zudem könnten die 261 Meter hohen Anlagen, die weithin sichtbar wären, die Immobilienpreise in den betroffenen Gemeinden entwerten. Studien belegen, dass Windkraftanlagen in Sichtweite den Immobilienwert um 5–15 % senken können, besonders in Naherholungsgebieten wie dem Taunus (Vyn & McCullough, 2014), entgegen Behauptungen, dass Preise unbeeinflusst bleiben (BUND, 2025). Diese finanziellen Verluste und die Beeinträchtigung der Lebensqualität sind für die Anwohner*innen inakzeptabel.

Alternative Lösungen für erneuerbare Energien:

Es gibt Alternativen wie Solarenergie, Offshore-Windparks vor allem an deutlich weniger sensiblen Standorten wie etwa artenreiche Wälder. Wir fordern eine Standortwahl, die ökologische und geologische Aspekte berücksichtigt, um die Natur des Taunus zu schützen.


Unsere Forderung:
Wir stehen erneuerbaren Energien nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber und möchten diese keineswegs herabsetzen. Dennoch richten wir einen dringenden Appell an die zuständigen Behörden, insbesondere das Regierungspräsidium Darmstadt, die Pläne für den Windpark am Winterstein unverzüglich zu stoppen und alternative Standorte für ein Projekt, das die Natur am Winterstein so tiefgreifend schädigt, mit größter Sorgfalt zu prüfen. Mit dem Genehmigungsantrag, der Ende 2024 eingereicht wurde, und erwarteten Genehmigungen für 2026 ist schnelles Handeln erforderlich, um irreversible Schäden zu verhindern. Die politische Verantwortung liegt bei den Entscheidungsträgerinnen, die ökologischen und gesellschaftlichen Bedenken der Bürgerinnen, wie sie durch die Bürgerinitiative Winterstein und diese Petition zum Ausdruck kommen, ernst zu nehmen. 
Lassen Sie uns den Winterstein – seine majestätischen Greifvögel wie den Roten Milan, seine Fledermäuse, seine Wälder und Heilquellen – als kostbares Erbe für kommende Generationen bewahren! 
Unterzeichnen Sie diese Petition, um ein Zeichen für den Erhalt unserer Natur zu setzen.


Quellen: 
Hötker, H., et al. (2017). Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel und Fledermäuse in Deutschland. NABU-Bericht, Berlin. Verfügbar unter: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/energiewende/windenergie/23092.html. 
Trieb, F., et al. (2019). Wechselwirkungen von Fluginsekten und Windparks. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Stuttgart. Verfügbar über DLR-Archiv oder auf Anfrage. 


Trusch, R., Falkenberg, M., Mörtter, R. (2021). „Anlockwirkung von Windenergieanlagen auf nachtaktive Insekten.“ Carolinea, 78, S. 202–228. Verfügbar unter: https://www.senckenberg.de/de/wissenschaft/publikationen/wissenschaftliche-zeitschriften/carolinea/
Thimm, H. (2019). Insektensterben durch Windkraftanlagen in Deutschland. Umweltbundesamt Bericht, Dessau-Roßlau. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen
Voigt, C. C., et al. (2021). „Wind turbines and bat mortality: Interactions with environmental conditions.“ Mammal Review, 51(3), 353–363. DOI: 10.1111/mam.12239. 
Baerwald, E. F., et al. (2008). „Barotrauma is a significant cause of bat fatalities at wind turbines.“ Current Biology, 18(16), R695–R696. DOI: 10.1016/j.cub.2008.06.029. 
Hallmann, C. A., et al. (2017). „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas.“ PLOS ONE, 12(10), e0185809. DOI: 10.1371/journal.pone.0185809. 
Vyn, R. J., & McCullough, R. M. (2014). „The Effects of Wind Turbines on Property Values in Ontario: Does Public Perception Match Empirical Evidence?“ Canadian Journal of Agricultural Economics, 62(3), 365–392. DOI: 10.1111/cjag.12069. 
Stahr, A. (2022). Stellungnahme zur geologischen Eignung des Taunuskamms für Windkraftanlagen. Bürgerinitiative Winterstein. Verfügbar unter: https://bi-winterstein.de/stellungnahmen. 
landbote.info (2022). „Windpark Winterstein: Geologische Bedenken.“ Artikel vom 15.03.2022. Verfügbar unter: https://landbote.info/artikel/windpark-winterstein
Max Bögl (2016). „1600 Tonnen Beton für eine Windenergieanlage.“ Pressemitteilung. Verfügbar unter: https://www.max-boegl.de/news/1600-tonnen
Emeis, S. (2023). „Energiebilanz von Windkraftanlagen.“ Zitiert in: AFP Faktencheck, „Windräder produzieren vielfach mehr Energie.“ Verfügbar unter: https://faktencheck.afp.com/doc.afp.com.33KX4Y
Umweltbundesamt (2023). Entwicklung eines Konzepts und Maßnahmen zur Sicherung einer guten Praxis bei Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen. Texte 48/2023, Dessau-Roßlau. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/rueckbau-recycling-windenergieanlagen
**Trinkwasserwald e.V.: Informationen zum Wasserschutzgebiet. Verfügbar unter: https://www.trinkwasserwald.de/ueber-uns
NABU Untertaunus: „Gebietssteckbrief Hinterlandswald.“ Verfügbar unter: https://www.nabu-untertaunus.de/naturschutzgebiete/hinterlandswald
Frankfurter Rundschau (2024). „Windpark Winterstein: Bürgerbeteiligung.“ Artikel vom 10.11.2024. Verfügbar unter: https://www.fr.de/politik/windpark-winterstein-buergerbeteiligung
BUND (2025). „Argumente für Windenergie: Fakten statt Mythen.“ Verfügbar unter: https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/argumente-fuer-windenergie-fakten-statt-mythen/.

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Chris RPetitionsstarter*in

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Aktuelle Unterzeichner*innen:
Eva-Maria Schilha und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Der Winterstein, ein bedeutender Höhenzug im Naturpark Taunus, ist ein Fledermausschutzgebiet und ein Heilquellenschutzgebiet mit mehreren Wasserschutzgebieten. Initiativen wie Trinkwasserwald e.V. unterstützen den Schutz dieser wertvollen Wasserressourcen durch die Bepflanzung mit Bäumen.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern den sofortigen Stopp des geplanten Windparks am Winterstein im Taunus. Dieses Projekt bedroht die einzigartige Natur, die geologische Stabilität und die Artenvielfalt dieser Region.

Hier sind die Hauptgründe, warum der Windpark in der Region am Winterstein verhindert werden muss:


Zerstörung der Artenvielfalt, insbesondere der Vogelwelt und Insekten:
Der Winterstein im Naturpark Taunus ist ein Hotspot für Artenvielfalt, einschließlich geschützter Arten wie der Gelbbauchunke, Fledermäuse und Greifvögel. Der Rote Milan (Milvus milvus), ein streng geschützter Greifvogel, ist hier beheimatet, ebenso wie Mäusebussard und Habicht (NABU Untertaunus).

Die Region liegt in der Nähe von Natura 2000-Gebieten, die unter europäischem Naturschutzrecht stehen, und ein Windpark könnte diese sensiblen Ökosysteme gefährden.

Windkraftanlagen stellen ein hohes Kollisionsrisiko für Greifvögel dar, insbesondere für den Roten Milan, der bei der Jagd Rotorblätter nicht ausweicht (Hötker et al., 2017). Entgegen Behauptungen, dass Vogeltodesfälle minimal seien (BUND, 2025), sind Schutzmaßnahmen wie Abschaltzeiten am Winterstein unzureichend, da Greifvögel unvorhersehbar Ihre Bahnen ziehen. 

Ebenso tötet eine Windkraftanlage in den Sommermonaten (April–Oktober) schätzungsweise 75 bis 90 Millionen Insekten, basierend auf Modellrechnungen für moderne Anlagen mit größeren Rotorblättern (ca. 60 Meter Länge). Für 18 Anlagen am Winterstein wären dies 1,35 bis 1,62 Milliarden Insekten pro Sommer, was einer Biomasse von etwa 67,5 bis 81 Tonnen entspricht (Trieb et al., 2019, angepasst).

Die Anlockwirkung auf nachtaktive Insekten wie Nachtfalter erhöht das Kollisionsrisiko, trotz hoher Durchflugquoten (Trusch et al., 2021; contra BUND, 2025). Insekten sind eine zentrale Nahrungsquelle für Greifvögel und Fledermäuse, und ihr massiver Verlust würde die Nahrungskette am Winterstein stören. Standortspezifische Studien für den Winterstein fehlen, was Verharmlosungen fragwürdig macht.


Gefährdung des Fledermausschutzgebiets:
Der Winterstein ist ein ausgewiesenes Fledermausschutzgebiet, das Arten wie Abendsegler (Nyctalus noctula), Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und die streng geschützte Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii) beherbergt. Windkraftanlagen (Rotoren in 150–261 Metern) gefährden hochfliegende Fledermäuse durch Kollisionen und Barotrauma, mit geschätzten 180–900 Todesfällen pro Jahr für 18 Anlagen (Hötker et al., 2017). Nächtliche Abschaltungen schützen Fledermäuse nicht vollständig, da diese auch bei leichtem Wind aktiv sind und Abschaltungen in der Praxis oft unvollständig oder verzögert durchgeführt werden, entgegen optimistischen BUND-Angaben (Voigt et al., 2021). Insektenverluste (1,35–1,62 Milliarden/Sommer) reduzieren die Nahrungsgrundlage, während Bauarbeiten, Rodungen (18 Hektar) und Störungen (Lärm, Licht) Quartiere und Jagdhabitate zerstören. Diese Bedrohungen schaden den Naturschutzbemühungen im Taunus.


Geologische Instabilität, Flächenverlust durch Rodungen und Verschmutzung beim Rückbau:
Der Winterstein liegt im Taunus, einer Region mit stark geklüftetem Quarzitgestein, das keinen Schutz vor Kontaminationen bietet. Als Heilquellenschutzgebiet mit mehreren Wasserschutzgebieten (Stahr, 2022) ist der Winterstein besonders empfindlich.

Ein vergleichbares Windparkprojekt an der Hohen Wurzel bei Wiesbaden wurde vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) aufgrund der Risiken des Quarzitgesteins und des Heilquellenschutzgebiets abgelehnt (landbote.info, 2022). Ähnliche geologische Bedenken gelten für den Winterstein, wo der Bau von 18 Anlagen Fundamente mit 21.600 bis 64.800 Tonnen Beton (1.200–3.600 Tonnen pro Fundament, abhängig von Anlagengröße und Bodenverhältnissen; Max Bögl, 2016; Emeis, 2023) erfordert. Die Errichtung durch Chemikalien (z. B. Betonzusatzstoffe), Erschütterungen und Bodenverdichtung kann die geologische Stabilität sowie die Trinkwasserqualität durch Kontamination des Grundwassers gefährden. Zudem erfordert der Bau die Rodung von 18 Hektar (180.000 m²) Wald, wovon 9 Hektar (90.000 m²) dauerhaft versiegelt bleiben – das entspricht ca. 12,5 Fußballfeldern. Diese Rodung zerstört natürliche Lebensräume und reduziert die CO₂-Speicherfähigkeit des Waldes, was die Klimaschutzziele des Projekts konterkariert und die positiven Effekte der Windkraft anzweifelt, trotz BUND-Argumenten zum Klimaschutz (Umweltbundesamt, 2023).

Beim Rückbau der Fundamente nach ca. 20–25 Jahren entsteht Feinstaub durch das Zerkleinern des Betons, der Böden, Gewässer und Luft im Heilquellenschutzgebiet verschmutzen kann, wenn keine strengen Schutzmaßnahmen wie Einhausungen oder das Auffangen von staubbelastetem Wasser umgesetzt werden. Diese Flächenversiegelung, die Risiken durch Betonarbeiten und der Rückbau bedrohen die gesamte Umwelt am Winterstein.


Rotorblattabrieb und deren Folgen:
Windkraftanlagen verursachen durch den Abrieb der Rotorblätter Partikel, die in die Umwelt gelangen. Pro Anlage entstehen jährlich etwa 10 bis 20 Kilogramm Mikro- und Nanoplastikpartikel (Thimm, 2019). Für den Windpark am Winterstein mit 18 Anlagen wären dies 180 bis 360 Kilogramm Abrieb in Form von Mikroplastikteilchen im Jahr, die Böden und Gewässer im Taunus verunreinigen könnten. Die Gefahren für Tiere, Menschen bzw. Umwelt sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt und werden weiterhin kontrovers diskutiert.

Kulturelle und touristische Bedeutung:
Der Winterstein ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Pilzfreunde, Radfahrer und Naturliebhaber. Der Bau von 18 Windkraftanlagen würde das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen und das Naherholungsgebiet für viele der oben genannten Besucher unattraktiv machen.

Soziale und wirtschaftliche Folgen für Anwohner*innen:
Der Windpark würde erhebliche soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf Gemeinden wie Friedberg, Rosbach, Wehrheim und Ober-Mörlen haben. Trotz der von Projektentwicklern betonten Bürgerbeteiligung, etwa durch Informationsveranstaltungen und die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal, wurden Anwohner*innen nicht ausreichend einbezogen, wie der starke Widerstand der Bürgerinitiative Winterstein zeigt (contra BUND, 2025). Die Genossenschaft gleicht ökologische und gesellschaftliche Bedenken nicht aus.

Zudem könnten die 261 Meter hohen Anlagen, die weithin sichtbar wären, die Immobilienpreise in den betroffenen Gemeinden entwerten. Studien belegen, dass Windkraftanlagen in Sichtweite den Immobilienwert um 5–15 % senken können, besonders in Naherholungsgebieten wie dem Taunus (Vyn & McCullough, 2014), entgegen Behauptungen, dass Preise unbeeinflusst bleiben (BUND, 2025). Diese finanziellen Verluste und die Beeinträchtigung der Lebensqualität sind für die Anwohner*innen inakzeptabel.

Alternative Lösungen für erneuerbare Energien:

Es gibt Alternativen wie Solarenergie, Offshore-Windparks vor allem an deutlich weniger sensiblen Standorten wie etwa artenreiche Wälder. Wir fordern eine Standortwahl, die ökologische und geologische Aspekte berücksichtigt, um die Natur des Taunus zu schützen.


Unsere Forderung:
Wir stehen erneuerbaren Energien nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber und möchten diese keineswegs herabsetzen. Dennoch richten wir einen dringenden Appell an die zuständigen Behörden, insbesondere das Regierungspräsidium Darmstadt, die Pläne für den Windpark am Winterstein unverzüglich zu stoppen und alternative Standorte für ein Projekt, das die Natur am Winterstein so tiefgreifend schädigt, mit größter Sorgfalt zu prüfen. Mit dem Genehmigungsantrag, der Ende 2024 eingereicht wurde, und erwarteten Genehmigungen für 2026 ist schnelles Handeln erforderlich, um irreversible Schäden zu verhindern. Die politische Verantwortung liegt bei den Entscheidungsträgerinnen, die ökologischen und gesellschaftlichen Bedenken der Bürgerinnen, wie sie durch die Bürgerinitiative Winterstein und diese Petition zum Ausdruck kommen, ernst zu nehmen. 
Lassen Sie uns den Winterstein – seine majestätischen Greifvögel wie den Roten Milan, seine Fledermäuse, seine Wälder und Heilquellen – als kostbares Erbe für kommende Generationen bewahren! 
Unterzeichnen Sie diese Petition, um ein Zeichen für den Erhalt unserer Natur zu setzen.


Quellen: 
Hötker, H., et al. (2017). Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel und Fledermäuse in Deutschland. NABU-Bericht, Berlin. Verfügbar unter: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/energiewende/windenergie/23092.html. 
Trieb, F., et al. (2019). Wechselwirkungen von Fluginsekten und Windparks. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Stuttgart. Verfügbar über DLR-Archiv oder auf Anfrage. 


Trusch, R., Falkenberg, M., Mörtter, R. (2021). „Anlockwirkung von Windenergieanlagen auf nachtaktive Insekten.“ Carolinea, 78, S. 202–228. Verfügbar unter: https://www.senckenberg.de/de/wissenschaft/publikationen/wissenschaftliche-zeitschriften/carolinea/
Thimm, H. (2019). Insektensterben durch Windkraftanlagen in Deutschland. Umweltbundesamt Bericht, Dessau-Roßlau. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen
Voigt, C. C., et al. (2021). „Wind turbines and bat mortality: Interactions with environmental conditions.“ Mammal Review, 51(3), 353–363. DOI: 10.1111/mam.12239. 
Baerwald, E. F., et al. (2008). „Barotrauma is a significant cause of bat fatalities at wind turbines.“ Current Biology, 18(16), R695–R696. DOI: 10.1016/j.cub.2008.06.029. 
Hallmann, C. A., et al. (2017). „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas.“ PLOS ONE, 12(10), e0185809. DOI: 10.1371/journal.pone.0185809. 
Vyn, R. J., & McCullough, R. M. (2014). „The Effects of Wind Turbines on Property Values in Ontario: Does Public Perception Match Empirical Evidence?“ Canadian Journal of Agricultural Economics, 62(3), 365–392. DOI: 10.1111/cjag.12069. 
Stahr, A. (2022). Stellungnahme zur geologischen Eignung des Taunuskamms für Windkraftanlagen. Bürgerinitiative Winterstein. Verfügbar unter: https://bi-winterstein.de/stellungnahmen. 
landbote.info (2022). „Windpark Winterstein: Geologische Bedenken.“ Artikel vom 15.03.2022. Verfügbar unter: https://landbote.info/artikel/windpark-winterstein
Max Bögl (2016). „1600 Tonnen Beton für eine Windenergieanlage.“ Pressemitteilung. Verfügbar unter: https://www.max-boegl.de/news/1600-tonnen
Emeis, S. (2023). „Energiebilanz von Windkraftanlagen.“ Zitiert in: AFP Faktencheck, „Windräder produzieren vielfach mehr Energie.“ Verfügbar unter: https://faktencheck.afp.com/doc.afp.com.33KX4Y
Umweltbundesamt (2023). Entwicklung eines Konzepts und Maßnahmen zur Sicherung einer guten Praxis bei Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen. Texte 48/2023, Dessau-Roßlau. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/rueckbau-recycling-windenergieanlagen
**Trinkwasserwald e.V.: Informationen zum Wasserschutzgebiet. Verfügbar unter: https://www.trinkwasserwald.de/ueber-uns
NABU Untertaunus: „Gebietssteckbrief Hinterlandswald.“ Verfügbar unter: https://www.nabu-untertaunus.de/naturschutzgebiete/hinterlandswald
Frankfurter Rundschau (2024). „Windpark Winterstein: Bürgerbeteiligung.“ Artikel vom 10.11.2024. Verfügbar unter: https://www.fr.de/politik/windpark-winterstein-buergerbeteiligung
BUND (2025). „Argumente für Windenergie: Fakten statt Mythen.“ Verfügbar unter: https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/argumente-fuer-windenergie-fakten-statt-mythen/.

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Petition am 1. Juni 2025 erstellt