Petition gegen Baumfällung und Flächenversiegelung in der Wunderlichstraße in Probstheida

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Dorothee Salge und 11 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Petition zum Erhalt der großen alten Bäume, der Blühwiese und des begrünten Parkplatzareals in der Wunderlichstraße in Leipzig Probstheida

Wir, die Unterzeichner dieser Petition, möchten unseren entschiedensten Widerstand gegen den geplanten Neubau auf beiden Seiten der Wunderlichstraße in Leipzig-Probstheida ausdrücken. Unser Anliegen betrifft nicht nur den Verlust von wertvollem Grünraum, sondern auch die damit verbundenen ökologischen, klimatischen und sozialen Konsequenzen für unser denkmalgeschütztes Viertel. Der Erhalt des ebenso geschützten Baumbestandes ist uns eine Herzensangelegenheit. Die Abholzung in unserer Stadt muss beendet werden!

Bebauungsplan und gegenwärtige Situation:

Die Stadt Leipzig hat ihrer Tochtergesellschaft (LWB GmbH) den Auftrag erteilt, im Viertel Wunderlichstraße / Crednerstraße in Probstheida in Leipzig Süd-Ost auf engstem Raum Wohneinheiten mit 91 Wohnungen als sogenannte Lückenbebauung zu schaffen. Dafür müssen der bestehende unversiegelte Parkplatz mit seinen Grünflächen und dem alten Baumbestand sowie die Blühwiese auf der anderen Straßenseite weichen. Der Parkplatz hat derzeit ein Volumen von 78 Stellplätzen, welche von den unmittelbaren Anwohnern angemietet sind und durch den Bau wegfallen. Die geplante Tiefgarage des Neubaus bietet 34 Stellplätze. Bei 91 neuen Wohneinheiten und 78 weggefallenen Parkplätzen ergibt das ein erhebliches Parkplatzdefizit nur allein für Anwohner. Die Berufsschule hat ein Fassungsvermögen von 1600 Berufsschülern, welche zum Teil von umliegenden Gemeinden mit eigenem PKW anreisen und ebenfalls  Parkplätze beanspruchen.

Es ist vorgesehen, im Rahmen des Neubaus einige der alten großen Bäume zu fällen und die große Blühwiese zu versiegeln. Damit verlieren Vögel, Insekten und artgeschützte Fledermäuse ihr Quartier und sind in ihrer Existenz bedroht!

Die Situation in Probstheida zeigt deutlich die Herausforderungen, die mit der Verdichtung von Wohnraum in städtischen Gebieten verbunden sind. Der geplante Bau in einem bereits dicht besiedelten Viertel führt nicht nur zum Verlust vieler Parkplätze der Anwohner, sondern nimmt auch die Bedürfnisse der Berufsschule in Betracht, die mit 1600 Schülern zzgl. Lehrkräften eine erhebliche Anzahl an zusätzlichen Parkplätzen erfordert. Das Fehlen von Alternativen oder Lösungen zur Minderung der Parkplatznot ist eine erhebliche Belastung für die Anwohner und könnte zu einer Verschärfung der Parkplatzsituation und nicht minder zu Konflikten in der Umgebung führen.

Die jetzt geplante Bebauung nach §34 Baugesetz ist außerdem kritisch zu hinterfragen, weil sie sich nicht nach Art und Maß und der Eigenart in die Umgebung einfügt. Der LWB ist die Geschichte des Abrisses der denkmalsgeschützten Häuser nach der Wende bekannt. Die Dimensionen des geplanten Bauvorhabens widersprechen dem Charakter unserer denkmalsgeschützten Siedlung.

Die Stadt Leipzig sollte in einen direkten Dialog mit den Anwohnern und der Berufsschule treten, um deren Bedürfnisse und Bedenken in die Planungen einzubeziehen und eine handlungsfähige Lösung zu finden! Eine Bürgerbeteiligung ist gefordert, steht aber immer noch aus und sollte im IV. Quartal 2024 stattfinden.

 

Gründe für den Erhalt:

1.    Ökologische Bedeutung:

Die Blühwiese und die rund 80-100 Jahre alten großen Bäume sind Lebensräume für zahlreiche Tierarten, welche sich über Jahrzehnte im Baum- und Pflanzenbestand etabliert haben, darunter artgeschützte Fledermäuse, Vögel wie Eichelhäher, Spechte, Nachtigallen, Mauersegler und viele mehr sowie viele Insektenarten wie z.B. Wildbienen. Der Verlust dieser Lebensräume würde diese Arten gefährden und ihre Lebensgrundlage zerstören.

Bäume und Grünflächen sind entscheidend für die Verbesserung des Stadtklimas, insbesondere in heißen Sommermonaten, da sie Schatten spenden, die Temperaturen nachweislich senken und die Luftqualität verbessern.

2.    Klimaschutz:

Die Erhaltung von Grünflächen und Bäumen unterstützt das Ziel der „Schwammstadt“, die darauf abzielt, Regenwasser besser zu bewirtschaften und Überhitzung zu vermeiden.

Die Versiegelung von Flächen trägt zur Erhöhung von Temperaturen und zur Verschlechterung der Luftqualität bei.

3.    Soziale Verantwortung:

Unser Viertel braucht dringend Lösungen für den Wohnungsbedarf, jedoch nicht auf Kosten unserer wertvollen Natur. Es gibt 13.000 leerstehende Wohnungen in Leipzig, die saniert und neu instandgesetzt werden können.

Die Schaffung von Wohnraum sollte nicht zu Lasten der Lebensqualität der Anwohner und der Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen geschehen.

Insbesondere die Lückenbebauung auf engstem Raum ist als besonders kritisch anzusehen, da wertvolle Luftschneisen unterbrochen werden und der städtische Luftaustausch verhindert wird. Somit werden die Auswirkungen eines Hitze-Insel-Effektes verstärkt, was sich negativ auf die Gesundheit der Anwohner auswirken kann.

4.    Parkplatzsituation:

Die Zufriedenheit der Anwohner ist durch die geplante Reduzierung der Parkplätze gefährdet. Das bestehende eingezäunte Parkplatzareal soll dem Neubau weichen. Somit verlieren viele Anwohner ihren angemieteten Stellplatz. Die geplante Tiefgarage deckt bei weitem nicht den Bedarf an Parkplätzen ab, als benötigt werden. Die Stadt Leipzig erwartet von ihren Bürgern, vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV umzusteigen. Viele Bewohner haben jedoch keine Möglichkeit, dies umzusetzen, sei es aus beruflichen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen. Für viele ist der eigene PKW essentiell und kann nicht abgeschafft werden.

Die Nähe zur Berufsschule in der Crednerstraße erfordert zusätzlich eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen für die Schüler und Lehrkräfte.

Laut Stellplatzverordnung sollte in unserem Wohngebiet auf Grund seiner Gegebenheiten ein Mindestmaß an Stellplätzen zur Verfügung stehen.

Bedenken und Argumente gegen den Bau:

Dieses urbane Verdichtungskonzept der städtischen Lückenbebauung wird in unserem Viertel nicht folgenlos umsetzbar sein. Durch die Fällung der Bäume und dem Wegfall der Blühwiese sowie des unterbrochenen Luftgürtels wird es zu einer Erhöhung der Temperaturen im städtischen Gebiet kommen (Hitze-Insel-Effekt), was wiederum die Notwendigkeit zur Kühlung erhöht und somit zu einem Anstieg des Energieverbrauches führt. Mehr Menschen auf engem Raum können auch zu einer erhöhten Emission von Fahrzeugen und Lieferdiensten führen, was die Luftqualität beeinflusst und gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Die zunehmende Verdichtung kann die Versiegelung von Böden vorantreiben, was den natürlichen Wasserabfluss verringert und zu einem erhöhten Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen führen kann.

Die Fällung von Bäumen und die Versiegelung von Blühwiesen in Leipzig haben erhebliche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Als Konsequenz zu nennen wären:

Habitatverlust:

Bäume und Blühwiesen bieten Lebensraum für viele Tierarten, darunter Vögel, Insekten, Kleinsäugetiere und Pflanzen. Ihre Beseitigung führt zu einer Verringerung der Lebensräume und damit zur Vertreibung oder zum Tod vieler Tiere.

Rückgang der Biodiversität:

Die Eliminierung von natürlichen Lebensräumen reduziert die Artenvielfalt. Weniger Vielfalt kann zu einem Ungleichgewicht im Ökosystem führen, was sich auch auf die verbleibenden Arten auswirken kann. Besonders zu erwähnen ist die Etablierung von Fledermäusen im alten Baumbestand. Fledermäuse sind laut § 20e (1) Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung als "vom Aussterben bedrohte" Tiere besonders geschützt. Gemäß § 20f (1) Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, Fledermäusen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Somit dürfen auch ihre Lebensräume, die Bäume, nicht angetastet werden! 

Nahrungsquelle:

Blühwiesen bieten eine wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge. Ihre Beseitigung kann zu einem Rückgang dieser Populationen führen, was wiederum die Bestäubung von Pflanzen und deren Erhalt beeinträchtigen kann.

Fragmentierung von Lebensräumen:

Durch die Versiegelung von Flächen werden Lebensräume fragmentiert. Dies kann Tierarten daran hindern, sich zu bewegen, Nahrung zu finden oder sich fortzupflanzen, was Ihre Überlebenschancen verringert.

Klimatische Auswirkungen:

Bäume spielen eine wichtige Rolle im städtischen Klima, indem sie Schatten spenden und die Temperaturen senken. Ihr Wegfall kann zu einer Erhöhung der städtischen Temperaturen führen, was auch das Wohlbefinden von Tieren beeinträchtigen kann.

Erhöhte menschliche Interaktion:

Weniger natürliche Lebensräume führen dazu, dass Tiere gezwungen sind, engere Kontakte zu Menschen aufzunehmen, was zu Konflikten führen kann, beispielsweise durch Wildtiere, die in städtische Gebiete eindringen und dort nach Nahrung suchen.

!!! Insgesamt kann die Fällung von Bäumen und die Versiegelung von Blühwiesen in Großstädten zu erheblichen ökologischen und sozialen Herausforderungen führen, die nicht nur die Tierwelt, sondern auch das städtische Ökosystem und die Lebensqualität der Menschen betreffen !!!

 

Forderungen:

- Stopp des geplanten Neubaus und Erhalt der Blühwiese sowie der alten Bäume!

- Sanierung und Wiederbelebung bestehender leerstehender Gebäude in Leipzig! (13.000 leerstehende Wohnungen, brachliegendes altes technisches Rathaus)

- Änderung der Förderpolitik und Bauen in bestehender grauer Energie!

- Mobilitätswende nicht auf Kosten der Anwohner umsetzen!

- Umdenken in der Baupolitik und Planung neuer Bauvorhaben in Einklang mit der Natur! (Nachhaltigkeitsbericht LWB 2023)

- Vermeidung eines Verkehrskollapses in unserem Wohngebiet und Erhalt unseres unversiegelten Parkplatzareals!

 

Schlussfolgerung:

 

Wir appellieren an die Stadtverwaltung der Stadt Leipzig, den Oberbürgermeister, den Baubürgermeister, die LWB, das Amt für Stadtgrün und Gewässer sowie das Bauamt, die Interessen der Bewohner und die Bedeutung der Natur in unserer direkten Umgebung ernst zu nehmen! Unser Viertel sollte lebenswert bleiben – für Mensch und Tier!

„Es ist billiger, den Planeten jetzt zu schützen, als ihn später zu reparieren.“ (aus dem LWB-Nachhaltigkeitsbericht 2023)

 

Unterschriftensammlung:

Wir bitten alle Unterstützer, diese Petition zu unterzeichnen, um gemeinsam für den Erhalt unserer wertvollen Natur und Lebensqualität in Leipzig-Probstheida einzutreten!

Herzlichen Dank!

Leipzig, 29.10.2024

Verfasserin: Carmen Miosga

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Carmen MiosgaPetitionsstarter*in

30.226

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Dorothee Salge und 11 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Petition zum Erhalt der großen alten Bäume, der Blühwiese und des begrünten Parkplatzareals in der Wunderlichstraße in Leipzig Probstheida

Wir, die Unterzeichner dieser Petition, möchten unseren entschiedensten Widerstand gegen den geplanten Neubau auf beiden Seiten der Wunderlichstraße in Leipzig-Probstheida ausdrücken. Unser Anliegen betrifft nicht nur den Verlust von wertvollem Grünraum, sondern auch die damit verbundenen ökologischen, klimatischen und sozialen Konsequenzen für unser denkmalgeschütztes Viertel. Der Erhalt des ebenso geschützten Baumbestandes ist uns eine Herzensangelegenheit. Die Abholzung in unserer Stadt muss beendet werden!

Bebauungsplan und gegenwärtige Situation:

Die Stadt Leipzig hat ihrer Tochtergesellschaft (LWB GmbH) den Auftrag erteilt, im Viertel Wunderlichstraße / Crednerstraße in Probstheida in Leipzig Süd-Ost auf engstem Raum Wohneinheiten mit 91 Wohnungen als sogenannte Lückenbebauung zu schaffen. Dafür müssen der bestehende unversiegelte Parkplatz mit seinen Grünflächen und dem alten Baumbestand sowie die Blühwiese auf der anderen Straßenseite weichen. Der Parkplatz hat derzeit ein Volumen von 78 Stellplätzen, welche von den unmittelbaren Anwohnern angemietet sind und durch den Bau wegfallen. Die geplante Tiefgarage des Neubaus bietet 34 Stellplätze. Bei 91 neuen Wohneinheiten und 78 weggefallenen Parkplätzen ergibt das ein erhebliches Parkplatzdefizit nur allein für Anwohner. Die Berufsschule hat ein Fassungsvermögen von 1600 Berufsschülern, welche zum Teil von umliegenden Gemeinden mit eigenem PKW anreisen und ebenfalls  Parkplätze beanspruchen.

Es ist vorgesehen, im Rahmen des Neubaus einige der alten großen Bäume zu fällen und die große Blühwiese zu versiegeln. Damit verlieren Vögel, Insekten und artgeschützte Fledermäuse ihr Quartier und sind in ihrer Existenz bedroht!

Die Situation in Probstheida zeigt deutlich die Herausforderungen, die mit der Verdichtung von Wohnraum in städtischen Gebieten verbunden sind. Der geplante Bau in einem bereits dicht besiedelten Viertel führt nicht nur zum Verlust vieler Parkplätze der Anwohner, sondern nimmt auch die Bedürfnisse der Berufsschule in Betracht, die mit 1600 Schülern zzgl. Lehrkräften eine erhebliche Anzahl an zusätzlichen Parkplätzen erfordert. Das Fehlen von Alternativen oder Lösungen zur Minderung der Parkplatznot ist eine erhebliche Belastung für die Anwohner und könnte zu einer Verschärfung der Parkplatzsituation und nicht minder zu Konflikten in der Umgebung führen.

Die jetzt geplante Bebauung nach §34 Baugesetz ist außerdem kritisch zu hinterfragen, weil sie sich nicht nach Art und Maß und der Eigenart in die Umgebung einfügt. Der LWB ist die Geschichte des Abrisses der denkmalsgeschützten Häuser nach der Wende bekannt. Die Dimensionen des geplanten Bauvorhabens widersprechen dem Charakter unserer denkmalsgeschützten Siedlung.

Die Stadt Leipzig sollte in einen direkten Dialog mit den Anwohnern und der Berufsschule treten, um deren Bedürfnisse und Bedenken in die Planungen einzubeziehen und eine handlungsfähige Lösung zu finden! Eine Bürgerbeteiligung ist gefordert, steht aber immer noch aus und sollte im IV. Quartal 2024 stattfinden.

 

Gründe für den Erhalt:

1.    Ökologische Bedeutung:

Die Blühwiese und die rund 80-100 Jahre alten großen Bäume sind Lebensräume für zahlreiche Tierarten, welche sich über Jahrzehnte im Baum- und Pflanzenbestand etabliert haben, darunter artgeschützte Fledermäuse, Vögel wie Eichelhäher, Spechte, Nachtigallen, Mauersegler und viele mehr sowie viele Insektenarten wie z.B. Wildbienen. Der Verlust dieser Lebensräume würde diese Arten gefährden und ihre Lebensgrundlage zerstören.

Bäume und Grünflächen sind entscheidend für die Verbesserung des Stadtklimas, insbesondere in heißen Sommermonaten, da sie Schatten spenden, die Temperaturen nachweislich senken und die Luftqualität verbessern.

2.    Klimaschutz:

Die Erhaltung von Grünflächen und Bäumen unterstützt das Ziel der „Schwammstadt“, die darauf abzielt, Regenwasser besser zu bewirtschaften und Überhitzung zu vermeiden.

Die Versiegelung von Flächen trägt zur Erhöhung von Temperaturen und zur Verschlechterung der Luftqualität bei.

3.    Soziale Verantwortung:

Unser Viertel braucht dringend Lösungen für den Wohnungsbedarf, jedoch nicht auf Kosten unserer wertvollen Natur. Es gibt 13.000 leerstehende Wohnungen in Leipzig, die saniert und neu instandgesetzt werden können.

Die Schaffung von Wohnraum sollte nicht zu Lasten der Lebensqualität der Anwohner und der Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen geschehen.

Insbesondere die Lückenbebauung auf engstem Raum ist als besonders kritisch anzusehen, da wertvolle Luftschneisen unterbrochen werden und der städtische Luftaustausch verhindert wird. Somit werden die Auswirkungen eines Hitze-Insel-Effektes verstärkt, was sich negativ auf die Gesundheit der Anwohner auswirken kann.

4.    Parkplatzsituation:

Die Zufriedenheit der Anwohner ist durch die geplante Reduzierung der Parkplätze gefährdet. Das bestehende eingezäunte Parkplatzareal soll dem Neubau weichen. Somit verlieren viele Anwohner ihren angemieteten Stellplatz. Die geplante Tiefgarage deckt bei weitem nicht den Bedarf an Parkplätzen ab, als benötigt werden. Die Stadt Leipzig erwartet von ihren Bürgern, vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV umzusteigen. Viele Bewohner haben jedoch keine Möglichkeit, dies umzusetzen, sei es aus beruflichen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen. Für viele ist der eigene PKW essentiell und kann nicht abgeschafft werden.

Die Nähe zur Berufsschule in der Crednerstraße erfordert zusätzlich eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen für die Schüler und Lehrkräfte.

Laut Stellplatzverordnung sollte in unserem Wohngebiet auf Grund seiner Gegebenheiten ein Mindestmaß an Stellplätzen zur Verfügung stehen.

Bedenken und Argumente gegen den Bau:

Dieses urbane Verdichtungskonzept der städtischen Lückenbebauung wird in unserem Viertel nicht folgenlos umsetzbar sein. Durch die Fällung der Bäume und dem Wegfall der Blühwiese sowie des unterbrochenen Luftgürtels wird es zu einer Erhöhung der Temperaturen im städtischen Gebiet kommen (Hitze-Insel-Effekt), was wiederum die Notwendigkeit zur Kühlung erhöht und somit zu einem Anstieg des Energieverbrauches führt. Mehr Menschen auf engem Raum können auch zu einer erhöhten Emission von Fahrzeugen und Lieferdiensten führen, was die Luftqualität beeinflusst und gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Die zunehmende Verdichtung kann die Versiegelung von Böden vorantreiben, was den natürlichen Wasserabfluss verringert und zu einem erhöhten Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen führen kann.

Die Fällung von Bäumen und die Versiegelung von Blühwiesen in Leipzig haben erhebliche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Als Konsequenz zu nennen wären:

Habitatverlust:

Bäume und Blühwiesen bieten Lebensraum für viele Tierarten, darunter Vögel, Insekten, Kleinsäugetiere und Pflanzen. Ihre Beseitigung führt zu einer Verringerung der Lebensräume und damit zur Vertreibung oder zum Tod vieler Tiere.

Rückgang der Biodiversität:

Die Eliminierung von natürlichen Lebensräumen reduziert die Artenvielfalt. Weniger Vielfalt kann zu einem Ungleichgewicht im Ökosystem führen, was sich auch auf die verbleibenden Arten auswirken kann. Besonders zu erwähnen ist die Etablierung von Fledermäusen im alten Baumbestand. Fledermäuse sind laut § 20e (1) Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung als "vom Aussterben bedrohte" Tiere besonders geschützt. Gemäß § 20f (1) Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, Fledermäusen nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Somit dürfen auch ihre Lebensräume, die Bäume, nicht angetastet werden! 

Nahrungsquelle:

Blühwiesen bieten eine wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge. Ihre Beseitigung kann zu einem Rückgang dieser Populationen führen, was wiederum die Bestäubung von Pflanzen und deren Erhalt beeinträchtigen kann.

Fragmentierung von Lebensräumen:

Durch die Versiegelung von Flächen werden Lebensräume fragmentiert. Dies kann Tierarten daran hindern, sich zu bewegen, Nahrung zu finden oder sich fortzupflanzen, was Ihre Überlebenschancen verringert.

Klimatische Auswirkungen:

Bäume spielen eine wichtige Rolle im städtischen Klima, indem sie Schatten spenden und die Temperaturen senken. Ihr Wegfall kann zu einer Erhöhung der städtischen Temperaturen führen, was auch das Wohlbefinden von Tieren beeinträchtigen kann.

Erhöhte menschliche Interaktion:

Weniger natürliche Lebensräume führen dazu, dass Tiere gezwungen sind, engere Kontakte zu Menschen aufzunehmen, was zu Konflikten führen kann, beispielsweise durch Wildtiere, die in städtische Gebiete eindringen und dort nach Nahrung suchen.

!!! Insgesamt kann die Fällung von Bäumen und die Versiegelung von Blühwiesen in Großstädten zu erheblichen ökologischen und sozialen Herausforderungen führen, die nicht nur die Tierwelt, sondern auch das städtische Ökosystem und die Lebensqualität der Menschen betreffen !!!

 

Forderungen:

- Stopp des geplanten Neubaus und Erhalt der Blühwiese sowie der alten Bäume!

- Sanierung und Wiederbelebung bestehender leerstehender Gebäude in Leipzig! (13.000 leerstehende Wohnungen, brachliegendes altes technisches Rathaus)

- Änderung der Förderpolitik und Bauen in bestehender grauer Energie!

- Mobilitätswende nicht auf Kosten der Anwohner umsetzen!

- Umdenken in der Baupolitik und Planung neuer Bauvorhaben in Einklang mit der Natur! (Nachhaltigkeitsbericht LWB 2023)

- Vermeidung eines Verkehrskollapses in unserem Wohngebiet und Erhalt unseres unversiegelten Parkplatzareals!

 

Schlussfolgerung:

 

Wir appellieren an die Stadtverwaltung der Stadt Leipzig, den Oberbürgermeister, den Baubürgermeister, die LWB, das Amt für Stadtgrün und Gewässer sowie das Bauamt, die Interessen der Bewohner und die Bedeutung der Natur in unserer direkten Umgebung ernst zu nehmen! Unser Viertel sollte lebenswert bleiben – für Mensch und Tier!

„Es ist billiger, den Planeten jetzt zu schützen, als ihn später zu reparieren.“ (aus dem LWB-Nachhaltigkeitsbericht 2023)

 

Unterschriftensammlung:

Wir bitten alle Unterstützer, diese Petition zu unterzeichnen, um gemeinsam für den Erhalt unserer wertvollen Natur und Lebensqualität in Leipzig-Probstheida einzutreten!

Herzlichen Dank!

Leipzig, 29.10.2024

Verfasserin: Carmen Miosga

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