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gewalt

4 petitions

Started 6 months ago

Petition to Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

STOPPT KINDESMISSBRAUCH! Straftaten gegen Kinder härter bestrafen! Kinder besser schützen.

Ich bitte um Unterstützung für die Durchsetzung folgender Forderungen, betreffend: 1. Kinderpornografie:  - Die HÖCHSTSTRAFE im Strafgesetzbuch (§184b StGB) muss von drei auf sechs Jahre angehoben werden. Die Mindeststrafe darf nicht weniger als sechs Monate betragen. Die Geldstrafe soll entfallen. - "Cybergrooming" (Anbahnung zu Kindern im Internet) als STRAFTATBESTAND soll eingeführt werden.  - Internet-Provider müssen bei verdächtigen Inhalten (z.B.Suchmaschinen) einer GESETZLICHEN MELDEPFLICHT unterliegen.   2. Kindeswohlgefährdung - Jugendämter müssen dazu befähigt werden, bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls schneller handeln zu können. Hierzu soll der im Sozialgesetzbuch - Achtes Buch (SGB VIII) verankerte Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung abgeändert werden. Dabei sollen sie nicht erst bei "gewichtigen" Anhaltspunkten tätig werden dürfen; sie sollen "unverzüglich" handeln. §8a Abs. 1 S. 1 SGB VIII ist entsprechend abzuändern. - Die Aufhebung der Schweigepflicht soll sog. Geheimnisträger besser schützen. , Das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) muss dahingehend geändert werden, dass die in §4 KKG ("Beratung und Übermittlung von Informationen durch Geheimnisträger bei Kindeswohlgefährdung") benannten Befugnisse erweitert werden, d.h. bei Anhaltspunkten für die Gefährdung des Kindeswohls sind umgehend die Jugendämter zu benachrichtigen, nicht wie derzeit vorgesehen, erst bei Scheitern der Gespräche mit den Personenberechtigten (§4 Abs. 1 i.V.m. §4 Abs. 3 KKG). Der Zusatz "gewichtige" bei den Anhaltspunkten ist zu streichen. Die heute (05.06.2018) veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik müsste uns alle wachrütteln. Und wieder sind wir empört und verweisen auf die Politik, wir bedauern das missbrauchte oder gar getötet Kind und ... haben es morgen schon wieder vergessen. Das muss sich ändern. Die Entscheidungsträger in Berlin müssen dafür Sorgen tragen. Zwei Aspekte bewegen mich hierbei ganz besonders: Die milden Strafen gegen pädophile Straftäter und das bürokratische Ungetüm bei Anzeichen von Kindeswohlgefährdung. Das möchte ich mit Eurer Hilfe ändern! Ich wünsche uns VIEL ERFOLG und wenngleich ich nicht für alle Kinder sprechen darf, ich DANKE herzlich für die Unterstützung! Dilan Rohde  

Dilan Rohde
420 supporters
Update posted 7 months ago

Petition to Ulrike Hillmann, Daniel Günther, Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Bei Gewalt wegschauen als Goldstandard? - Nein danke!

Ist Wegschauen der neue Goldstandard? Gewalt ist keine Lösung, Wegschauen aber schon? Du hast weggeschaut? Das hast Du gut gemacht!   --- ? Welche Art von Gesellschaft möchten wir sein? Eine Wegschau-Gesellschaft? Oder eine Gesellschaft, in der Zivilcourage noch eine Tugend ist? Der Fall - ein Kieler Krimi aus dem echten Leben Ich möchte Euch hier die schockierende und unglaubliche Geschichte meiner Freundin erzählen. Vorgeschichte Meine Freundin hatte einen Unfall. Sie stellte sich im Klinikum in Schleswig-Holstein vor. Aus fachärztlicher Sicht war die Situation nicht kritisch. Der behandelnde neurologische Facharzt empfahl trotzdem die Nacht noch da zu bleiben, um ganz sicher zu gehen. Das ist nicht unüblich und so blieb meine Freundin zur Beobachtung über Nacht dort. Am nächsten Morgen wollte sie - wie mit dem Facharzt besprochen - das Krankenhaus verlassen. Dienst hatte jetzt ein fachfremder junger unerfahrener Arzt in Ausbildung. Ein Anästhesist. Er entschied, ohne dies zu begründen, dass meine Freundin bleiben müsse. Dies wollte meine Freundin nicht. Sie wollte - in Begleitung ihres Freundes - nach Hause. Plötzlich behauptete der Arzt, sie sei in akuter Lebensgefahr. Eine Aufklärung, woher er dies plötzlich kommen solle, verweigerte der Arzt ausdrücklich. Zusammen mit fünf weiteren Personen überfiel er daraufhin urplötzlich meine Freundin und schleppte sie über mehrere Meter zu ihrem Krankenbett und warf sie gewaltsam darauf. Anschließend fesselte man sie unter massiver Gewaltanwendung an beiden Händen, beiden Beinen und beiden Füßen. Der Freund meiner Freundin erhielt Hausverbot und musste die Station sofort verlassen. Vor der Stationstür musste er die verzweifelten Hilfeschreie meiner Freundin hilflos mit anhören. Eine Aufklärung erfolgte über den ganzen Zeitraum nicht. Ein Facharzt besuchte meine Freundin auch nicht. Eine über die bloße Beobachtung hinausgehende medizinische Behandlung erfolgte ebenfalls nicht. Sie blieb - ohne Grund - trotzdem bis zum nächsten Morgen gefesselt. Sie war dem Arzt komplett hilflos ausgeliefert. Als sie am nächsten Morgen aufwachte, kam der Arzt und sagte, sie könne jetzt gehen, die angebliche Lebensgefahr sei vorüber. Ohne Untersuchung oder sonst etwas. Das alles war schon schlimm genug. Die Täter - der Arzt und das Klinikum - haften mit Schmerzensgeld und Schadensersatz. Das Gericht sagte, der Arzt hätte meine Freundin wenigstens aufklären müssen. Und er hätte auch nach dem Eindruck des Gerichts "die Eskalation der Situation von Anfang an gesucht". Auch die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass der Arzt eine massive Freiheitsberaubung begangen hatte. Wir reden hier von einem Zeitraum von über 24 Stunden in gefesseltem Zustand. Die Wegschau-Ärztin Meine Freundin war leider vor vielen Jahren schon einmal Opfer von massiver Gewalt gewesen. Um dieses Erlebnis zu verarbeiten, war sie bereits ein Jahr in Psychotherapie bei einer Fachärztin für Psychotherapie und Allgemeinmedizin gewesen, die auch psychotraumatologisch und sozialmedizinisch ausgebildet ist. Diese Fachärztin rief der Arzt an. Ohne das Wissen oder Einverständnis meiner Freundin. Er erhielt schon am Telefon diverse durch die Schweigepflicht geschützte Informationen über meine Freundin. Die Therapeutin verriet ihm sämtliche Diagnosen, die sie in der Therapie gestellt hatte uvm, bloß, weil der Arzt danach fragte. Sie kam nicht auf die Idee, meine Freundin vorher mal zu fragen, ob sie diese Angaben überhaupt weitergeben wissen will. Einige Zeit später kam diese Ärztin dann ins Klinikum,. Meine Freundin war bereits etwa 3 bis 4 Stunden gefesselt. Statt meiner Freundin Trost zu spenden oder ihr sonstwie seelischen Beistand zu spenden, meinte die Ärztin nur zu ihr, sie solle Verständnis für die Täter haben. Die Therapeutin meinte, der Arzt wirke auf sie völlig überfordert. Sicherlich wolle er sich doch nur vor einem Haftungsfall schützen für den möglichen Fall, dass vielleicht doch noch Komplikationen entstehen (dann hätte man meine Freundin gegen ihren Willen am Hirn operiert!). Sie bestätigte meiner Freundin, dass sie bei klarem Verstand sei und daher selbst über das ob und wie einer medizinischen Behandlung entscheiden dürfe. Sie wäre sich daher sicher, dass meiner Freundin gerade Unrecht geschehe und sie später vor Gericht Recht bekommen würde. Sie hätte jetzt aber Urlaub. Dann verließ sie meine Freundin. All das bestreitet die Ärztin nicht mal! Sie hätte dem Arzt mitteilen können, dass meine Freundin ihrer fachärztlichen Meinung nach bei klarem Verstand ist und somit selbst entscheiden darf. Der Arzt hätte spätestens dann nicht mehr anders gekonnt, als meine Freundin sofort zu entlassen.Sie hätte den Arzt zB auch bitten können, die Fesseln zu lockern. Ihr war klar, dass durch die Fesselung die seelischen Folgen der Tat noch schlimmer sein würden.   Petitionsgrund Jeder muss helfen, wenn er Unfälle, Gewalt oder Unglücksfällen sieht und Hilfe zumutbar ist. Jeder muss in solchen Situationen wenigstens die Polizei oder den Krankenwagen rufen. Sonst macht man sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Nicht so die Therapeutin. Sie kann dem Opfer erst Vorwürfe machen. Und dann kann sie das Opfer links liegen lassen und seelenruhig in den Urlaub fahren. Das Landgericht Kiel hat nämlich nun ein Urteil gesprochen, in dem es dieser Ärztin attestiert hat, dass sie wegschauen durfte und das auch optimales Vorgehen ist. Sie bekam attestiert: "Das hast Du gut gemacht!" Unglaublich? Aber wahr! Meine Freundin hat kein Vertrauen mehr zu Ärzten oder Therapeuten. Genau den Menschen, die ihr helfen könnten, das schreckliche Trauma zu bewältigen. Sie ist mit ihrem Schmerz und ihrem Leid allein. Ohne Aussicht auf Hilfe von außen. Wieder einmal. Was meine Petition soll Ich möchte sowohl den Richtern, die es in Ordnung fanden, dass eine Zeugin von Gewalt - eine Ärztin - nicht geholfen hat, obwohl es ihr ohne großen Aufwand möglich war, vor Augen führen, dass wir Wegschauen verachten, es nicht als richtig oder gar Recht empfinden.  Und ich möchte, dass diese Ärztin, die vom Gericht attestiert bekommen hat, dass Wegschauen völlig ok, ja sogar Goldstandard, war, versteht, dass sie - trotz des unglaublichen Urteils - hätte helfen müssen und auch in Zukunft auch helfen soll und muss - als Mensch und ganz besonders als Angehörige eines Heilberufes! Wie geht es weiter? Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Instanz ist aber abgeschlossen und somit kann das Urteil nicht mehr abgeändert werden. Die Richter  haben abschließend entschieden. Die Berufung läuft. Wenn Richter in Gerichtsurteilen "im Namen des Volkes" Wegschauen als Goldstandard betrachten und in der Urteilsbegründung dem Täter auch noch unverhohlen attestieren "Das hast Du gut gemacht!" - welche Botschaft wird dann erst an die Haupttäter gesendet? Ein deutlicheres Zeichen gegen Zivilcourage und für das Wegsehen kann man nicht setzen ! Teilen wir dem Landgericht Kiel mit, was wir von solcher Empathielosigkeit und menschlicher Kälte gegenüber dem Opfer halten! Dass das keine Rechtsprechung "im Namen des Volkes" ist! Teilen wir dieser Ärztin mit, dass Wegschauen und sich aus der Verantwortung für eigenes Unterlassen stehlen, nicht die Lösung sind!   Der hippokratische Eid - das aktuelle Genfer Gelöbnis - gilt es für diese Ärztin etwa nicht?  "Als Mitglied des medizinischen Berufsstandes:Gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen;Die Gesundheit und das Wohlbefinden meines Patienten wird oberstes Gebot meines Handelns sein;Ich werde die Autonomie und Würde meines Patienten respektieren;[...]Ich werde die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes fördern;[...]Ich werde mein medizinisches Wissen nicht dazu verwenden, Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten zu verletzen, selbst unter Bedrohung;Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre."   Wie könnt ihr helfen? Schritt 1: Petition zeichnen, per Mail bestätigen (Achtung! Geht manchmal per Handy nicht!)Schritt 2: Freunde und Bekannte auf die Petition aufmerksam machenSchritt 3: Druckt einfach diesen Text aus und an die Adressaten senden: Präsidentin des Landgerichts KielUlrike HillmannSchützenwall 31 - 3524114 Kiel Oder mailt es an die Pressestelle: pressestelle@lg-kiel.landsh.de sowie an die Justizministerin Dr. Sabine Sütterlin-WaackLorentzendamm 3524103 Kiel Pressestelle: oliver.breuer@jumi.landsh.de Bei Fragen oder für Vordrucke wendet Euch auch gern an mich!

Sonja Sell
223 supporters
Update posted 8 months ago

Petition to Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Prof. Josef Hecken, Jürgen Matzat, BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP), Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V., Deutscher Behindertenrat (DBR), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Dr. Harald Deisler, Dr. Regina Klakow-Franck, Dr. Doris Pfeiffer, Bundesärztekammer , Bundespsychotherapeutenkammer , Unabhängige Patientenberatung, Johannes-Wilhelm Rörig

Bedarfsgerechte Psychotherapie

Die "Initiative Phoenix" - Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V. fordert die Ergänzung der Psychotherapie-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss um einen Behandlungsrahmen für komplexe Traumafolgestörungen.   Begründung: Psychotherapie als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kann im Rahmen der "Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie"  erbracht werden, soweit und solange eine seelische Krankheit nach § 2 der Richtlinie vorliegt. Schwere bzw. komplexe und frühe Traumatisierungen verursachen chronische posttraumatische Belastungsstörungen mit diversen Komorbiditäten. Das sind seelische Krankheiten im Sinne dieser Richtlinie. Sie werden als "komplexe Traumafolgestörungen" bezeichnet. Menschen, die Behandlung wegen komplexer Traumafolgestörungen benötigen, können überwiegend nicht die psychotherapeutischen Maßnahmen in Anspruch nehmen, die für ihr Störungsbild nötig und angemessen wären, da in der Richtlinie die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die GKV für eine effiziente und auch ökonomisch sinnvolle Behandlung dieser Patientengruppe fehlen. PatientInnen, Betroffenen-Netzwerke, Angehörige und therapeutisch arbeitende, forschende und beratende ExpertInnen tragen seit Jahren Erfahrungen und Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zusammen, die belegen, dass eine Ergänzung der Psychotherapie-Richtlinie um einen Behandlungsrahmen für komplexe Traumafolgestörungen dringend erforderlich ist. Bedarfsgerechte Psychotherapie, menschlicher Umgang, Respekt, authentische Bindungsangebote und Verläßlichkeit können heilungsfördernd bis lebensrettend sein. Von komplexen Traumafolgestörungen betroffene Menschen mit guten therapeutischen Erfahrungen erleben sich stabilisiert, erreichen Arbeitsfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe, eine Verbesserung ihrer Lebens- und Gesundheitssituation und engagieren sich in sozialen Berufen, Organisationen und Ehrenämtern. Für die Mehrzahl professioneller HelferInnen ist es allerdings zur Hauptaufgabe der Begleitung, Beratung und auch der Psychotherapie geworden, ihre KlientInnen innerhalb unsicherer Bedingungen immer wieder zu stabilisieren und teilweise notdürftig am Leben zu halten, weil für die eigentlich nötige Traumatherapie keine Zeit und kein Behandlungsrahmen vorgesehen ist. Das ist aus allen Richtungen betrachtet unbedingt veränderungsbedürftig. Die fehlende Gewährleistung kontinuierlicher und dauerhafter ambulanter Psychotherapie wo sie nötig wäre führt zu erheblichen Versorgungsmängeln und unnötigen Folgekosten. Viele Studien und Erfahrungswerte, auch Gerichtsurteile belegen die Notwendigkeit und (auch volkswirtschaftlich) ökonomische Sinnhaftigkeit angemessener Psychotherapie für Menschen mit komplexen Traumatisierungen in ihrer Biografie, u.a.: die Deutsche Traumafolgekostenstudie des IGSF, 2012 ein Urteil in einem Verfahren vor dem Hessischen Landessozialgericht, 2014 die ACE-Studie (Felitti, 2002) die Richtlinie der ISSD für die Behandlung der komplexen PTBS, 2005 eine Studie von LARA in Kooperation mit der Universität Potsdam (Roth, 2015) ... und eine Untersuchung der Initiative Phoenix mit insgesamt mehr als 1300 Beteiligten - Betroffenen, Angehörigen, TherapeutInnen aus verschiedenen Bereichen. (Sommer, 2012) Mehr als die Hälfte der wegen Traumafolgen arbeitsunfähigen Betroffenen, die sich an der Erhebung der Initiative Phoenix beteiligten, hat die Schule mit Fachschulreife oder Abitur abgeschlossen. Jede/r Dritte hat ein abgeschlossenes Studium im Lebenslauf. Mehr als 80% derjenigen komplex Traumatisierten, die Rente wegen Erwerbsunfähigkeit beziehen müssen, haben die mittlere Reife oder einen höheren Bildungsabschluss. Die meisten Menschen, die Therapie wegen komplexer Traumafolgestörungen suchen, haben oder hätten eine gute Prognose, wenn sie rechtzeitig qualifizierte Hilfe bekämen, die individuell bedarfsgemäß angepasst würde, und wenn sie sich auf deren Gewährleistung langfristig verlassen könnten. Grundsätzlich fehlt in der Psychotherapie-Richtlinie ein Behandlungsrahmen für Menschen mit (komplexen) Traumafolgestörungen und die Zulassung qualifizierter TherapeutInnen zu Finanzierungsmöglichkeiten der GKV. Fast jede/r dritte qualifizierte TherapeutIn muss wegen fehlender Kassenzulassung bis zu 70% der Anfragen für eine Traumatherapie ablehnen, jede/r Fünfte sogar mehr. Die Mehrheit der Betroffenen, die einen Kassenplatz "ergattern" muss aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten ihre Psychotherapie unterbrechen. Über 90% der TherapeutInnen dieser Erwachsenen beobachten in bzw. nach einer solchen unfreiwilligen Pause eine Zunahme psychosomatischer und somatischer Symptome, der Arbeitsunfähigkeit und der Medikamenteneinnahme. Über 80% bestätigen eine Zunahme von selbstverletzendem Verhalten, von Substanzmissbrauch und Suizidalität. Mehr als 80% der in der Phoenix-Studie erfassten BehandlerInnen aus stationären Einrichtungen glauben, dass eine Klinikeinweisung durch höhere Stundenkontingente für ambulante Traumatherapie mindestens manchmal vermieden werden kann. Der tatsächliche Bedarf an ambulanter Psychotherapie übersteigt bei Weitem den Umfang des Richtlinien-Rahmens. Traumatisierungen und ihre Folgen müssen derzeit in Anträgen für Therapiestunden verschwiegen und Symptome abgeschwächt oder verzerrt dargestellt werden, weil die Wahrheit nicht ernstgenommen wird oder dazu führt, dass Betroffene als "zu krank" aufgegeben werden. Unter anderem deshalb ist es schwer, verläßliche Zahlen zur tatsächlichen Prävalenz komplexer behandlungsbedürftiger Traumafolgestörungen zu finden. Eine kontinuierlich fortgesetzte ambulante Psychotherapie, die dazu beiträgt, Ressourcen zu finden, zu entwickeln und zu stärken und erreichte Stabilisierungen für gesellschaftliche Teilhabe zu erhalten, ist insgesamt effizienter und sinnvoller als die bisherigen Möglichkeiten für "gestückelte" Behandlung bei komplexen Traumafolgestörungen. Bedarfsgerechte Psychotherapie ist Gesundheitsförderung, Prävention - auch Prävention transgenerationaler Weitergabe von Gewalt, schont Ressourcen, senkt Folgekosten und mindert nicht zuletzt auch die gesamtgesellschaftliche und volkswirtschaftliche Belastung durch psychische Erkrankungen. Die GKV brauchen, so die gleichlautenden Antworten ihrer VertreterInnen und SachbearbeiterInnen auf Anträge und Nachfragen, um Finanzierungen für bedarfsgerechte Psychotherapie bereitstellen zu können, eine deutlichere Grundlage innerhalb der Psychotherapie-Richtlinie. Deshalb fordert die Initiative Phoenix eine Ergänzung der Psychotherapie-Richtlinie wie folgt. § 23 (3) neu:Für Patientinnen und Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen kann verfahrensunabhängig der Behandlungsumfang auf ein Mehrfaches der Kontingente erweitert werden, solange ein Anspruch auf Krankenbehandlung nach §§23 und 70 SGB V besteht.     Kontakt: Initiative Phoenix - Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.c/o Johanna SommerPF 2334, 37013 Göttingen  http://initiative-phoenix.de  

Initiative Phoenix - Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V.
4,557 supporters
This petition won 5 years ago

Petition to Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburg, Präsident Joachim Buchheister - Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg

Heimkind fordert: Keine neue Lizenz für den Betreiber der Haasenburg-Heime. Todesfall und Misshandlungen nicht ignorieren!

Mein Name ist Christina Witt. Ich bin 17 Jahre und war mit 13 (2010) Heimkind in einem der Haasenburg-Heime (privater Betreiber von geschlossenen Heimen in Brandenburg). Wir Kinder wurden dort sehr schlecht behandelt. 2005 und 2008 starben zwei Mädchen in den Heimen. Wir wurden monatelang in den Zimmern eingesperrt ohne Kontakt zu anderen Jugendlichen. Viele wurden von Erziehern bloßgestellt. Uns wurden die Arme und Beine festgebunden, es gab Prellungen, Armbrüche und vor allem psychische Verletzungen. 2013 kamen sehr viele Misshandlungen ans Tageslicht. Opfer - so wie ich auch - erstatteten Anzeige. Durch diesen öffentlichen Druck und dem Ergebnis einer Untersuchungskommission hat das Jugendministerium Brandenburg den Heimbetreibern Herr Bavar und Herr Dietz die Lizenz entzogen. Ein großer Erfolg für die vielen Opfer. Doch vor kurzem habe ich Unglaubliches in der Zeitung "taz" gelesen: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg schlägt im Rechtsstreit mit dem Betreiber vor, dass die Haasenburg wieder öffnet! Das ist ein Schlag ins Gesicht für uns Kinder und Jugendliche. Und es ist eine Gefahr für alle zukünftigen Heimkinder. Ich habe diese Petition gestartet, weil ich der Politik (Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke), dem Gericht und allen Verantwortlichen sagen möchte: Ihr dürft diesem Betreiber keine neue Lizenz geben. Es wurde genug Schaden angerichtet. Jetzt müssen die Wunden heilen.   http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/173891/index.html Auch die Uniklinik München (Psychologe Herr Kellner), der aktuell die Spätfolgen der Haasenburgkinder untersucht, warnt vor einer Wiedereröffnung der Einrichtung (siehe taz-Interview). Er sagt: „Wenn der oder die Täter nicht vom Staat zur Rechenschaft gezogen werden, sondern ihnen zugesprochen wird, weiter zu machen, ist das gelinde gesagt ein Schock für die Betroffenen. Da bricht wieder alles zusammen. Die sehen nur: die kriegen Recht und können weitermachen, wir dagegen hängen fest, weil wir ohne therapeutische Hilfe wahrscheinlich gar nicht auf einen gesünderen Weg kommen." Auch ich wurde misshandelt. Als ich einmal das eigene Zimmer verlassen habe ohne an den Türrahmen zu klopfen und auf Erlaubnis meines Erziehers zu warten (das war die Regel), wurde ich auf den Boden geworfen, ca. sechs Erzieher haben mir die Arme verdreht und mich auf dem Boden festgesetzt. Diese Hilflosigkeit, die ich spürte, kann man nicht beschreiben. Kinder und Jugendliche werden aus verschiedenen Gründen aus den Familien rausgenommen und jedes Kind hat seine eigene Geschichte. Oft erlebten sie Gewalt und/oder wurden vernachlässigt, sie kommen aus den Familien um sie genau davor zu schützen. Jedes Kind reagiert darauf anders und manche geraten auch auf die schiefe Bahn.... Aber sie haben ihre Gründe und machen es garantiert nicht ohne Grund. Fast immer reagieren Jugendämter mit den gleichen Maßnahmen darauf: Psychatrie, Heimwechsel und schließlich enden die Kinder in geschlossenen Einrichtungen. Für Ämter bedeutet das zunächst Ruhe. Sie denken eine Lösung gefunden zu haben, aber sie denken nicht an die Kinder und Jugendlichen die dort abgeschoben werden, wie es ihnen geht. Das, was hinter den Mauern der Heime passiert, bleibt oft verborgen. Nur selten kommt die Wahrheit raus, so wie in diesem Fall die Haasenburg. Kinder, die über Wochen oder sogar Monate in Zimmern eingesperrt werden ohne Kontakt zu anderen Jugendlichen. Jahrelang müssen sie funktionieren, dürfen ihre Kindheit nicht leben und müssen wie Maschinen funktionieren. Funktioniert das nicht, werden sie wieder eimgesperrt oder sogar körperlich begrenzt. Dies bedeutet Schmerzen ohne Ende. Die Jugendlichen, denen eigentlich geholfen werden sollte, werden eingeschüchtert und zum Teil sogar bloßgestellt. Auch fragt man sich, wie es passieren kann, dass ein Kind dort aus dem Fenster fallen konnte. Eltern würden gleich ins Gefängniss kommen, doch Erzieher bekommen keine einzige Strafe. Es ist total widersprüchlich, wenn gesagt wird, dass Kinder geschützt werden müssen und deshalb aus Familien genommen werden, doch anschließend in diesen Heimen genau das gleiche passiert. In meinen Augen ist es so, dass auffällige bzw. gewaltätige Kinder und Jugendliche mit Gewalt erzogen werden sollen, wobei aber genau das Gegenteil bei raus kommt. Deshalb fordern WIR, dass die Haasenburg ENTGÜLTIG geschlossen wird. Facebookseite von Herr Woidke (Meinung sagen, aber bitte freundlich)

Christina Witt
40,625 supporters