Menschenwürde ist kein Ehrenamt – Hebammen brauchen höhere Vergütungen #sicheregeburt
  • Petitioned Dr. Carola Reimann

This petition was delivered to:

Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages (SPD)
Dr. Carola Reimann
Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie in Brandenburg (SPD)
Günter Baaske
Gesundheit- und Pflegegruppe der Koalitionsverhandlungen
Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag Nordrhein-Westfahlen
Karl-Josef Laumann
Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg (SPD)
Cornelia Prüfer-Storcks
Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung Schleswig-Holstein (SPD)
Kristin Ahlheit
Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern (CSU)
Melanie Huml
Sozialministerin Sachsen (CDU)
Christine Clauß
Staatssekretärin für Gesundheit des Berliner Abgeordnetenhauses (CDU)
Emine Demirbüken-Wegener
MDB (CDU)
Hubert Hüppe
Leiter der Arbeitsgruppe Gesundheit (SPD), MdB
Prof. Dr. Karl Lauterbach
Leiter der Arbeitsgruppe Gesundheit (CDU), MdB
Jens Spahn
MdB (CDU)
Maria Michalk
MdL Brandenburg (CDU)
Prof. Dr. Michael Schierack
MdB (CSU)
Johannes Singhammer
MdB (CSU)
Stephan Stracke
Bundesvorsitzender AG Sozialdemokraten im Gesundheitswesen
Armin-Emil Lang
Stv. Landesvorsitzende SPD Baden-Württemberg / Stv. Sprecherin AG Gesundheit
Hilde Mattheis
Parlamentarische Staatssekretärin im BM für Gesundheit, MdB (CDU)
Annette Widmann-Mauz
Sozialminister Rheinland-Pfalz (SPD)
Alexander Schweitzer

Menschenwürde ist kein Ehrenamt – Hebammen brauchen höhere Vergütungen #sicheregeburt

    1. Anke Bastrop
    2. Petition by

      Anke Bastrop

      Schwerin, Germany

  1.  
  2.   
November 2013

Victory

Am 20.11. wurde nach unserem großen Protest folgende Passage zur Stabilisierung des Hebammenwesens in den Koalitionsvertrag aufgenommen: „Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe ist uns wichtig. Wir werden daher die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen im Speziellen beobachten und für eine angemessene Vergütung sorgen.“ Das ist ein wichtiger erster Schritt, damit die Große Koalition sich des Themas in den kommenden 4 Jahren annimmt. Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung! Anke Bastrop

„Geburt ist keine Krankheit“, empfahl die Weltgesundheitsorganisation 1985. Fast dreißig Jahre später in Deutschland: Geburten werden zunehmend nicht nur als Krankheiten, sondern als Notfälle behandelt. Kein Wunder. Hebammen verdienen durchschnittlich 8,50 Euro die Stunde - bei immer weiter steigenden Beiträgen zur Berufshaftpflichtversicherung. Abzüglich Kosten und Steuern bewegen sie sich damit fast schon im Bereich des Ehrenamtes. In der Folge geben viele Hebamme die Geburtshilfe auf. Wenn sich an der Vergütung für Hebammen in nächster Zukunft nichts ändert, werden Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit nicht mehr von Hebammen begleitet.

Vor der Wahl haben Angela Merkel und Peer Steinbrück öffentlich ausgedrückt, für verbesserte Arbeitsbedingungen der Hebammen einzustehen.

Ich bin Schriftstellerin und Mutter von zwei Kindern. Meine jüngste Tochter ist anderthalb. Noch immer zehre ich von der Begleitung meiner Hebamme während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Es war so wichtig, daß sie da war. Im Nachhinein beschleicht mich aber ein ungutes Gefühl, wenn ich bedenke, wie wenig sie dafür verdient hat. Für die nächsten Jahre wünsche ich mir ein drittes Kind. Ich werde die Betreuung meiner Hebamme dringend brauchen. Ich möchte, 1. daß sie ihre Arbeit unter berufspolitischen Aspekten noch anbieten kann und 2. ihre Arbeit in der Gewißheit annehmen können, daß auch sie gut versorgt ist. Mit dieser Petition wollen wir für das Recht der Frau auf Wahlfreiheit und eine hebammengeführte Geburtshilfe einstehen. Wir fordern deshalb die neuen Regierungsparteien auf, jetzt zu handeln und die Stabilisierung des Hebammenwesens in den neuen Koalitionsvertrag aufzunehmen. 

1. Wir fordern, daß zur Sicherung des Hebammenwesens und zum Schutz der Wahlfreiheit in Kooperation mit Hebammenverbänden und Krankenkassen höhere Vergütungen für Hebammen sichergestellt werden. Dabei müssen die explodierenden berufsbedingten Kosten, insbesondere die weiter steigenden Prämien zur Haftpflicht, und die hohe Verantwortung, die Hebammen tragen, berücksichtigt werden. 

2. Wir fordern dazu auf, eine Lösung für die Haftpflichtproblematik zu finden.

3. Wir fordern dazu auf, die Stabilisierung des Hebammenwesens schnell voranzutreiben. Die Gründung einer interministeriellen Facharbeitsgruppe war ein erster wichtiger Schritt. An diesen soll mit einem fachübergreifenden Runden Tisch angeknüpft werden, um gemeinsam an einer menschenwürdigen Geburtshilfe zu arbeiten.   

Wir erinnern Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU/CSU) an das Versprechen, das sie Hebamme Nitya Runte im Rahmen des Bürgerdialogs gegeben hat: Sie werde sich persönlich einschalten, falls die Ergebnisse der interministeriellen Facharbeitsgruppe zu keinen absehbaren Veränderungen der Einkommens- und Haftpflichtsituation führen sollten. Wir erinnern außerdem die SPD daran, daß Peer Steinbrück zum Thema Teure Haftpflichtversicherungen für Hebammen in der Wahlarena erklärte: „Das Problem ist erkannt."

Jetzt sollen den Worten Taten folgen!

Bitte unterschreiben Sie jetzt, wenn Sie sich für ein stabiles Hebammenwesen in Deutschland und die Gesundheit für Mutter und Kind einsetzen. Sobald Sie unterschrieben haben, leiten Sie diese Petition an Ihre Freunde und Bekannten weiter.

Was wäre, wenn es keine Hebammen gäbe?

1. Eine Hebamme betreut eine Frau: Undenkbar. Personal ist Geld. Schon jetzt sind 1:1-Betreuungen in Kliniken selten. 

2. Ohne außerklinische Geburtshilfe könnten Schwangere nicht wählen, wo sie entbinden. 

3. Geburten im PKW oder auf dem Rastplatz nähmen zu, weil die Wege zur nächsten Klinik zu weit sind.

4. Um gebären zu können, schüttet die Frau Oxytocin und Endorphine aus. Das geschieht nur, wenn die Frau sich ruhig und sicher fühlt. Dauerüberwachung, wechselndes Personal und Apparatemedizin geben nicht jeder Frau das Gefühl, daß alles in Ordnung ist. Der gestreßte Körper schüttet nicht Oxytocin und Endorphine, sondern Adrenalin aus. Adrenalin fördert die Geburt nicht, sondern hemmt sie. Keine Hebammen – mehr Interventionen, mehr Notkaiserschnitte, mehr Wochenbettdepressionen.

5. Die Frau hat Angst vor der Geburt? Ihr Kind trinkt nicht? Sie hat eine verhärtete Brust? Sie weiß nicht, was sie tun kann, wenn ihr Kind schreit? Sie traut sich nicht, ihr Neugeborenes zu baden? – Mit diesen Fragen bleibt sie allein. 

Welche Lösungen könnte es geben?

Haftpflichtprämien pro Geburt (anstelle pro Hebamme) wären eine Möglichkeit. Eine andere: Norwegen hält Haftpflichtprämien für Hebammen mit Hilfe eines Fonds gering. Schottland konnte seine Kaiserschnittrate durch Stärkung des Hebammenwesens senken.

Die Rechte liegen bei den Familien: 

2010 hat eine ungarische Schwangere, Anna Ternovsky, den Staat Ungarn verklagt. Grund: Mangels außerklinisch arbeitender Hebamme sah sie sich in ihrer Wahlfreiheit beschnitten. Anna Ternovsky hat den Fall gewonnen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gesteht Frauen nach Artikel 8 der Menschenrechtskonvention ein Recht auf Wahlfreiheit zu.

In Deutschland wurde die Wahlfreiheit zusätzlich durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz im SGB V § 24 f verankert. .

Was kostet eine Geburt?

Geburt im Geburtshaus: 467,20 Euro

Hausgeburt: 548,80 Euro

Vaginalgeburt in einer Klinik: 1.594 bis 2.146 Euro

Kaiserschnitt: 2.505 bis 5.366 Euro

Die Kaiserschnittrate lag 2012 bei etwa 30%. Etwa 2% aller Geburten fanden außerklinisch statt. 

 

Zu den Hintergründen hier mehr.

  

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Unterzeichnet haben u.a.:

 

Prof. Dr. Barbara Duden, Historikerin, Soziologin, Medizinhistorikerin

Angela Krauß, Schriftstellerin

Anja Wagner-Scheid, Landesvorsitzende der Frauen Union Saar

Dr. Juli Zeh, Schriftstellerin

Ulla Lachauer, Dokumentarfilmerin und Autorin

Hanna Strack, Theologin und Autorin

Ulrike Hauffe, Leiterin der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau 

Alexandra Gräfin von Schwerin, Schauspielerin

Ulrike Almut Sandig, Schriftstellerin

Vivien Weigert, Naturheilpraktikerin und Autorin

Marlen Pelny, Schriftstellerin

Mareike Greb, Tänzerin

Tanja Dückers, Schriftstellerin

Gundel Jannemann-Fischer, Englischhornistin

Peter Fischer, Kontrabassist

Prof. Helfried Strauß, Fotograf 

Isabell Suba, Filmemacherin

Katharina Deserno, Cellistin

Melanie Schöne, Filmemacherin und Autorin

Christine Trompka, Verlegerin und Autorin

Dr. Silja Samerski, Biologin und Soziologin 

 

Die Petition wird außerdem unterstützt von mamaprotest franken e.v., HappyBirthday Deutschland, Bürgerinitiative für eine Geburtshilfe im Landkreis Diepholz, Greenbirth e.V., Deutscher Hebammenverband e.V., Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V., Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe e.V., Hebammen für Deutschland e.V., Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. und Doulas in Deutschland e.V. 

Recent signatures

    News

    1. Tagesschau, NDR, Spiegel, TAZ, Berliner Zeitung und Stern berichten

      Anke Bastrop
      Petition Organizer
      Erfolgreiche Protestwelle im Netz: Wie eine Mutter den Hebammen hilft

      Nitya Runte ist gerne Hebamme. Noch immer, sagt die 49-Jährige, mache sie ihren Beruf aus Leidenschaft. "Es ist einfach ein riesiges Geschenk, Schwangere persönlich betreuen zu können und dabei zu sein, wenn ein neues Leben beginnt." Die Kölnerin bietet als Freiberuflerin außerklinische Geburtshilfe an, begleitet Schwangere also durch die gesamte Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit.

    2. Die WELT berichtet, warum viele Schwangere keine Hebamme mehr finden.

      Anke Bastrop
      Petition Organizer
      Warum viele Schwangere keine Hebamme finden

      Für Frauenärzte und Hebammen steigen die Haftpflichtprämien. Um sich zu versichern, müssen Hebammen etwa ein Fünftel ihres Gehalts ausgeben - sie ziehen sich reihenweise von der Geburtshilfe zurück. Von Freia Peters Der Frauenarzt Zbigniew Budkowski betreut seit sieben Jahren schwangere Frauen auf der Nordseeinsel Sylt, etwa 700 Babys hat er seitdem mit auf die Welt gebracht.

    3. Reached 100,000 signatures
    4. Zeit Online über die Petition

      Anke Bastrop
      Petition Organizer
      Hebammen: Geburtshilfe lohnt sich nicht mehr

      Hebammen werden extrem schlecht bezahlt. In Deutschland gibt es generell zu wenig Wertschätzung für Kinder, Mütter und die, die sich um sie kümmern. Hebammen hatten nie einen leichten Stand. Sie galten zwar als weise und heilkundig, waren vielen aber durch ihre Nähe zu Leben und Tod unheimlich und erweckten Misstrauen, insbesondere von Kirchenoberen.

    5. Einladung zum Eigensinn - Frauen erzählen von ihren Geburten

      Anke Bastrop
      Petition Organizer

      Vor wenigen Wochen thematisierte Spiegel Online: Große Angst vor der Geburt treibe viele Frauen in einen medizinischen Kreislauf. Mit dem Thema solle offen umgegangen werden, damit es Frauen leichter falle, ihre Sorgen zu äußern und den richtigen Weg für sich zu finden. Weil Frauen und Familien Wahlfreiheit brauchen, um Wege gehen zu können, haben wir anläßlich der Petition einen Blog erstellt. Hier erzählen Frauen von ihren Geburten. Er ist eine "Einladung zum Eigensinn" mit ausdrücklicher Einladung, sich zu beteiligen. Einfach eine Mail via change.org oder an die Mailadresse unter "Impressum" schreiben.

      www.einladung-zum-eigensinn.de

      Einladung zum Eigensinn

      Biancas Geschichte Wenige Tage vor der Entbindung kam ich auf einem Geburtstag meiner Schwägerin mit einem Gast ins Gespräch, der Gynäkologe war und mich interessiert fragte, wann es denn soweit sei. Ich antwortete „Ende November." Sein nächster Kommentar lautete: „Ist das deine erste Geburt?

    6. Gemeinsam Leben sichern

      Anke Bastrop
      Petition Organizer
      Gemeinsam Leben sichern - Petition fordert Unterstützung für Hebammen

      Seit Jahren geben Deutschlands Hebammen ihre Arbeit auf. Grund: die Diskrepanz zwischen hoher und weiter steigender Haftpflicht und zu geringer Vergütung. Jetzt protestieren Frauen und Familien: Fast 50.000 haben bisher die Petition "Menschenwürde ist kein Ehrenamt - Hebammen brauchen höhere Vergütungen" unterschrieben.

    7. Reached 50,000 signatures

    Supporters

    @riotgrrrlberlin

    Sep 25, 2013

    Hebammen brauchen höhere Vergütungen http://t.co/JdbpFVF7aG

    riot grrrl berlin
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    Reasons for signing

    • Nicola Schmidt TEMPELHOF, GERMANY
      • 5 months ago

      Weil ich leider bei meiner ersten Geburt ins Krankenhaus musste, und die Folgen- Fehler seitens der Ärzte- sehr unangenehm waren. Ich bekomme meine Kinder nur noch zu Hause, Krankenhäuser sind mir zu unsicher. Wenn es keine Hebammen mehr gibt, müssen wir unsere Kinder mi Hilfe von erfahrenen Frauen zur Welt bringen. Auch nicht das verkehrteste, aber sicherer ist es vielleicht doch eine erfahrene Hebamme an der Seite der Gebährenden zu haben?

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    • Anja Brücken GERMANY
      • 8 months ago

      Weil mir die Arbeit der Hebammens sehr wichtig ist!

      REPORT THIS COMMENT:
    • Heidrun Schlenz GERMANY
      • 8 months ago

      Weil Hebammen immer einen super Job machen

      REPORT THIS COMMENT:
    • Stephanie Baumgartner WOLFSBURG, GERMANY
      • 8 months ago

      Hebammen sind eine so wichtige Unterstützung für Schwangere. Es wäre eine Schande, wenn dieser in der Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen.

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    • Sascha Nicolai GERMANY
      • 8 months ago

      Weil ich mit einer wunderbaren Hebamme verheiratet bin die ihren beruf leidenschaftlich ausübt und wir selber drei großartige Kinder haben.

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