Aufruf zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen von Sprachkursleitenden
  • Petitioned Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen

This petition was delivered to:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Dr. Manfred Schmidt

Aufruf zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen von Sprachkursleitenden

    1. Anne Wernicke
    2. Petition by

      Anne Wernicke

      Bielefeld, Germany

"Integration durch Sprache." (Website des Goethe-Instituts) oder "Den Menschen im Blick. Schützen. Integrieren." (Website des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge),

so oder so ähnlich lauten die Slogans, mit denen die Integration von ZuwandernInnen in Deutschland von öffentlicher Stelle beworben wird. Das Bild des Weges in die Gesellschaft über die Sprache leuchtet ein; aber wer hilft ZuwanderInnen auf diesem Weg? Es sind die DozentInnen, die z.B. in den Integrations- und Orientierungskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe innehaben, Menschen unterschiedlichster Herkunftsländern, Altersgruppen und Bildungsschichten sowohl sprachliche Fertigkeiten als auch wichtige Informationen für das alltägliche Leben in Deutschland zu vermitteln. Diese Dozenten sind wir.

 

So groß diese Aufgabe ist und so wichtig die Schlüsselrolle, die unsere Arbeit im Integrationsprozess spielt, so prekär sind die versicherungs- und lohntechnischen Bedingungen, in denen die Meisten von uns arbeiten. Als SprachkursdozentIn ist man fast immer als Honorarkraft beschäftigt, d.h. wir arbeiten selbstständig als FreiberuflerInnen. Sobald man nur in einer Institution arbeitet, d.h. nur Stunden bei einem Sprachkurs-Träger hat, rutscht man automatisch in die „Scheinselbstständigkeit“. Da wir eben freiberuflich tätig sind, d.h. bei den Trägern nur Honorarverträge haben, haben wir keinerlei Anspruch auf Sozialleistungen, wie z.B. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Hinzu kommt, dass wir all unsere Sozialabgaben (z.B. Kranken- und Rentenversicherung) selbst zahlen müssen - und das von einem durchschnittlichen Unterrichtsstundenhonorar von 20,-€.

Wir haben das Brutto-/Netto-Verhältnis hier mal exemplarisch aufgeschlüsselt:

Berechnung eines Netto-Stundenhonorars

Basis:
20 Honorar/brutto pro Unterrichtsstunde (45 min.)
(ca. 25 UST pro Woche)

20,00 Euro

-      3,78 Euro  Rentenversicherung
-      3,10 Euro  Krankenversicherung
-      0,44 Euro  Pflegeversicherung
-      0,80 Euro  freiwillige Arbeitslosenversicherung
-------------------------------------------------------------------
11,88 Euro

-     1,66 Euro  14 % Steuern
-------------------------------------
10,22 Euro

-     1,14 Euro   nicht bezahlte Krankheitstage
-     2,41 Euro   nicht bezahlte Urlaubstage (28)
-------------------------------------------------------------------
6,67 Euro   Honorar/netto pro Unterrichtsstunde

-     1,66 Euro    25 % Vorbereitungszeit
______________________________________________

 5,01 Euro bleiben also netto pro Unterrichtsstunde (45 min)

Ganz genau aufgeschlüssel und beschrieben finden Sie das noch einmal hier: stundenhonorar-erlaeutert.

(vgl. auch die Aufschlüsselung  der Hamburger Kollegen von der Hamburger Initiative: http://www.daf-initiative.de/?Nettoeinkommen)

Mehr Informationen und Beispiele zu den Arbeitsbedingungen für Dozenten in Integrationskursen geben auch die von der GEW herausgegebenen Schwarzbücher. Hier das Schwarzbuch II als pdf zum Download: Schwarzbuch 2 Integrationskurse

Was wollen wir also?

1. Weiterbildung muss für die pädagogische Qualität staatlich subventioniert werden.

2. Die Bezahlung der in der Weiterbildung tätigen Dozenten sollte am öffentlichen Dienst orientiert und an dessen Tarifentwicklung angekoppelt sein.

3. Feste Stellen müssen für Dozenten geschaffen werden, um „Scheinselbstständigkeit“ abzuschaffen. Deshalb braucht es die Festlegung eines Mindestanteils an festen Stellen bei den Trägern.

4. Werden Honorare gezahlt, so sollten diese mindestens 30 €/Unterrichtsstunde betragen - plus Mindeststundengarantie, plus anteilige Zahlungen an die Sozialversicherung, plus Urlaubs- und Krankengeld sowie bezahlte Mitarbeiterkonferenzen, Teambesprechungen und Fortbildungen. (Dazu entsprechende Erhöhung der BAMF-Teilnehmerpauschale.)

5. Die Auftragsvergabe für Kurse darf sich nur an Träger richten, die sich an die unter Punkt 3 und 4 beschriebenen Auflagen halten.

6. Mehr Transparenz für die Lehrkräfte bei Entscheidungen des BAMF: Es muss eine Interessenvertretung der Lehrkräfte bei den Regionalkonferenzen des BAMF mit den Kursträgern geben.

Mehr Infos unter gewweiterbildung.wordpress.com

Recent signatures

    News

    1. Reached 3,000 signatures
    2. Artikel "Migazin": "Arm durch Arbeit"

      Anne Wernicke
      Petition Organizer

      Hier ein sehr interessanter Artikel zur Situation der Sprachkurslehrenden europaweit von Georg Niedermüller von der "Initiative Prekär":
      http://www.migazin.de/2013/06/14/fuer-eine-grundlegende-neugestaltung-des-integrationskurssystems/

      Arm durch Arbeit - Eine Neugestaltung der Integrationskurse - Arm durch Arbeit, Integrationskurs, Kolumne, Lehrer, Meinung - MiGAZIN

      Am 7. Juni 2013 fand auf Einladung der Bundestagsfraktion DIE LINKE in Berlin ein Fachgespräch über eine „grundlegende Neugestaltung des Integrationskurssystems" statt. Teilgenommen haben neben den VertreterInnen der Lehrkräfte (DaZ-Netzwerk und Initiative Bildung Prekär) und den Trägern (Bildungsverband) auch die GEW, der Paritätische und vier Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion.

    3. Reached 2,500 signatures
    4. Stellungnahme des BAMF zum vermeintlichen Kommentar von Herrn Schmidt

      Anne Wernicke
      Petition Organizer

      Da die Stellungsnahme Frau Hirseland, Pressesprecherin im BAMF, länger ist als 1000 Zeichen, hier ein Link (zu unserem Blog): http://wp.me/p2YVqE-1V

      Change.org - Start, Join, and Win Campaigns for Change

      Change.org is the web's leading platform for social change, empowering anyone, anywhere to start petitions that make a difference.

    5. Decision-maker Dr. Manfred Schmidt responds:

      Dr. Manfred Schmidt

      An sich sollte meine Antwort jetzt in der Pressestelle des Bundesamtes landen und nicht den Anschein erwecken, dass sie vom Präsidenten der Behörde kommt. Wenig nachvollziehbar ist jedoch, dass die Antwort zwar unterzeichnet werden kann, ...


    6. Decision-maker Dr. Manfred Schmidt responds:

    7. Reached 500 signatures
    8. Reaktion des Präsident des BAMF auf unsere Petition

      Anne Wernicke
      Petition Organizer

      Heute bekam ich eine Nachricht über Change.org mit folgendem Betreff: "Dr. Manfred Schmidt hat sich auf Ihre Petition Aufruf zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen von Sprachkursleitenden gemeldet"
      Ich: "Wow!"
      Ich öffnete also die Email. Die Nachricht von Dr. Manfred Schmidt sieht folgendermaßen aus; ich zitiere wörtlich:
      "blabla

      Dr. Manfred Schmidt
      das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
      pressestelle@bamf.bund.de"

      Da muss ich jetzt erstmal drüber hinweg kommen.
      Was ist das denn? War das der gelangweilte Praktikant in der Pressestelle? Oder Herr Dr. Schmidt höchstpersönlich, der auf diese Weise kundtut, was er von unserem Anliegen hält?
      Vielleicht werden wir es ja am 19.04. in Minden herausfinden, wenn wir Herr Dr. Schmidt bei der Podiumsdiskussion im Rahmen des "6. Integrationskongresses OWL" selbst dazu befragen.

      Bis dahin viele Grüße und ein herzliches, großes Danke an alle Unterstützer!

      Anne Wernicke

      Change.org - Start, Join, and Win Campaigns for Change

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    9. Decision-maker Dr. Manfred Schmidt responds:

      Dr. Manfred Schmidt

      blabla


    10. Reached 250 signatures

    Supporters

    @BoehningB

    Apr 10, 2013

    Mitzeichnen! http://t.co/KYWQnEx1Vq

    Bjoern Boehning
    18.7k followers

    Reasons for signing

    • Aisha Umbach-El-Attar NüRTINGEN, GERMANY
      • 4 months ago

      Für diesen Lohn bekommt man heute ja nicht einmal eine Putzfrau, geschweige denn ambitionierte, ausgebildete Kursleiter! Allem Anschein nach wird das Bundesamt für Integration seinem Anspruch überhaupt nicht gerecht !

      REPORT THIS COMMENT:
    • Georg Hobelsberger REGENSBURG, GERMANY
      • 4 months ago

      Wenn Lehrer von ihrer Arbeit nicht Leben können, ist das ein wunderbares Modell für die Integration.

      REPORT THIS COMMENT:
    • Frida Mizelmacher BRUNN, GERMANY
      • 4 months ago

      Weil Lehrer nicht für einen, Hungerlohn arbeiten sollen, denn sie machen die Integrationsarbeit.

      REPORT THIS COMMENT:
    • Birke Stahl GERMANY
      • 5 months ago

      Warum unterschreiben Sie? (optionalWei

      REPORT THIS COMMENT:
      • 6 months ago

      Ausbeutung!

      REPORT THIS COMMENT:

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